Max Blumenthals Analyse der Maduro-Entführung und der fragwürdigen Anklage

Anfang Januar 2026 erschütterte die US-Militäroperation zur Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro die Welt. US-Spezialkräfte kidnappten Maduro und seine Frau Cilia Flores aus Caracas und brachten sie nach New York, wo Maduro vor Gericht gestellt wurde. Präsident Donald Trump verkündete, die USA würden Venezuela nun „führen“ und dessen Ölreserven nutzen.

Der investigative Journalist Max Blumenthal von The Grayzone analysiert in einem Interview mit Richter Andrew Napolitano die Anklage des US-Justizministeriums als politisch motiviertes Konstrukt voller Übertreibungen und Lücken. Er sieht dahinter nicht nur einen Angriff auf Venezuela, sondern eine gezielte Plünderung durch Trumps und Marco Rubios Verbündete – allen voran den Milliardär Paul Singer.

Die fragwürdige Anklage: Ein politisches Pamphlet statt Beweisen

Blumenthal zerpflückt die Anklage des US-Justizministeriums (DOJ) als „politischen Rant“. Sie wirft Maduro und seinen Mitangeklagten – darunter Cilia Flores, sein Sohn sowie enge Verbündete wie Diosdado Cabello – vor, ein „Narco-Terrorismus“-Netzwerk geleitet zu haben, das Tausende Tonnen Kokain in die USA geschmuggelt habe. Die Vorwürfe reichen bis ins Jahr 1999 zurück, als Hugo Chávez gewählt wurde.

Die Beweislage ist jedoch dünn:

  • Viele der genannten Kokainflüge gingen nach Mexiko, nicht in die USA – also außerhalb der US-Jurisdiktion.
  • Ein Flug im Jahr 2013 wurde von venezolanischen Behörden selbst aufgedeckt; 25 Beamte wurden verhaftet, internationale Kriminelle (Briten) verurteilt – keine Venezolaner unter Maduro.
  • Ein Flug von 2006 deutet auf CIA-Beteiligung hin: Das Flugzeug gehörte US-Firmen mit Verbindungen zu Jeb Bush und möglichen CIA-Schalenfirmen.

Der sogenannte „Cartel de los Soles“ (Kartell der Sonnen), angeblich ein militärisches Drogennetzwerk, wird in der neuen Anklage nur zweimal erwähnt und als „lockeres Netzwerk“ relativiert – im Gegensatz zur Version von 2020, die es als „kohäsives Syndikat“ darstellte. Blumenthal betont: Dieses Kartell existiert nicht als solches; der Begriff stammt aus der Reagan-Ära und wurde selbst von der CIA für eigene Drogenoperationen verwendet.

Maduro erschien selbstbewusst vor Gericht – trotz Verletzungen seiner Frau – und erklärte: „Ich bin Präsident Venezuelas, unschuldig und ein anständiger Mensch.“ Der Prozess findet im Southern District of New York vor dem 92-jährigen Richter Alvin Hellerstein statt, einem Bürgerrechtsliberalen, der in Drogenfällen jedoch als hart gilt.

Blumenthal warnt, dass die Anklage internationale Rechtsprechung ignoriere, etwa das ICJ-Urteil Kongo vs. Belgien, das Staatschefs Immunität zuspricht. Die Entführung verstoße gegen die UN-Charta und die Genfer Konventionen.

Der erzwungene Kronzeuge: Hugo „El Pollo“ Carvajal

Der zentrale Belastungszeuge der Anklage ist Hugo Carvajal, ehemaliger Militärgeheimdienstchef unter Chávez und Maduro. Er wird siebenmal zitiert, hat jedoch ein geheimes Abkommen mit dem DOJ geschlossen: Im Juni 2025 bekannte er sich schuldig zu Drogendelikten, um eine mildere Strafe zu erhalten – ihm drohten bis zu 50 Jahre Haft.

Carvajal war einst loyaler Chavist und am Putschversuch 1992 beteiligt. 2017 brach er mit Maduro, floh und wurde 2019 ausgeliefert. Bereits damals kündigte Marco Rubio an, Carvajal werde „alles über Maduro verraten“. Blumenthal sieht ihn als erpressten Zeugen, der sagt, was Trump hören will – einschließlich absurder Behauptungen wie einer Beteiligung venezolanischer Wahlmaschinen an der Manipulation der US-Wahl 2020.

Carvajal ist selbst ein verurteilter Drogenhändler und durch den verdächtigen Flug von 2006 kompromittiert. Seine Aussagen seien unter Zwang entstanden – ein klassisches Muster erzwungener Zeugenaussagen.

Die wahren Gewinner: Trump, Rubio und Paul Singer

Blumenthal betont den wirtschaftlichen Kern der Operation: Es geht um die Plünderung Venezuelas. CITGO, die profitabelste Auslands-Tochter des staatlichen Ölkonzerns PDVSA mit Raffinerien, Pipelines und Tankstellen, wurde im November 2025 an Paul Singers Elliott Investment Management verkauft – für 5,9 Milliarden Dollar, weit unter dem geschätzten Wert von 13 bis 18 Milliarden.

Singer, ein milliardenschwerer „Geierfonds“-Investor mit einem Vermögen von rund 6,7 Milliarden Dollar, ist bekennender Zionist, Netanyahu-nah und langjähriger Großspender Marco Rubios. Trump bezeichnete ihn 2024 als „starken Verbündeten“. Durch Sanktionen und Embargos wurde CITGO entwertet; nun profitiert Singer massiv von Maduros Entfernung. Berufungen gegen den Verkauf dürften scheitern.

Rubio, Trumps Außenminister, treibt diese Agenda maßgeblich voran. Als Vertreter des sogenannten „Gusano Industrial Complex“ – kubanisch-venezolanischer Exilkreise in Florida – bekämpft er den Chavismus ideologisch und kulturell. Interimspräsidentin Delcy Rodríguez sprach von „zionistischen Untertönen“ des Angriffs – eine Anspielung auf Singers Rolle.

Blumenthal betont: Es gehe nicht um Drogenbekämpfung, sondern um rohe Ausbeutung. Trump inszeniere sich als „Macho“, ignoriere Recht und Werte und agiere wie „ein Ehemann, der seine Frau betrügt und schlägt“ – auf globaler Ebene.

Gefahren für Freiheit und internationale Ordnung

Napolitano und Blumenthal warnen vor der Normalisierung von Staatsentführungen, wie sie auch bei Israel zu beobachten sei. Dies bedrohe die globale Stabilität. Auch in den USA selbst würden Freiheiten zurückgedrängt; Protestierende würden zunehmend willkürlich verhaftet.

Blumenthal weist darauf hin, dass der Prozess die CIA bloßstellen könnte, falls die Verteidigung Einblick in frühere US-Drogenoperationen fordert. Doch der politische Kontext – wie in früheren Venezuela-Verfahren – könnte Maduro dennoch benachteiligen.

Fazit: Plünderung statt Gerechtigkeit

Max Blumenthal entlarvt die Anklage gegen Maduro als schwaches, politisches Konstrukt, das auf erzwungenen Zeugen und alten CIA-Spuren basiert. Hinter der Operation steht die systematische Plünderung Venezuelas durch Trumps und Rubios Umfeld – allen voran Paul Singer, der Milliarden profitiert.

Dies ist kein Akt der Gerechtigkeit, sondern das „Gesetz des Dschungels“: Rohkapitalismus, Zionismus und Imperialismus. Der Globale Süden und Freiheitsverteidiger weltweit müssen wachsam sein – Venezuela ist nur der Anfang. Blumenthals Analyse auf thegrayzone.com ist zentral, um die wahren Motive zu verstehen.



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