Von Pablo Meriguet
Am vergangenen Wochenende hat die Trump-Regierung eine Allianz mit ihren Partnern in Lateinamerika und der Karibik besiegelt.
Der sogenannte „Shield of the Americas“ (Schutzschild der Amerikas) ist ein Bündnis zwischen 13 Ländern Amerikas, um gemeinsam Geheimdienst- und Sicherheitsmaßnahmen sowie militärische Aktionen durchzuführen, die die Vorherrschaft der USA sichern sollen, die durch andere Weltmächte bedroht sein könnte.
Die Gründung des Bündnisses wurde während des „Shield of the Americas“-Gipfels vereinbart, der in Doral, Florida, stattfand.
Das US-Außenministerium erklärte dazu: „Diese historische Koalition von Nationen wird gemeinsam Strategien vorantreiben, um ausländische Einmischung in unserer Hemisphäre, kriminelle und narkoterroristische Banden und Kartelle sowie illegale und Massenimmigration zu unterbinden.“
Was sieht das Abkommen vor?
Das Abkommen, das von den anwesenden Präsidenten am Ende des Gipfels unterzeichnet wurde, stellt sicher, dass „alle verfügbaren Mechanismen genutzt werden, um ernsthafte Gefahren“ zusammen mit den verbündeten Nationen zu bekämpfen.

„Internationale Organisationen kontrollieren Gebiete und Handel, erpressen politische und juristische Systeme, führen Waffen, nutzen militärische Kapazitäten und setzen Mord und Terrorismus ein, um ihre Ziele zu erreichen“, sagte Trump vor einer Reihe lateinamerikanischer Präsidenten, die bei jeder nur möglichen Gelegenheit applaudierten.
Er verkündete außerdem: „Kriminelle Kartelle und ausländische Terrororganisationen in der westlichen Hemisphäre müssen im größtmöglichen Umfang in Übereinstimmung mit geltendem Recht zerschlagen werden … Der einzige Weg, diese Feinde zu besiegen, ist, die Macht unserer Armeen zu entfesseln. Wir müssen unser Militär einsetzen. Ihr müsst euer Militär einsetzen.“
Am bemerkenswertesten ist aber vielleicht, dass Washington erklärt hat, es werde die Streitkräfte der Partnerländer ausbilden und mobilisieren, um die Erreichung der erklärten Ziele zu erleichtern, wodurch klar wird, wer den „Schutzschild der Amerikas“ leiten wird (falls daran noch Zweifel bestanden).
So ist beispielsweise jetzt mit Sicherheit bekannt, wer die Operationen auf ecuadorianischem Gebiet leitet, die derzeit von Quito und Washington durchgeführt wurden.
Ein sehr nützliches Abkommen
Die Nützlichkeit eines kontinentalen Militärbündnisses geht für die USA weit über die Angriffe gegen Drogenkartelle hinaus.
Seit September 2025 führen die USA Militäroperationen in der Karibik durch; sie zerstörten Dutzende kleiner Boote und töteten Dutzende ihrer Insassen. Bis Februar 2026 wurden im Rahmen der „Operation Southern Spear“ über 40 Angriffe durchgeführt und über 145 Menschen getötet.
Am 3. Januar führten die USA einen Militärangriff gegen Venezuela durch, nahmen Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores gefangen und brachten sie nach New York. Bei der Operation kamen über 100 Menschen ums Leben, darunter viele Zivilisten. Heute hat Washington die faktische Kontrolle über das venezolanische Öl, dessen Wert aufgrund des Konflikts in Westasien steigt.

Darüber hinaus hat Trump mehrfach erklärt, dass „die kubanische Regierung bald fallen wird“, was er am vergangenen Wochenende vor den lateinamerikanischen Präsidenten wiederholte, die nicht zögerten, zu applaudieren.
Vor einigen Tagen brach die Regierung Noboa in Ecuador die diplomatischen Beziehungen zu Kuba ab und wies die gesamte kubanische Delegation aus. Dies verdeutlicht eine der Funktionen, die eine koordinierte Aktion unter Führung der USA haben könnte.
In anderen Worten: Mit diesem Abkommen sichert sich Trump nicht nur die Kontrolle und Leitung künftiger Militäroperationen in Amerika, sondern stellt diese Streitkräfte auch in den Dienst seines globalen geopolitischen Projekts. Das könnte in einem derzeit noch ungewissen zukünftigen Weltgeschehen unvorhersehbare Folgen haben.
Verbündeter Trumps sein: Politisches Kapital und Sicherheit
Trotz der Ankündigung einer regionalen Allianz nahmen an dem Gipfel keine Vertreter großer Länder teil, die seit mehreren Jahrzehnten gegen den Drogenhandel kämpfen, etwa Mexiko, Kolumbien, Venezuela und Brasilien, und deren Staatsoberhäupter sich als links oder progressiv verstehen.
Diejenigen, die teilnahmen, sind die Regierungschefs, die sich während der Trump-Administration fast vollständig hinter die geopolitischen Interessen Washingtons gestellt haben und die meistens rechts oder ultrarechts sind: Javier Milei aus Argentinien, Rodrigo Paz aus Bolivien, Rodrigo Chaves aus Costa Rica, Luis Abinader aus der Dominikanischen Republik, Nayib Bukele aus El Salvador, Irfaan Ali aus Guyana, Daniel Noboa aus Ecuador, Nasry Asfura aus Honduras, José Raúl Mulino aus Panama, Santiago Peña aus Paraguay, Kamla Persad-Bissessar aus Trinidad und Tobago sowie José Antonio Kast aus Chile.
Trotz Kritik von Oppositionsgruppen in diesen Ländern, die die Unterzeichnung des Abkommens „Shield of the Americas“ als beschämende Unterwerfung unter die Interessen Washingtons betrachten (und die sogar gegen die wirtschaftlichen Interessen der Länder gerichtet sind, die sie vertreten), verteidigten die Präsidenten, die an dem Treffen in Miami teilnahmen, die Allianz.
Dies brachte der ecuadorianische Präsident zum Ausdruck, der auf seinem Twitter-Account schrieb: „Zu lange glaubten die Mafias, dass Amerika ihr Territorium sei. Dass sie Grenzen überschreiten, Drogen, Waffen und Gewalt ohne Konsequenzen transportieren könnten. Diese Zeit ist vorbei.“
Einige Stunden vor der Veranstaltung sagte der damals noch designierte Präsident Chiles: „Ich fliege in die Vereinigten Staaten, um mich mit Präsident Donald Trump und mehreren lateinamerikanischen Staatschefs zu treffen. Wir werden über Sicherheit, illegale Einwanderung und den wirtschaftlichen Fortschritt unserer Nationen sprechen. Wir arbeiten weiter daran, die Zukunft Chiles zu verbessern.“

Nayib Bukele, Präsident von El Salvador, repostete mindestens fünf Mal dasselbe Video, das Trump und ihn während der Fotosession des US-Präsidenten mit jedem der Teilnehmer in freundschaftlichem Gespräch zeigt.
So haben die rechtsgerichteten Präsidenten des Kontinents in Trumps Image eine Art messianische Figur gefunden, hinter der sie ein Gefühl der regionalen Einheit spüren, das sich von dem unterscheidet, das progressive Regierungen anstreben. Diese bemühen sich seit zwei Jahrzehnten, Räume ohne US-Einmischung zu schaffen, wie die Union südamerikanischer Nationen (Unasur), die Bolivarische Allianz für die Völker Unseres Amerika – Handelsvertrag der Völker (Alba-TCP) und die Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (Celac).
Trump und seine Geopolitik stehen somit für einen Kurs, dem die rechtsgerichteten Regierungen Lateinamerikas unbeirrt folgen müssen.
Die Journalistin Ayelén Oliva sagte: „Das Bild von Trump, der hinter seinem Schreibtisch sitzt, umgeben von stehenden lateinamerikanischen Staatschefs, die Außenminister Marco Rubio als ‚Freunde‘ bezeichnet hat, symbolisiert die Ausrichtung dieser Länder auf die USA.“
Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín
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