Tucker Carlson: Krieg, Frieden, Trump und die Verfassung – Ein intensives Gespräch über Amerikas Zukunft
In einem kürzlich ausgestrahlten Podcast-Interview, moderiert von Judge Andrew Napolitano in seiner Sendung „Judging Freedom“ am 17. Dezember 2025, traf sich der renommierte Medienkommentator Tucker Carlson zu einem offenen und ungeschminkten Austausch. Das Gespräch, das live übertragen und anschließend online verfügbar gemacht wurde, beleuchtet brisante Themen wie die Bedrohung der Redefreiheit, US-Außenpolitik unter Präsident Donald Trump, den Nahostkonflikt und die Rolle der Verfassung in einer polarisierten Gesellschaft. Carlson, bekannt für seine scharfsinnigen Analysen, teilt hier seine unerschrockenen Ansichten, die von persönlichen Anekdoten bis hin zu geopolitischen Warnungen reichen.
Die Bedrohung der Redefreiheit: Schumer, Zensur und Identitätspolitik
Das Gespräch beginnt mit einer scharfen Kritik an Versuchen, die Freiheit der Rede einzuschränken. Napolitano bezieht sich auf seinen eigenen Kolumnenbeitrag, der sich mit den Angriffen von Senator Chuck Schumer und 40 demokratischen Senatoren auf Carlson beschäftigt. Diese Politiker forderten eine Zensur gegen Carlson, nicht wegen dessen, was er gesagt hat, sondern wegen dessen, was er angeblich unterlassen hat – speziell in einem Interview mit Nick Fuentes. Carlson findet das absurd und kleinlich, angesichts der drängenden globalen Probleme. Er sieht darin einen Vorgeschmack auf eine Zukunft, in der beide Parteien – Republikaner wie Demokraten – gegen die Kernfreiheit Amerikas antreten: die Redefreiheit, die er als göttliches Recht betrachtet, nicht als Zugeständnis der Regierung.
Besonders aufschlussreich ist Carlsons Analyse der Identitätspolitik. Er betont, dass er Antisemitismus ablehnt, da er moralisch verwerflich sei und gegen seine religiösen und zivilen Überzeugungen verstoße. Doch er kritisiert Schumer und Organisationen wie die Anti-Defamation League (ADL) scharf: Diese hätten jahrzehntelang anti-weiße Hasskampagnen betrieben, etwa durch affirmative Action-Systeme, die komplexer als die Jim-Crow-Gesetze seien und Menschen aufgrund ihrer Rasse benachteiligen. Carlson fordert eine universelle Ablehnung jeglicher Form von Hass basierend auf DNA oder Herkunft – sei es gegen Juden, Weiße, Schwarze oder andere Gruppen.
Identitätspolitik, so warnt er, führe unweigerlich zu Katastrophen wie in Ruanda und zerstöre Amerika, wenn sie nicht bekämpft werde. Er hebt hervor, dass solche Angriffe auf die Redefreiheit eine abschreckende Wirkung („chilling effect“) haben und offene Debatten verhindern.
Als Beispiel nennt er die Heritage Foundation, deren Präsident Kevin Roberts für die Verteidigung der Redefreiheit attackiert und die Organisation dadurch geschwächt wurde. Carlson sieht hier eine Allianz der Rechten gegen die Freiheit, die er als Verrat an konservativen Werten empfindet. Die Trump-Administration habe Universitäten gedrängt, pro-palästinensische oder kritische Stimmen zu unterdrücken, was er mit den Black-Lives-Matter-Protesten vergleicht: Dieselben Gruppen, die BLM unterstützten – eine Bewegung, die er als anti-weiß betrachtet –, fordern nun Zensur im Namen Israels.
Der Nahostkonflikt: Genozid in Gaza und die Rolle Amerikas
Ein zentraler Teil des Interviews dreht sich um den Konflikt in Gaza, den Carlson als Genozid bezeichnet. Er kritisiert die US-Finanzierung israelischer Militäroperationen unter Trump und Biden gleichermaßen, die zu Zehntausenden unschuldiger Tote geführt hätten. Anders als bei zufälligen Kriegsopfern sei dies intentional: Israelische Minister hätten öffentlich erklärt, dass das Ziel sei, die palästinensische Bevölkerung zu vertreiben, um Land zu erobern.
Carlson betont, dass Amerika niemals die Tötung Unschuldiger unterstützen dürfe – das unterscheide es moralisch von Dschihadisten oder Terroristen. Er greift Figuren wie Ted Cruz an, der biblische Begründungen für Israels Politik liefere, ohne fundiertes Wissen. Mike Huckabee, der US-Botschafter in Israel, und Lindsey Graham werden als Extremisten dargestellt, die Amerika zerstören würden, wenn es Netanjahu folge.
Carlson spricht von einer „Verzauberung“ oder einem „Zauberspruch“, der über Geld und Erpressung hinausgehe. Er erwähnt Laura Loomer, die den Terroristen Meir Kahane lobt, und kritisiert die Doppelmoral: Während Antisemitismus bekämpft werde, werde anti-weißer Hass toleriert.
Netanjahu selbst sieht Carlson als Hauptursache für wachsenden Antisemitismus, da er Kritik an Israel mit Judenhass gleichsetze und sich als Vertreter aller Juden darstelle – eine Darstellung, die laut Carlson jüdische Freunde von ihm gefährde. Die US-Regierung habe Universitäten wie Princeton und Columbia durch finanziellen Druck gezwungen, kritische Stimmen zu zensieren, was die Redefreiheit weiter untergrabe.
Potenzielle Kriege: Venezuela, Syrien und die Ukraine
Carlson warnt vor einer drohenden US-Intervention in Venezuela. Er berichtet von Kongressbriefings, die einen Krieg ankündigten, möglicherweise in einer Ansprache Trumps. Als Motivation nennt er die venezolanischen Ölreserven, die derzeit an China und Russland gingen. Eine Regimeänderung würde jedoch Chaos verursachen und Generäle oder ausländische Mächte anziehen. Obwohl er Maduro ablehnt, betont Carlson, dass Venezuela keine Bedrohung für die USA darstelle und dass Interventionen seit 80 Jahren nur Schaden angerichtet hätten.
Ähnlich kritisch äußert er sich zur US-Präsenz in Syrien, wo kürzlich Soldaten getötet wurden. Diese Präsenz diene lediglich dazu, Amerika tiefer in den Nahen Osten zu ziehen – zugunsten Israels, ohne erkennbare nationale Interessen. Die Allianz mit einem ehemaligen ISIS-Führer bezeichnet er als absurd und widersprüchlich zum erklärten „Krieg gegen den Terror“.
In der Ukraine sieht Carlson eine bewusste Provokation. Die NATO-Osterweiterung habe Russland faktisch zum Einmarsch gedrängt, was letztlich China stärke. Putin beschreibt er als den moderatesten russischen Führer, pro-westlich und erfolgreich im Wiederaufbau seines Landes. Lindsey Grahams Gesetzesvorschlag, Russland als Terrorstaat einzustufen, sei selbstzerstörerisch und diene chinesischen Interessen.
Die Rolle der Institutionen: CIA, Kongress und der National Security State
Carlson beschreibt ein System, in dem der Präsident untergraben werde. Die CIA und andere Geheimdienste präsentierten einfache Lösungen wie Kriege, um komplexe Probleme – etwa Staatsverschuldung oder Drogensucht – zu umgehen. Er zitiert Harry Truman, der die Gründung der CIA später bereut habe, und kritisiert den Kongress als weitgehend irrelevant: eine politische Bühne, während Exekutive und Regulierungsbehörden die tatsächliche Macht ausübten.
Tulsi Gabbard, in ihrer Rolle als DNI, werde trotz ihrer vernünftigen Haltung zu Venezuela marginalisiert. Carlson erwähnt zudem Jonathan Pollard, den größten Spion in der US-Geschichte, der von Trump begnadigt und in Israel gefeiert worden sei – für ihn ein klarer Verrat an amerikanischen Interessen.
Schlussgedanken: Die Zukunft Amerikas und des Westens
Carlson plädiert für individuelle Gerechtigkeit statt kollektiver Bestrafung, wie sie etwa in Hiroshima oder Gaza zu sehen sei. Er sieht Amerika durch Tribalismus und Identitätspolitik am Rand des Zusammenbruchs und appelliert an alle, sich konsequent gegen jede Form von Hass zu stellen.
Das Gespräch endet mit einer herzlichen Verabschiedung, getragen von Carlsons Eloquenz und Napolitanos Respekt. Dieses Interview wirkt wie ein Weckruf: Es zeigt, wie Krieg, Zensur und Machtpolitik die Verfassung bedrohen, und fordert eine Rückbesinnung auf Amerikas Gründungsideale – Freiheit, das Individuum und Frieden. In einer Zeit zunehmender Polarisierung bleibt Carlsons Stimme für viele ein Bollwerk gegen den Wahnsinn.