Es ist sicher kein Zufall, dass diese Schlagzeile HEUTE im Speichel erschienen ist.

Im Beitrag geht es um die folgende Studie, die ebenfalls heute in der Zeitschrift „Environmental Research Letters“ erschienen ist:

Nach Ansicht des Speichel-Schreibers zeigt der Beitrag, dass ein Gasanschluss zur unsichtbaren Gefahr werden kann, dass Hunderttausende Haushalte in Deutschland durch Gas in akuter gesundheitlicher Gefahr sind, einer  „unsichtbaren Gefahr“ (hatten wir das nicht schon einmal) ausgesetzt sind, am Rande zur Krebserkrankung stehen, weil sie in Ihrem Haushalt karzinogenem Benzol ausgesetz seien. In 10% der von ihnen untersuchten Haushalte, so behauptet der Speichler, hätten die Forscher Werte von Benzol in der Raumluft gefunden, die den EU-Grenzwert um ein Vielfaches überschreiten.

Man muss diesem Schreiber zumindest viel Eifer, wenn es darum geht, Erdgas zu verteufeln, attestieren. Tatsächlich haben die Autoren geprüft, wie häufig sich bei AUSGESCHALTETEN GASHERDEN NICHT BEI GASANSCHLÜSSEN IM GENERELLEN in Europäischen Haushalten, die sie im Vereinigten Königreich, den Niederlanden und Italien gefunden haben, Leckagen finden, kleine Lecks, aus denen geringe Mengen Erdgas und im Huckepack, weil Teil von Erdgas, Benzol austritt.

Gefunden haben sie ein Leck in 10% der untersuchten Haushalte,  wie der Speichel-Schreiber behauptet, eine Zahl, die er umgehend auf Hunderttausende dramatisiert. Er ist eben ein ganz eifriger, so eifrig, dass es peinlich wird, denn die Ergebnisse, die Sparks et al. (2026) gerade aus ihrer „PILOTSTUDIE“ veröffentlicht haben, basieren in dem Teil, auf den sich der Speichel-Schreiber bezieht, auf 35 Gasherden in ebenso vielen Haushalten, davon hatten 3, in Worten DREI ein kleines Leck, das mit einfacher Wartung problemlos zu vermeiden wäre.

3 von 35 sind 8,57% nicht 10% und DREI sind mit Sicherheit nicht die Basis, auf der man wilde Hochrechnungen durchführen kann, wie es gerade im Speichel der Fall ist. Hat man indes die miese Agenda, Haushalte mit Gasanschluss madig machen, die dort Lebenden in Angst und Schrecken versetzen zu wollen, ob einer Gefahr (Benzol), die sich bei ordentlicher Wartung eines Gasherds überhaupt nicht einstellt und bei Betrieb eines Gasherds in „Luft“ auflöst, die „unsichtbar“ und „krebserregend“ sein soll, dann machen solche betrügerischen Schlagzeilen Sinn.

Mir ist es nach wie vor ein Rätsel wie solche Schreiber es mit sich aushalten …

Wie auch immer: Im Raum, in dem sich die untersuchten Gasherde befunden haben, konnten im Durchschnitt Benzolwerte von 0,04 ppbv nachgewiesen werden, das sind Parts per billion Volumen (Teil per Milliarde Volumen), in einer Milliarde Erdgas-Moleküle finden sich 0,04 Benzol-Moleküle „unsichtbarer Gefahr“. Ein Wert, der weit unter dem Grenzwert der EU (1,6 ppbv) für Benzol liegt.

Benzol ist in der Tat ein karzinogener Stoff, darüber scheinen sich die meisten Forscher einig zu sein, indes, ab welchem Grenzwert Benzol karzinogen wirkt, ist umstritten, 1.6 ppbv sicher ein sehr tief angesetzter Wert, und abgesehen davon, sind Konzentrationen von Benzol durch LÜFTEN reduzierbar…

„Across all the stoves tested and modeled, the median elevated indoor benzene concentration was 0.04 [95% CI: 0.006, 0.17] ppbv, well below the EU and WHO health benchmarks (see supplementary text for details on health benchmarks) [9, 22]. However, we identified three of the 35 (∼9%) European stoves tested with stove-off gas leakage rates of particular concern. In a typical ∼65 m2 apartment with city-median natural gas-benzene concentrations, leakage rates observed for these three stoves would be sufficient to raise indoor benzene levels several times above the EU annual limit value of 1.6 ppbv [22] (figure 5). While modeled benzene concentrations were highly sensitive to air exchange rates (figure 5; table S9), the highest  modeled indoor benzene enhancement was for a stove in London, where we estimated a 22 [95% CI: 14, 45] ppbv enhancement—over 13 times the annual EU limit value. Even in a scenario with moderate air exchange (i.e. windows open for four hours per day), we observe an enhancement of 3.5 [95% CI: 2.2, 7.1] ppbv.“ (Sparks et al., 2026).

Benzol ist nicht nur in (Haushalts-)Erdgas, Benzol findet sich im Rauch von Zigaretten, in den Dämpfen einer Zapfsäule, in Farben, Lacken, Kleber, Reiniger oder Druckfarben, zuweilen in Nahrungsmitteln, kurz: Benzol ist ein fester Bestandteil und ein massiv von der EU regulierter Bestandteil des menschlichen Lebens.

Übrigens finden sich in Erdgas aus den USA viel geringere Anteile von Benzol als in europäischem oder russischem Erdöl.

Sparks et al. (2026).

Ob der Speichel Werbung für US-amerikanisches Erdgas machen wollte und wir den Schreiber missverstanden haben?

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