Fast klingt es wie eine Erfolgsgeschichte: Die Inflation in Österreich liegt erstmals seit einem halben Jahr wieder unter vier Prozent.
Niedriger heißt nicht niedrig
3,8 Prozent im Dezember melden Statistik Austria und Medien, als wäre das ein Grund zur Erleichterung. Als müssten sich die Österreicher nun freuen, dass die Teuerung langsamer geworden ist. Doch diese Freude ist trügerisch.
Denn niedriger als zuvor heißt nicht niedrig. Es bedeutet nur, dass die Preise nicht mehr ganz so schnell steigen wie noch vor einigen Monaten. Für die Haushalte bleibt die Realität dieselbe: Monat für Monat müssen sie für die gleichen Produkte mehr bezahlen.
Benzin und Diesel dämpften Kaufkraftverlust
Der Rückgang der Inflationsrate hat vor allem mit billigeren Treibstoffpreisen zu tun. Benzin und Diesel wirkten zuletzt preisdämpfend. Gleichzeitig blieben andere Energiekosten hoch, allen voran Strom.
Insgesamt lagen die Energiepreise weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau.
Dinge täglichen Bedarfs immer teurer
Noch stärker fällt ins Gewicht, dass Dienstleistungen erneut der größte Preistreiber waren. Bei Gastronomie, Handwerkern oder persönlichen Dienstleistungen zogen die Preise weiter kräftig an. Auch bei Lebensmitteln sowie bei Tabak und Alkohol beschleunigte sich der Preisauftrieb. Das trifft besonders jene, die einen großen Teil ihres Einkommens für den täglichen Bedarf ausgeben müssen.
Österreich bleibt Problemfall
Während sich die Teuerung hierzulande nur langsam abschwächt, liegt sie in anderen Ländern der Eurozone deutlich niedriger.
In der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich blieb die Inflation klar unter dem von der Europäischen Zentralbank angestrebten Zielwert von zwei Prozent. Österreich hingegen zählt weiterhin zu den Ländern mit besonders hoher Teuerung.
Kritik an Regierungspolitik
Scharfe Kritik daran kommt von der freiheitlichen Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm:
Leider beginnt auch das Jahr 2026 für die österreichische Bevölkerung mit einer schlechten Nachricht: Der Kaufkraftverlust geht weiter und bleibt weit über dem Niveau Deutschlands und dem EU-Schnitt.
Die aktuellen Inflationszahlen seien ein Warnsignal.
Falsche Energie- und Klimapolitik
Kolm sieht die Ursachen vor allem in der Energie- und Klimapolitik der Bundesregierung:
Die hohe Inflation ist die Konsequenz der völlig falschen Klima- und Energiepolitik von ÖVP, SPÖ und Neos.
Ihrer Ansicht nach wäre Energie in Österreich deutlich billiger möglich, wenn nationale Sonderwege und zusätzliche Belastungen beendet würden.
Energie als Schlüsselproblem
In anderen Ländern wurde die Inflation zuletzt vor allem durch sinkende Energiepreise gebremst. In Österreich hingegen wirken Energie und klimapolitische Vorgaben weiterhin als Kostentreiber.
Laut Kolm habe sich Österreich mit zusätzlichen Abgaben und ambitionierten nationalen Zielen selbst einen Wettbewerbsnachteil geschaffen, der Preise nach oben treibt und die Kaufkraft schwächt.
Forderung nach Kurswechsel
Die Freiheitlichen fordern eine deutliche Entschärfung der Klimaziele, das Ende zusätzlicher CO2-Belastungen und Entlastungen für Industrie und Haushalte.
Ob die angekündigte Regierungsklausur tatsächlich wirksame Maßnahmen gegen die Inflation bringt, bezweifelt Kolm offen. Sie rechnet eher mit einer PR-Show als mit einem echten wirtschaftspolitischen Kurswechsel.
Am Ende bleibt Belastung
So sehr sinkende Inflationsraten in Schlagzeilen gefeiert werden: Für die Menschen im Land ändert sich nur wenig. Die Preise sind hoch und steigen weiter. Die Teuerung mag langsamer geworden sein, billiger wird das Leben dadurch nicht.