“Heute Abend freue ich mich, sagen zu können, dass diese zentralen strategischen Ziele kurz vor der Vollendung stehen“, sagte Trump am Mittwochabend in einer Ansprache an die Nation. In den vergangenen Wochen hätten die US-Streitkräfte „schnelle, entschlossene und überwältigende Siege auf dem Schlachtfeld“ errungen.
Trump kündigte weiter an, die US-Armee werde den Iran „in den nächsten zwei bis drei Wochen extrem hart treffen“. Er fügte hinzu: „Wir werden sie in die Steinzeit zurückversetzen, wo sie hingehören.“ In der Zwischenzeit gingen die Gespräche weiter, betonte er und drohte erneut mit Angriffen auf iranische Energieanlagen.
Trump legte von Anfang an die Ziele der Operation „Epic Fury” fest: die Zerstörung der iranischen ballistischen Raketensysteme und Produktionsanlagen, die Neutralisierung der iranischen Marine, die Unterbrechung der Unterstützung terroristischer Stellvertreter sowie die Verhinderung des Erwerbs von Atomwaffen durch den Iran.
Länder, die Öl über die Straße von Hormus beziehen, forderte Trump zudem erneut auf, “Mut“ zu zeigen und die wichtige Meerenge zu sichern. „Nehmt sie euch einfach, schützt sie, nutzt sie für euch selbst“, sagte Trump mit Blick auf die Straße von Hormus.
Den Verbündeten der USA in der Golfregion sicherte der US-Präsident derweil die Unterstützung seines Landes zu. „Wir werden nicht zulassen, dass ihnen in irgendeiner Weise Schaden zugefügt wird oder sie scheitern“, sagte Trump und nannte dabei Israel, Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Bahrain.
Innerhalb von zwei bis drei Wochen
Die um 21 Uhr Ostküstenzeit ausgestrahlte Rede erfolgte zu einem kritischen Zeitpunkt, da der Konflikt im Nahen Osten bereits in den zweiten Monat geht.
Am 31. März erklärte Trump, die US-Streitkräfte könnten den Konflikt mit dem Iran innerhalb von zwei bis drei Wochen beenden. Er fügte hinzu, dass die USA den Konflikt beenden könnten, ohne alle iranischen Bedrohungen in der Straße von Hormus zu beseitigen. Andere Länder sollten ihrer Meinung nach ihren eigenen Handelsinteressen in der Wasserstraße verteidigen.
„Das ist nichts für uns. Das ist Sache Frankreichs. Das ist Sache dessen, der die Meerenge benutzt“, sagte er Reportern.
Anleger werteten seine Aussagen als positives Zeichen für ein baldiges Kriegsende. Am 1. April legten die Aktienkurse zu, während die Ölpreise nachgaben. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 200 Punkte. Die US-amerikanischen WTI-Futures, ein wichtiger Indikator für nordamerikanisches Rohöl, fielen hingegen um 1,24 Prozent auf 100,12 US-Dollar pro Barrel.
Seit Beginn der Militärkampagne haben die US-Streitkräfte mehr als 11.000 Ziele angegriffen.
Stunden vor seiner Ansprache schrieb Trump auf Truth Social, der iranische Präsident Masoud Pezeshkian wolle zwar ein Waffenstillstandsabkommen, werde dies aber erst in Erwägung ziehen, wenn die Pattsituation in der Straße von Hormus beigelegt sei.
Trump schrieb: „Der neue iranische Präsident, der weit weniger radikalisiert und viel intelligenter ist als seine Vorgänger, hat die Vereinigten Staaten von Amerika um einen Waffenstillstand gebeten!“
„Wir werden darüber nachdenken, sobald die Straße von Hormus offen, frei und unbeschränkt ist. Bis dahin werden wir den Iran in die Bedeutungslosigkeit sprengen oder, wie man so schön sagt, zurück in die Steinzeit werfen!“
Rubio: “Ein unerträgliches Risiko“
Auch Außenminister Marco Rubio veröffentlichte am 1. April eine Videobotschaft, in der er die Gründe für den Krieg seines Landes mit dem Iran darlegte.
„Wir standen kurz davor, dass der Iran über so viele Raketen und Drohnen verfügt, dass niemand mehr etwas gegen sein Atomwaffenprogramm unternehmen könnte. Das war ein unerträgliches Risiko“, sagte Rubio.
„Dies war unsere letzte und beste Chance, diese konventionelle Bedrohung, diesen konventionellen Schutzschild, den sie aufzubauen versuchten, zu beseitigen. Der Präsident hat die richtige Entscheidung getroffen, ihn auszulöschen.“
Trump hielt seine Rede inmitten wachsender Besorgnis über steigende Treibstoffpreise im Inland. Irans Drohung, die Straße von Hormus zu blockieren, löste Schockwellen in den globalen Lieferketten aus.
Laut dem amerikanischen Automobilclub AAA liegt der nationale Durchschnittspreis für eine Gallone Normalbenzin aktuell bei 4,06 Dollar und ist damit über einen Dollar teurer als noch vor einem Monat.