In Kürze:

  • USA prüfen den Kauf Grönlands – Bestätigung aus dem Weißen Haus
  • Trump-Regierung sieht strategische und sicherheitspolitische Vorteile
  • Diplomatie hat Vorrang, militärische Optionen werden nicht ausgeschlossen

 

US-Präsident Donald Trump und dessen Regierungsteam arbeiten an einem Angebot der USA, um die zu Dänemark gehörende Insel Grönland zu kaufen. Dies bestätigte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Mittwoch, 7. Januar, gegenüber Reportern. Der Präsident und sein Team für die nationale Sicherheit würden das Thema „derzeit aktiv diskutieren“.

Rubio will nächste Woche mit dänischen Politikern über Grönland sprechen

Während der ersten Pressekonferenz des Weißen Hauses im neuen Jahr wies Leavitt auf die geopolitische Bedeutung hin, die Grönland habe. Neben den zahlreichen Bodenschätzen, für deren Bergung es der Insel selbst an Mitteln und Investitionen fehle, gehe es um die Sicherheit. Es liege im besten Interesse der USA, mögliche „russische und chinesische Aggressionen in der Arktis“ zu verhindern. Auch deshalb werde intensiv über ein mögliches Angebot gesprochen.

US-Außenminister Marco Rubio werde in der kommenden Woche mit dänischen Regierungsvertretern sprechen. Leavitt betonte, eine Zugehörigkeit Grönlands zu den USA würde nicht nur diesen mehr Kontrolle über die Arktis geben. Die Ambitionen Trumps stünden auch im Einklang mit seiner Agenda zur Sicherung der westlichen Hemisphäre.

Die Regierung Grönlands nimmt nach eigenen Angaben an den geplanten Gesprächen zwischen den USA und Dänemark teil.

Die Angliederung Grönlands an die USA hätte für alle Beteiligten auch noch weitere Vorteile, so Leavitt.

Über welche möglichen Ansätze zur Übernahme man sprechen wolle, wolle man jedoch nicht offen kommunizieren. Es sei der Fehler vieler früherer Regierungen gewesen, bestimmte Maßnahmen von vornherein auszuschließen. Damit habe man die eigene Strategie „im Grunde nicht nur unseren Verbündeten, sondern vor allem auch unseren Gegnern gegenüber offen dargelegt“.

Leavitt: Diplomatie für Trump immer erste Priorität

Dies sei nicht die Strategie Trumps. Entsprechend halte man sich in Washington alle Optionen offen, notfalls auch militärische, betonte Leavitt. Dies sei jedoch nicht die Priorität des Präsidenten:

„Für Präsident Trump stehen immer alle Optionen zur Debatte, wenn er prüft, was im besten Interesse der Vereinigten Staaten ist. Aber ich möchte nur sagen, dass die erste Option des Präsidenten immer die Diplomatie war.“

Entsprechend sei die militärische Übernahme nur möglich, wenn diplomatische Lösungen scheiterten.

Am Dienstag, 6. Januar, gaben die Außenminister von Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden eine gemeinsame Erklärung ab. Darin bekannten sich die skandinavischen Länder zur Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit den USA, um die Sicherheit in der Region zu gewährleisten. Gleichzeitig wiesen sie jedwede Versuche zurück, die Insel mit Gewalt zu erobern, zurück:

„Die Sicherheit in der Arktis beruht auf der Achtung der Grundprinzipien der UN-Charta und des Völkerrechts, einschließlich der Unverletzlichkeit der Grenzen.“

Seit dem 19. Jahrhundert Wunsch der USA

Dänemark hatte Grönland um etwa 1721 kolonialisiert und seit 1751 die Kontrolle darüber ausgeübt. Seit Anfang der 1990er-Jahre genießt die Insel weitgehende Autonomie. Zuvor hatten Bewohner von Grönland jedoch teilweise eingeschränkte Bürgerrechte. Erst im Vorjahr entschuldigte sich die dänische Regierung offiziell für Praktiken wie Zwangsassimilation und die Zwangssterilisation von Frauen auf der lediglich 60.000 Einwohner zählenden Insel.

Die Sprecherin des Weißen Hauses betonte auch, dass das Interesse der USA an der Übernahme von Grönland schon seit dem 19. Jahrhundert auf der Agenda Washingtons stehe. Schon im Jahr 1868 habe ein Bericht des Außenministeriums den Kauf der Insel „aus politischen und kommerziellen Gründen“ nahegelegt. Dieser enthielt unter anderem den Verweis auf den „großen Mineralreichtum“ der Insel.

Außenminister William Seward habe diesen Bericht damals persönlich genehmigt. Die Rede war von „riesigen Fischgründen und ausgedehnten Küsten“. Dazu kämen zahlreiche Häfen und reichlich vorhandene Kohlevorkommen. Die USA hatten ein Jahr zuvor Alaska von Russland erworben.

Auch Truman und Eisenhower betrachteten Grönland als Sicherheitsfrage

Unter der Führung von Präsident Harry Truman schlug Außenminister James Byrnes 1946 vor, Grönland für 100 Millionen US-Dollar in Gold zu kaufen. Auch die Regierung unter Präsident Dwight D. Eisenhower betrachtete den Erwerb der Insel als Priorität der nationalen Sicherheit.

Dänemark sperrte sich gegen das Vorhaben. Allerdings unterzeichneten beide Länder 1951 einen später verlängerten und ausgebauten Vertrag. Diese erlaubte den USA im Gegenzug für Verteidigungsleistungen die Einrichtung und den Betrieb von Militärstützpunkten.



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