Von Kai Rebmann

Die Vorwürfe sind nicht ganz neu, doch selten zuvor wurden sie derart massiv geäußert wie jetzt – und dabei so gut durch Fakten unterlegt. Seit mindestens zehn Jahren soll die EU eine Kampagne zur systematischen Unterbindung von Meinungsfreiheit und Demokratie in Europa fahren. Der Instrumentenkasten reicht dabei von der Ausblendung simpler biologischer Fakten über Zensur sozialer Medien bis hin zur Einmischung in Wahlen in mindestens sechs Ländern, unter anderem in für den Fortbestand der EU existenziell wichtigen Staaten.

Zunächst sei „erfolgreich Druck auf Social-Media-Plattformen ausgeübt“ worden, „um wahre Informationen in den Vereinigten Staaten zu zensieren.“ Dann habe es „gezielte Zensur von politischen Inhalten in den USA“ gegeben. Und schließlich sei sich „in Wahlen in ganz Europa eingemischt“ worden.

Diese Aussagen bilden das Fundament eines aktuellen Reports des Justizausschusses im US-Repräsentantenhaus, der innerhalb des Weißen Hauses aber offenbar schon länger kursiert. So ist dann wohl auch die Brandrede von US-Vizepräsident J.D. Vance aus dem vergangenen Jahr zu erklären, in der dieser die Zustände in Europa – und insbesondere auch Deutschland – in Bezug auf Meinungsfreiheit und Demokratie auf das Schärfste kritisierte.