Im Konflikt mit Iran hat Israel rund eine Woche nach Kriegsbeginn erstmals ein Öllager in Teheran bombardiert. Zudem führten israelische Streitkräfte in der Nacht nach eigenen Angaben in Libanons Hauptstadt Beirut einen Angriff auf Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden durch.

Als Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Militärschläge setzte Teheran seine Angriffe fort gegen arabische Staaten, in denen es US-Militärstützpunkte gibt.

Die Bundesregierung brachte unterdessen das Personal der deutschen Botschaft in Teheran nach den schweren Angriffen der USA und Israels vorübergehend im Ausland in Sicherheit.

Alle Entwicklungen im Nahen Osten vom 8. März im Liveticker:

 

Vereinigte Arabische Emirate greifen Entsalzungsanlage im Iran an

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben eine Entsalzungsanlage im Iran angegriffen. Dies teilten hochrangige politische Beamte gegenüber dem Epoch Magazine Israel mit. Sie vermuten, dass dies ein erstes Warnsignal nach iranischen Angriffen auf deren Territorium ist.

Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Arabischen Emirate gab bekannt, dass seit Beginn der iranischen Angriffe auf das Land vier Menschen getötet und 112 weitere verletzt wurden.

In der Mitteilung hieß es, dass heute 17 ballistische Raketen identifiziert wurden, von denen 16 abgefangen wurden. Außerdem wurden 117 Drohnen identifiziert, von denen 113 abgefangen wurden und vier weitere ins Meer gestürzt waren.

Nach Druck auf Hisbollah: 117 Iraner aus Beirut ausgeflogen

Nach einer weiteren Verschärfung der Maßnahmen gegen die vom Iran finanzierte Hisbollah durch den Libanon haben nach Regierungsangaben mehr als hundert iranische Staatsbürger Beirut verlassen – darunter Diplomaten.

In der Nacht zum Sonntag seien „insgesamt 117 Iraner, darunter Diplomaten und Botschaftsangehörige, mit einer russischen Maschine aus Beirut ausgeflogen“ worden, hieß es aus libanesischen Regierungskreisen.

Libanons Regierung hatte am Donnerstag jegliche Aktivität der iranischen Revolutionsgarden verboten und eine Visumspflicht für einreisende iranische Staatsbürger verhängt, um den Druck auf die Hisbollah zu erhöhen.

Iranische Staatsmedien melden Wahl von Chamenei-Nachfolger – Namen nicht genannt

Der Expertenrat des Iran hat offenbar einen Nachfolger für den vor einer Woche getöteten Obersten Führer Ali Chamenei gewählt. Das berichten die iranischen Nachrichtenagenturen Mehr und Isna am Sonntag.

Demnach sollen die Wahlen bereits abgehalten worden sein und ein Ergebnis feststehen. Jetzt hänge alles vom Leiter des Sekretariats der Expertenversammlung, Hosseini Bushehri, ab, der derzeit für die öffentliche Bekanntgabe der Entscheidung zuständig sei, hieß es.

Der Name des neuen geistlichen Oberhaupts der Islamischen Republik wurde am Sonntag zunächst offiziell nicht bekannt gegeben. Ein Mitglied des Expertenrats deutete  jedoch an, dass die Wahl auf Chameneis Sohn Modschtaba Chamenei gefallen sei.

Der 88-köpfige Expertenrat hat im Iran die Aufgabe, den Obersten Führer zu wählen und zu überwachen.

Nach Angriffen auf Erdöllager: Benzinlieferungen in Teheran unterbrochen

Nach den von Israel und den USA geflogenen Luftangriffen auf Erdöllager im Iran wird nach offiziellen Angaben in der Hauptstadt Teheran vorläufig kein Benzin mehr ausgeliefert.

„Aufgrund von Schäden am Treibstoffversorgungsnetz wurde die Verteilung vorübergehend unterbrochen“, erklärte der Teheraner Regionalgouverneur Mohammad Sadegh Motamedian nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna am Sonntag. Er fügte hinzu: „Das Problem wird gerade gelöst.“

Vier Öllager und eine „Einrichtung zum Transport von Erdölerzeugnissen“ waren den Angaben zufolge in und nahe der Hauptstadt getroffen worden.

Rauchwolken steigen nach Luftangriffen auf Öldepots am 8. März 2026 in Teheran, Iran, auf.

Foto: Majid Saeedi/Getty Images

Zudem sind mindestens vier Menschen getötet worden. Darunter seien zwei Fahrer, sagte der Leiter der nationalen Mineralöl-Vertriebsgesellschaft, Keramat Wejskarami, am Sonntag im Staatsfernsehen. Die getroffenen Einrichtungen seien beschädigt, die Flammen seien jedoch unter Kontrolle gebracht worden.

Trump schließt Bodentruppen für Sicherstellung angereicherten Urans nicht aus

US-Präsident Donald Trump schließt nach eigener Aussage nicht aus, Bodentruppen in den Iran zu entsenden, um das angereicherte Uran der Islamischen Republik sicherzustellen. „Vielleicht werden wir das irgendwann machen“, sagte er Journalisten am Samstag an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One. „Das wäre eine tolle Sache.“ Trump äußerte sich mit Blick auf das iranische Atomprogramm, dessen Bekämpfung die USA zu einem ihrer Kriegsziele erklärt haben.

Bodentruppen könnten „möglicherweise“ eingesetzt werden, sagte Trump, fügte aber an, hierfür müsse es einen „sehr guten Grund“ geben. Zu den iranischen Streitkräften sagte er, bei einem Einsatz würden diese „so geschwächt, dass sie auf Bodenebene nicht mehr kämpfen könnten“.

Einigen Kritikern des laufenden US-israelischen Krieges zufolge reichen Luftangriffe nicht aus, um den Iran dauerhaft von der Entwicklung einer Atombombe abzuhalten.

Chamenei-Nachfolge: Iran debattiert über Verfahren

In einem heute morgen veröffentlichten Video sagte Ayatollah Mohammad Mahdi Mirbakari, dass eine Mehrheit hinsichtlich der Nachfolge von Ali Chamenei im Amt des Obersten Führers erreicht sei. Mirbakari ist Mitglied der Expertenversammlung, die für die Wahl des Obersten Führers des Landes zuständig ist. Es gebe aber noch „mehrere Hindernisse“, die gelöst werden müssten.

Laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur „Mehr“ besteht eines der Hindernisse in einer Verfahrensdebatte darüber, ob die Entscheidung in einer physischen Sitzung getroffen werden muss oder ob eine Entscheidung auch ohne dieses formale Verfahren getroffen werden kann.

Der Sprecher der israelischen Streitkräfte (IDF) richtete in arabischer Sprache eine Warnung an das iranische Regime bezüglich der Ernennung eines Nachfolgers: „Nach der Ermordung des Diktators Chamenei versucht das iranische Terrorregime, sich neu zu organisieren und einen neuen Obersten Führer zu wählen. Die iranische Expertenversammlung, die seit vierzig Jahren nicht mehr getagt hat, wird voraussichtlich bald in der Stadt Qom zusammentreten.“

„Ich möchte betonen, dass der lange Arm des Staates Israel den Thronfolger und jeden, der versucht, ihn zu ernennen, weiterhin verfolgen wird. Wir warnen alle, die planen, an der Sitzung zur Auswahl des Thronfolgers teilzunehmen: Wir werden nicht zögern, auch Ihnen Schaden zuzufügen.“

Wasserentsalzungsanlage in Bahrain beschädigt

In Bahrain beschädigte ein Drohnenangriff eine Wasserentsalzungsanlage. Dies gab das bahrainische Innenministerium heute Morgen in einem Beitrag auf X bekannt. „Der iranische Angriff traf wahllos zivile Ziele“, heißt es weiter.

Es ist anzumerken, dass die Golfstaaten auf Entsalzungsanlagen angewiesen sind, um ihre Bevölkerung mit Wasser zu versorgen. Das bahrainische Innenministerium berichtete außerdem, dass drei Personen verletzt und ein Universitätsgebäude in der Stadt Muharraq beschädigt wurde.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den Revolutionsgarden nahesteht, verbreitete eine Karte, die die Lage von Bahrains Entsalzungsanlagen zeigt. Dabei merkte die Agentur an, dass das Land etwa 60 Prozent seines Trinkwassers aus diesen Anlagen gewinne.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hatte den USA am Samstag vorgeworfen, eine Entsalzungsanlage auf der in der Straße von Hormus gelegenen Insel Qeschm angegriffen zu haben. Die Wasserversorgung von 30 Dörfern sei beeinträchtigt, schrieb er auf der Plattform X. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Ein Angriff auf die Infrastruktur des Irans sei ein „gefährlicher Schritt mit schwerwiegenden Folgen“, schrieb Araghtschi.

Erneute Angriffe Golfstaaten

Das Verteidigungsministerium von Katar teilte mit, dass der Iran das Land am Samstag mit zehn ballistischen Raketen und zwei Marschflugkörpern angegriffen habe. Diese seien jedoch größtenteils abgefangen worden, es habe keine Opfer gegeben.

Das saudiarabische Verteidigungsministerium erklärte, es habe 15 Drohnen abgefangen und zerstört, die in den Luftraum des Königreichs eingedrungen waren. In der Hauptstadt Riad sei das Diplomatenviertel angegriffen worden.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate gerieten nach Behördenangaben erneut unter Beschuss. Die Luftabwehr des Landes reagiere derzeit auf einen Angriff mit Raketen und Drohnen, hieß es am Sonntag.

In der emiratischen Hauptstadt Dubai wurde Behördenangaben zufolge am Samstag ein Mann getötet, als Trümmer eines von der Luftabwehr abgefangenen Geschosses auf sein Fahrzeug fielen.

Luftalarm in weiten Teilen Israels

Der Iran hat Israel am Sonntag erneut mit Raketen attackiert. Der israelischen Armee zufolge reagierte die Luftabwehr im Land am Sonntagmorgen auf mindestens vier Angriffswellen binnen fünf Stunden. In weiten Teilen des Landes wurde Luftalarm ausgelöst, unter anderem in den Großstädten Tel Aviv, Haifa und Beerscheba.

Auch in den Grenzregionen zum Libanon im Norden des Landes ertönte Luftalarm.

Die Bürger wurden nach Armeeangaben aufgerufen, sich in Schutzräume oder Bunker zu begeben. Später wurde der Luftalarm wieder aufgehoben. Israelischen Medienberichten zufolge wurden die meisten der vom Iran abgefeuerten Raketen abgefangen.

Revolutionsgarden: Iran kann „intensiven Krieg“ sechs Monate lang fortsetzen

Der Iran kann nach Angaben der Revolutionsgarden noch mindestens sechs Monate lang einen „intensiven“ Krieg gegen die USA und Israel führen. „Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran sind in der Lage, einen intensiven Krieg mit dem derzeitigen Tempo mindestens sechs Monate lang fortzusetzen“, erklärte Revolutionsgarden-Sprecher Ali Mohammad Naini laut Berichten der Nachrichtenagentur Fars am Sonntag.

Trump erweist gefallene Soldaten die letzte Ehre

Trump nahm an der Überführung der sechs im Iran-Krieg getöteten US-Soldaten teil. Er reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover im US-Bundesstaat Delaware, wo er auch auf die Familien der Gefallenen traf. Die Soldaten waren nach US-Angaben in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden.

Treibstofftanks am Flughafen Kuwait von Drohnen getroffen

Die Golfstaaten Kuwait, Katar und Saudi-Arabien haben am Sonntag erneut Angriffe mit Raketen und Drohnen gemeldet. Am internationalen Flughafen Kuwaits seien Treibstofftanks mit Drohnen angegriffen worden. Es handele sich um einen „direkten Angriff auf lebenswichtige Infrastruktur“, erklärte die Armee des Landes.

Kuwait ist erneut zum Ziel von Angriffen geworden. (Archivbild)

Kuwait ist erneut zum Ziel von Angriffen geworden. (Archivbild)

In einer separaten Erklärung teilte das Militär mit, dass beim Abfangen der Drohnen „einige zivile Einrichtungen durch herabfallende Trümmer und Bruchstücke“ beschädigt worden seien. Die nationale Ölgesellschaft Kuwaits verkündete eine „vorsorgliche“ Drosselung ihrer Ölproduktion.

Israelische Luftwaffe greift iranische Treibstoffanlagen an

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) haben nach eigenen Angaben mehrere Treibstoffanlagen in Iran angegriffen. Die Luftwaffe Israels (IAF) habe auf Grundlage von Geheimdienstinformationen des Militärs die Komplexe getroffen, in denen der Iran Treibstoff an verschiedene militärische Einrichtungen verteilt. Der Angriff soll die militärische Infrastruktur des iranischen Regimes erheblich geschwächt haben, heißt es in einem X-Post der IDF.

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Trump spricht sich gegen Offensive der Kurden im Iran aus

US-Präsident Donald Trump hat eine Offensive der Kurden gegen den Iran abgelehnt. „Ich möchte nicht, dass die Kurden dorthin gehen“, sagte der US-Präsident am Samstag an Bord seiner Präsidentenmaschine zu Journalisten. „Wir haben nicht vor, die Kurden dorthin zu schicken. Wir haben, wie Sie wissen, ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu den Kurden, aber wir möchten diesen Krieg nicht noch komplizierter machen, als er ohnehin schon ist“, fügte Trump hinzu.

Mit Material von Nachrichtenagenturen





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