Die USA, Pakistan und der Iran haben erste direkte Dreiergespräche miteinander geführt, wie ein hochrangiger Beamter aus dem Weißen Haus erklärte.

Die erste Gesprächsrunde dauerte etwas weniger als zwei Stunden. Die Gespräche gelten als schwierig, da weiterhin große Differenzen über zentrale Konfliktpunkte bestehen.

 

Die Entwicklungen im Nahen Osten vom 11. April:

 

Netanjahu: Wir haben Irans Atom- und Raketenprogramm zerstört

Israel hat laut Regierungschef Benjamin Netanjahu bei seinen Angriffen auf den Iran das Atom- und Raketenprogramm des Landes zerstört. „Es ist uns gelungen, Irans Atomprogramm und sein Raketenprogramm zu zerschlagen“, sagte Netanjahu am Abend in einer Fernsehansprache. Die iranische Führung kämpfe „um ihr Überleben“.

Der Krieg habe die iranische Führung und ihre regionalen Verbündeten geschwächt, sagte Netanjahu. „Sie drohten uns mit der Vernichtung – und jetzt kämpfen sie selbst um ihr Überleben.“

Der israelische Regierungschef gab zudem an, dass der Libanon „im vergangenen Monat mehrmals den Beginn direkter Friedensgespräche“ vorgeschlagen habe. „Ich habe meine Zustimmung gegeben, aber unter zwei Bedingungen: Wir wollen die Entwaffnung der Hisbollah. Und wir wollen ein echtes Friedensabkommen, das über Generationen Bestand hat.“

Verhandlungen in Pakistan auf Expertenebene

Es gibt keine offiziellen Information darüber, ob und wie lange die Verhandlungen von USA, Iran und Pakistan heute Abend fortgesetzt werden, schreibt „Al Jazeera“.

Gleichfalls ist unklar, ob sie am Sonntag fortgesetzt werden oder US-Vizepräsident Vance seinen Aufenthalt in Pakistan verlängert. Es wurde erwartet, dass sein Besuch weniger als 24 Stunden dauert. Die iranische Delegation beabsichtigte demnach, über Nacht im Serena Hotel, wo die Gespräche stattfinden, zu bleiben. Die Debatte sei noch im Gange.

Bisher gab es keine offiziellen Ergebnisse. Bekannt wurde, dass die Gespräche auf Expertenebene verlagert wurden, bei der sich spezialisierte Komitees zu wirtschaftlichen, militärischen, rechtlichen und nuklearen Themen treffen und „technische Details“ aushandeln sollen.

Neu an den Gesprächen ist, dass Washington und Teheran direkt und nicht nur über Vermittler miteinander verhandeln.

Iranische Medien: USA stellen „inakzeptable Forderungen“

Die USA haben laut iranischer Medien in den Verhandlungen „inakzeptable Forderungen“ gestellt.

„Die USA stellen exzessive Forderungen bezüglich der Straße von Hormus und haben auch in mehreren anderen Fragen inakzeptable Forderungen gestellt“, berichtete am Samstagabend die Nachrichtenagentur „Fars“. Auch die Nachrichtenagentur „Tasnim“ berichtete von „exzessiven Forderungen“ der USA, vor allem zur Straße von Hormus.

US-Präsident Donald Trump fordert die bedingungslose Freigabe der Meerenge, die der Iran weitgehend blockiert und vermint hat.

Katar nimmt morgen Seeschifffahrt wieder auf

Das Verkehrsministerium von Katar erklärt, dass die Seeschifffahrt „für alle Arten von Schiffen“ von 8 Bai 18 Uhr Ortszeit am Sonntag wieder aufgenommen wird. Das gelte auch für Fischereischiffe.

Sicherheitskräfte stehen Wache, während sich am 11. April 2026 vor dem Grand Serail, dem Regierungssitz in Beirut, Libanon, Demonstranten versammeln, um gegen die Entscheidung der Regierung zu protestieren, direkte Verhandlungen mit Israel aufzunehmen.

Foto: Nael Chaisen/Middle East Images/AFP via Getty Images

Papst appelliert: „Schluß mit dem Krieg“

Mit eindringlichen Worten hat Papst Leo XIV. angesichts der aktuellen Weltlage ein Ende von Kriegen gefordert. „Schluss mit dem Krieg!“, sagte er bei einem großen Friedensgebet im Petersdom.

An die Regierungen richtete der Papst einen direkten Appell: „Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!“, und forderte: „Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen die Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden!“

Die Welt erlebe derzeit eine dramatische Zuspitzung: Es gebe „anscheinend noch nicht genug Gräber, weil man weiter kreuzigt und Leben vernichtet, ohne Recht und ohne Gnade“, kritisierte Leo. Der Pontifex sprach von „Allmachtsfantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden“.

Mit scharfen Worten verurteilte er Machtstreben in Verbindung mit Gewalt: „Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!“ Wahre Stärke zeige sich „im Dienst am Leben“.

US-Kriegsschiffe durchqueren Straße von Hormus – Vorbereitungen für Minenräumung

Zwei Kriegsschiffe der US-Marine haben heute die Straße von Hormus durchquert. Es sollen Vorbereitungen dafür getroffen werden, dass die Seefahrtstraße von Minen geräumt werden könne, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando CENTCOM mit.

Die beiden Kriegsschiffe seien Teil einer „umfassenderen Mission, die sicherstellen soll, dass die Straße vollständig von den zuvor von den iranischen Revolutionsgarden verlegten Seeminen befreit wird“.

Das iranische Militär bestreitet, dass zwei US-Kriegsschiffe die Straße von Hormus befahren haben.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erklärt, sein Land habe mit dem „Prozess zur Freigabe der Straße von Hormus“ begonnen.

Im Onlinedienst Truth Social schrieb er: „Wir beginnen jetzt den Prozess, die Straße von Hormus freizuräumen, als Gefälligkeit für Länder auf der ganzen Welt, einschließlich China, Japan, Südkorea, Frankreich, Deutschland und viele andere.“ Trump fügte hinzu: „Unglaublicherweise haben sie nicht den Mut oder den Willen, die Arbeit selbst zu erledigen.“

Direkte Dreiergespräche von USA, Pakistan und Iran

Die USA, Pakistan und der Iran haben direkte Dreiergespräche miteinander geführt, wie ein hochrangiger Beamter aus dem Weißen Haus erklärte. Dies stellt eine Abkehr von der bisherigen Praxis dar, bei der die Vertreter Washingtons und Teherans in getrennten Räumen saßen und nur über einen Vermittler verhandelten.

Die erste Gesprächsrunde dauerte etwas weniger als zwei Stunden.

Journalisten am 11. April 2026 im Medienzentrum im Vorfeld der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad.

Journalisten am 11. April 2026 im Medienzentrum im Vorfeld der Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad.

Foto: Aamir Quershi/AFP via Getty Images

Laut dem Terrorexperten Shams ul Haq vor Ort laufen die Verhandlungen. Heute seien keine Ergebnisse zu erwarten.

Großbritannien legt Rückgabe-Plan für Chagos-Inseln wegen US-Kritik auf Eis

Die britische Regierung wird ihren Plan zur Rückgabe der strategisch wichtigen Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius wegen der scharfen Kritik von US-Präsident Donald Trump vorerst nicht weiter verfolgen.

Das teilte ein Regierungssprecher in London mit. Auf der größten der Inseln befindet sich der US-britische Militärstützpunkt Diego Garcia. Mauritius kündigte an, bei der Rückforderung der Inseln „keine Mühe zu scheuen“.

„Wir glauben weiterhin, dass das Abkommen der beste Weg ist, um die Zukunft der Militärbasis langfristig zu sichern, aber wir haben immer gesagt, dass wir das Abkommen nur weiter vorantreiben, wenn es die Unterstützung der USA hat“, erklärte der Sprecher. London stehe dazu weiter mit den USA und Mauritius im Gespräch.

Das Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln im Indischen Ozean war im Mai vergangenen Jahres vom britischen Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden. Es sieht vor, dass Großbritannien den etwa 2000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgibt. Für den dortigen US-britischen Militärstützpunkt wurde für den Zeitraum von hundert Jahren eine Pacht vereinbart.

Pakistan erklärt Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran für eröffnet

Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif hat die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad für eröffnet erklärt.

„Mit dem Beginn der Gespräche von Islamabad heute hat der Premierminister von Pakistan, Muhammad Shehbaz Sharif, ein Treffen mit Seiner Exzellenz JD Vance, dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, abgehalten“, teilte Sharifs Büro am Samstag mit. Zuvor hatte Sharif Medienberichten zufolge die iranische Delegation empfangen.

Das Büros Sharifs bekräftigte, dass Pakistan sich darauf „freut, seine Vermittlung für beide Seiten fortzusetzen, um Fortschritte hin zu einem nachhaltigen Frieden in der Region zu erzielen“.

Staatsmedien: Irans Delegation trifft vor Gesprächen mit USA Pakistans Regierungschef

Vor Beginn der Verhandlungen ist die iranische Delegation Medienberichten zufolge mit Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif zusammengekommen.

„Die Modalitäten für die Gespräche zwischen dem Iran und den USA werden am Ende dieses Treffens festgelegt“, berichtete das staatliche iranische Fernsehen.

Ein pakistanischer Beamter ist bei der Ankunft von US-Vizepräsident JD Vance zu Gesprächen mit iranischen Vertretern am 11. April 2026 in Islamabad, Pakistan, zu sehen.

Foto: Jacquelyn Martin – Pool/Getty Images

Fachleute zufolge hofft Teheran tatsächlich auf den Abschluss eines Abkommens. „Die Größe, der Rang und die Bandbreite der iranischen Delegation zeugen sowohl von Teherans Aufrichtigkeit in diesen Verhandlungen als auch von seinen Erwartungen“, sagte Trita Parsi vom Quincy Institute for Responsible Statecraft.

US-Vizepräsident Vance für Iran-Gespräche in Pakistan gelandet

US-Vizepräsident JD Vance ist zu den geplanten Verhandlungen über eine Beendigung des Irankriegs in Pakistan eingetroffen.

Das Flugzeug mit Vance an Bord landete am Vormittag auf dem Luftwaffenstützpunkt Nur Khan nahe der pakistanischen Hauptstadt Islamabad, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP.

Der US-Vizepräsident leitet eine Delegation, die unter Vermittlung Pakistans Verhandlungen mit Vertretern aus Teheran über eine dauerhafte Beilegung des seit Ende Februar andauernden Irankrieges führen soll.

Nach der Ankunft beider Delegationen forderte Pakistans Außenminister Ishaq Dar die USA und den Iran auf, sich an den Gesprächen „konstruktiv zu beteiligen“. Zugleich bekräftigte er „Pakistans Wunsch, die Parteien weiter dabei zu unterstützen, eine nachhaltige und dauerhafte Lösung des Konflikts zu erreichen“, wie sein Ministerium mitteilte.

US-Vizepräsident J.D. Vance trifft zu Gesprächen mit Vertretern des Iran in Islamabad ein.

US-Vizepräsident J.D. Vance trifft zu Gesprächen mit Vertretern des Iran in Islamabad ein.

Foto: Jacquelyn Martin/AP POOL/AP/dpa

Vance wurde vom pakistanischen Generalstabschef Asim Munir empfangen. Die beiden anderen Mitglieder der US-Delegation, der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner waren schon vor Vance in Islamabad eingetroffen.

Der US-Vizepräsident hatte sich vor seinem Abflug nach Pakistan gestern „optimistisch“ geäußert, dass es zu einer Einigung kommen werde. Gleichzeitig warnte er Teheran davor, „Spielchen zu spielen“.

Die iranische Delegation unter Leitung von Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf war in der Nacht in Islamabad eingetroffen und ebenfalls vom pakistanischen Generalstabschef Munir in Empfang genommen worden.

Israel: Waffenruhe mit Hisbollah bei Libanon-Gesprächen kein Thema

Israel will bei den für kommende Woche geplanten Gesprächen mit dem Libanon nicht über eine Waffenruhe mit der pro-iranischen Hisbollah-Miliz sprechen.

Der israelische Botschafter in Washington, Yechiel Leiter, erklärte gestern, Israel habe „formalen Friedensverhandlungen“ mit der libanesischen Regierung zugestimmt. Gleichzeitig lehne Israel Gespräche über eine Waffenruhe mit der „Terrororganisation Hisbollah“ ab, da diese weiterhin Israel angreife und das „Haupthindernis für Frieden zwischen beiden Ländern“ sei.

Israel und der Libanon, die keine diplomatischen Beziehungen unterhalten, wollen am Dienstag Gespräche im US-Außenministerium in Washington beginnen. Die israelische Regierung strebt nach eigenen Angaben Gespräche über eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Hisbollah-Miliz und über friedliche Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern an.

Das israelische Militär teilte am 11. April mit, es habe in den letzten 24 Stunden mehr als 200 Ziele der Hisbollah im Libanon angegriffen, darunter Raketenwerfer.

Das israelische Militär teilte am 11. April mit, es habe in den letzten 24 Stunden mehr als 200 Ziele der Hisbollah im Libanon angegriffen, darunter Raketenwerfer.

Foto: Kawnat Haju/AFP via Getty Images

Irans Delegation trifft zu Verhandlungen mit USA in Pakistan ein

Vor den am Wochenende geplanten Friedensgesprächen mit den USA ist die iranische Delegation in Pakistan eingetroffen. Wie der staatliche iranische Sender Irib gestern berichtete, trafen die von Parlamentschef Mohammad Bagher Ghalibaf angeführten Unterhändler in der Hauptstadt Islamabad ein.

Der ebenfalls der Delegation angehörende Außenminister Abbas Araghtschi bekräftigte unterdessen die Position Teherans, dass vor einem Beginn der Gespräche zunächst die „Vorbedingungen“ des Iran akzeptiert werden müssten – Parlamentschef Ghalibaf hatte im Vorfeld eine Waffenruhe auch im Libanon und die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte gefordert.

Wie aus Regierungskreisen verlautete, sollen sich die Gespräche in Islamabad auch um mehrere heikle Punkte drehen – darunter die Urananreichung durch den Iran und die Passage von Frachtschiffen durch die Straße von Hormus. Der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif sprach von „schwierigen“ Verhandlungen, die nun bevorstünden.

Im Vorfeld der Gespräche hatten beide Seiten zuletzt den Druck erhöht. Der US-Vizepräsident und designierte Verhandlungsführer JD Vance warnte Teheran am Freitag vor seiner Abreise davor, „Spielchen zu spielen“. US-Präsident Donald Trump drohte in einem Interview für den Fall eines Scheiterns der Gespräche mit erneuten Angriffen auf den Iran.

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf Verhandlungen mit den USA dementiert. (Archivbild)

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf Verhandlungen mit den USA dementiert. (Archivbild)

Foto: Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa

Vance will in Pakistan mit Iranern über Friedenslösung verhandeln

Ab Samstag wird eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance an der Spitze in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad mit Vertretern aus Teheran über eine dauerhafte Friedenslösung im Iran-Krieg verhandeln.

Vor seinem Abflug nach Pakistan am Freitag hatte Vance sich „optimistisch“ geäußert, dass es zu einer Einigung kommen werde. Gleichzeitig warnte er Teheran davor, „Spielchen zu spielen“.

Trump: Straße von Hormus wird „ziemlich bald“ geöffnet

US-Präsident Donald Trump geht nach eigenen Angaben von einer baldigen Öffnung der Straße von Hormus aus. „Wir werden den Golf mit oder ohne sie (die Iraner) öffnen“, sagte Trump am Freitag vor Journalisten.

„Ich denke, es wird ziemlich schnell passieren, und wenn nicht, werden wir es zu Ende bringen.“ Trump fügte hinzu: „Wir werden das ziemlich bald offen haben.“

Die strategisch wichtige Meerenge dürfte eines der zentralen Themen bei den für das Wochenende in Pakistan geplanten Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran werden. Trump verlangt von Teheran, die während des Iran-Kriegs blockierte Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr freizugeben.

Auf die Frage, was eine gute Vereinbarung mit dem Iran wäre, legte Trump den Schwerpunkt aber auf Atomwaffen. „Keine Atomwaffe“ für den Iran sei „99 Prozent“ der Angelegenheit. Der US-Präsident hat das iranische Atomprogramm als einen der Gründe für den Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar genannt.

Mit Material der Nachrichtenagenturen



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