Der Wal Moby Dick ist bis heute ein literarischer Mythos und lässt sich von Generation zu Generation neu lesen und interpretieren. Eine Ausstellung in Genua geht dem faszinierenden Phänomen auf den Grund


Unterschiedliche Ansichten: Marzia Miglioras „Paradossi dell’abbondanza #65“ (2025), Emilio Isgròs „Tail“ (2023)

Fotos: Courtesy Archivo Emilio Isgrò E M77, Giampaolo Cavalierie


Der alte Hafen von Genua war lange eine vernachlässigte, schaurig schmuddelige Angelegenheit. Bis zum Jahr 1992, als anlässlich des 500. Jahrestags der Entdeckung Amerikas durch den Genueser Cristoforo Colombo eine architektonische und kulturelle Wiedergeburt eingeleitet wurde.

Zwei Namen werden für immer damit verbunden sein: der Architekt Renzo Piano und Moby Dick, der weiße Wal aus dem Roman von Herman Melville, dem der Schauspieler und Regisseur Vittorio Gassman ein grandioses Theaterstück an ebendiesem Hafen (mit Bühnenbild von Renzo Piano) widmete. Genauer gesagt: Es ging bei Ulisse e la balena bianca um die Schwierigkeiten einer modernen Auseinandersetzung mit dem klassischen Stoff. Ein Unterfangen, das schon Orson Welles als Theater auf dem Theater radikaler angegangen hatte.

In der großen Moby-Dick-Ausstellung die im Palazzo Ducale in Genua derzeit Wissenschaftliches, Historisches und Künstlerisches zum Motiv des weißen Wals versammelt, sieht man Probenfotos von Gassmans Inszenierung: Ein großes Gesamtkunstwerk auf der Suche nach der Entschlüsselung eines Romans, der sich einst unter den Händen seines Autors von einer ozeanischen Abenteuergeschichte zur existenziellen Darstellung der Beziehung von Mensch und Natur ausweitete und der von Generation zu Generation neu gelesen, neu verstanden wird.

Die Frage bleibt: Wer oder was ist dieser weiße Wal, dem Kapitän Ahab mit solch rachsüchtiger Besessenheit um die Weltmeere folgt, bis er selbst mit ihm, in tödlicher Vereinigung, auf den Meeresgrund sinkt?

Der Wal als Metapher

Erzählt wird diese Geschichte von einem Kerl, der von uns verlangt, ihn Ishmael zu nennen, und der zu Beginn des Romans freimütig zu erkennen gibt, dass er auf See gegangen ist, um seinen Selbstmord-Impulsen zu entkommen. Am Ende ist er der Einzige, der die Jagd nach dem weißen Wal überlebt.

Man kann Moby Dick auf mehrfache Weise lesen: Als Geschichte eines potenziellen Selbstmörders, der durch die Begegnung mit dem Tier geheilt wird. Als Geschichte eines Mannes, der so aus Gottes Schöpfung gefallen ist, dass er im weißen Wal alles Böse der Natur sieht, das er vernichten muss. Oder als Geschichte des eher praktischen Steuermanns Starbuck, der Walfang als industrielles und technisches Unternehmen begreift.

Aber welche Geschichte würde Moby Dick selbst erzählen? Der Wal ist eines der Tiere, die zwischen Mythos und Realität die Fantasie beflügeln. Gefühle zwischen Ehrfurcht, Faszination und Angst, und jedes Zeitalter sieht es neu: Es ist das Ungeheuer aus dem Meer, das die Menschen bedroht, in der Antike, das Wundertier für das Zeitalter der Entdeckungen, die schwimmende Energiequelle für die Frühzeit des rücksichtslosen Kapitalismus und das natürliche Wunder, das es zu bewahren gilt, für die Welt, die ein ökologisches Gewissen entwickelt hat.

Aber auch in dieser Welt ist der Wal nicht nur ein bedrohtes Stück Natur, sondern immer noch die Metapher für ein Wesen, das keine Grenzen kennt, das sich mit seinem Gesang über endlose Meere hinweg verständigt, der poetische Nomade in einer Welt der Nationalismen, der militarisierten Grenzen und der sich nähernden Katastrophe für den Planeten.

Vom antiken Mythos bis zur zeitgenössischen Kunst

Im Wal bündelt sich das Mitleid, die Neugier (im Whale Watching, der touristischen halbzivilisierten Form der Waljagd), das biologische Interesse an dem gigantischen Säugetier der Meere, die Hoffnung – und die Schuld ihm gegenüber. Gestrandete Wale, in die Irre geleitet durch auch akustisch verschmutzte See, gehören zu den Katastrophenbildern unserer Tage, und kaum etwas Verwerflicheres kann man sich vorstellen als die willentliche Tötung eines Wals, die sich in der Geschichte stets als besonders grausam gezeigt hat.

Denn ein solches Tier findet so leicht keinen schnellen Tod. Von alledem und noch viel mehr künden die Exponate der Ausstellung, die vom antiken Mythos bis zur zeitgenössischen Kunst führt. Auf der Spur eines Tieres – oder eines Gespenstes.

Wir sehen, dass der Wal schon immer ein besonderes Beutetier der Menschen war, doch das große Jagen begann erst in der Neuzeit. Der Boom vor allem des amerikanischen Walfangs entwickelte sich im 19. Jahrhundert, als er ein einträgliches Geschäft vor allem durch das gewonnene Öl wurde.

Es ist eine der brutalsten Tötungsarten, den Wal mit Harpunen zu schwächen und seine Lunge zu treffen, bis er Blut speit und elend und qualvoll zugrunde geht. Das Zerlegen des Tieres wird dann an Bord wie in einer schwimmenden Fabrik in Hitze und Gestank vollzogen: Das Ende der Wale fällt mit dem Beginn der Industrialisierung zusammen. Ein Walfangschiff ist unter anderem eine brutale Abbildung der dazugehörigen Klassengesellschaft. Vor dem endgültigen Aussterben wurden die Wale nur durch die Entdeckung des Erdöls als lukrativerer Energiequelle gerettet.

Schwer dramatisch und poetisch heiter

Am Eingang des Palazzo Ducale erwartet uns ein Walskelett, was als Dimensionsmaßstab im Gedächtnis bleibt. Neben den Dokumenten, den Spuren des Wals in Wunderkammern und Bibliotheken beginnt eine künstlerische Auseinandersetzung: Manches erscheint wie ein Requiem für das Tier, das so viel größer ist als der Mensch. Aus seiner Eleganz und Stärke, seinen weiten Reisen, seiner Einsamkeit ist vielleicht ein Empfinden für das Ozeanische zu entwickeln.

Egal, ob man es mit enormem technischen Aufwand oder ein paar markanten Pinselstrichen, mit der Harpune im Felsblock oder mit einem Tanz der Meeresbewohner ausdrückt. Anderes nimmt direkten Bezug auf Melvilles Buch, und da gibt es nach viel Schwerem und Dramatischem auch die poetische Heiterkeit des Videos von Guy Ben-Ner, in dem der israelische Künstler zusammen mit seiner kleinen Tochter die Geschichte von Moby Dick in der heimischen Küche nachspielt.

Wieder anderes geht sehr spezifischen Fragen nach: Welche Bedeutung hat die Farbe Weiß in der Tierwelt zwischen dem Paradies der reinen Unschuld und der grausamen Rache der Natur, die sich unter anderem in einem bekannten Weißen Hai wiederholt? Paola Pivi zeigt in ihrer Vision von One Love eine Wiese, die voll von (friedlichen) weißen Tieren ist.

Ein Großteil der Exponate stammt aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza TBA21, jener Einrichtung in Madrid und Wien, die von Francesca Thyssen-Bornemisza 2002 zur Begegnung von Kunst und Wissenschaft bei der Erforschung der Ozeane gegründet wurde. Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt, dass es hier nicht nur um eine Revision einer Mythe geht, eine Inspiration für alles, was mit dem Wal assoziiert werden kann, sondern auch um eine implizite Aufforderung.

Der Ozean und seine Bewohner müssen vor der Gier des Menschen geschützt werden; die Menschen müssten vom Ozean und seinen Bewohnern lernen. Der weiße Wal wird hier noch einmal sichtbar als sein tragischer Wächter. Mit dem Wal stirbt die Welt; so wie sie sich mit dem Wal, in einer wundersamen Installation von Wu Tsang, ins Kosmische ausgeweitet haben könnte. Der Wal ist der große Reisende, der Nomade, auch der Flüchtende. Auch ins Unbekannte.

Das ozeanische Denken

Man versucht, mit den Mitteln der Kunst wie mit denen der Wissenschaft, „ozeanisch“ zu denken, und das ozeanische Gefühl kann in der Ausstellung immer wieder ergreifen, auf unterschiedlichste Art. Das reicht von Dokumenten aus der Geschichte des Walfangs über Bilder der Antike zur Vorstellung des Leviathans, die biblische Geschichte vom Jona im Maul des Wals bis hin zu Sammelbildern der Neuzeit. Holzschnitte zum Walfang in Japan, verzierte Harpunen, Bootsmodelle, aber auch Bibliotheken mit Walfang-Lektüre, und natürlich gibt es Ausgaben von Moby Dick zu sehen.

Dieses historische Material wird mit den Mitteln der Kunst aufgenommen und interpretiert, korrigiert und sogar karikiert. In einem Zentrum steht die vielleicht beeindruckendste Video-Installation von John Akomfrah, der auf drei großen Leinwänden die Bilder des Walfangs, des Kolonialismus und der Industrialisierung mit Aufnahmen wunderbarer Selbstorganisation der Natur im Meer und in der Luft zusammenbringt.

Neben solch grandiosen Beiträgen bestehen auch Werke der Arte Povera wie das von Emilio Isgrò, der durch das Ausstreichen von Wörtern in einem Text ein Bild erschafft; hier ist es das Bild vom Auftauchen und Verschwinden des weißen Wals im vergrößerten Buch von Herman Melville: Einfacher und poetischer kann man vom Leben hinter den Geschichten kaum berichten. Schließlich sieht man einen Stuhl, dessen Lehne die Schwanzflosse eines Wals imitiert, oder einen textilen Wal, der es sich auf einer Schaukel gemütlich macht. Man kann Moby Dick und seine Gespenster überall entdecken, im Kleinen wie im Großen.

Immer erzählt er seine Geschichte, über die wir verdammt noch mal nachdenken sollten, ehe es zuerst für ihn und dann auch für uns zu spät ist.

uf dem Theater radikaler angegangen hatte.In der großen Moby-Dick-Ausstellung die im Palazzo Ducale in Genua derzeit Wissenschaftliches, Historisches und Künstlerisches zum Motiv des weißen Wals versammelt, sieht man Probenfotos von Gassmans Inszenierung: Ein großes Gesamtkunstwerk auf der Suche nach der Entschlüsselung eines Romans, der sich einst unter den Händen seines Autors von einer ozeanischen Abenteuergeschichte zur existenziellen Darstellung der Beziehung von Mensch und Natur ausweitete und der von Generation zu Generation neu gelesen, neu verstanden wird.Die Frage bleibt: Wer oder was ist dieser weiße Wal, dem Kapitän Ahab mit solch rachsüchtiger Besessenheit um die Weltmeere folgt, bis er selbst mit ihm, in tödlicher Vereinigung, auf den Meeresgrund sinkt?Der Wal als MetapherErzählt wird diese Geschichte von einem Kerl, der von uns verlangt, ihn Ishmael zu nennen, und der zu Beginn des Romans freimütig zu erkennen gibt, dass er auf See gegangen ist, um seinen Selbstmord-Impulsen zu entkommen. Am Ende ist er der Einzige, der die Jagd nach dem weißen Wal überlebt.Man kann Moby Dick auf mehrfache Weise lesen: Als Geschichte eines potenziellen Selbstmörders, der durch die Begegnung mit dem Tier geheilt wird. Als Geschichte eines Mannes, der so aus Gottes Schöpfung gefallen ist, dass er im weißen Wal alles Böse der Natur sieht, das er vernichten muss. Oder als Geschichte des eher praktischen Steuermanns Starbuck, der Walfang als industrielles und technisches Unternehmen begreift.Aber welche Geschichte würde Moby Dick selbst erzählen? Der Wal ist eines der Tiere, die zwischen Mythos und Realität die Fantasie beflügeln. Gefühle zwischen Ehrfurcht, Faszination und Angst, und jedes Zeitalter sieht es neu: Es ist das Ungeheuer aus dem Meer, das die Menschen bedroht, in der Antike, das Wundertier für das Zeitalter der Entdeckungen, die schwimmende Energiequelle für die Frühzeit des rücksichtslosen Kapitalismus und das natürliche Wunder, das es zu bewahren gilt, für die Welt, die ein ökologisches Gewissen entwickelt hat.Aber auch in dieser Welt ist der Wal nicht nur ein bedrohtes Stück Natur, sondern immer noch die Metapher für ein Wesen, das keine Grenzen kennt, das sich mit seinem Gesang über endlose Meere hinweg verständigt, der poetische Nomade in einer Welt der Nationalismen, der militarisierten Grenzen und der sich nähernden Katastrophe für den Planeten.Vom antiken Mythos bis zur zeitgenössischen KunstIm Wal bündelt sich das Mitleid, die Neugier (im Whale Watching, der touristischen halbzivilisierten Form der Waljagd), das biologische Interesse an dem gigantischen Säugetier der Meere, die Hoffnung – und die Schuld ihm gegenüber. Gestrandete Wale, in die Irre geleitet durch auch akustisch verschmutzte See, gehören zu den Katastrophenbildern unserer Tage, und kaum etwas Verwerflicheres kann man sich vorstellen als die willentliche Tötung eines Wals, die sich in der Geschichte stets als besonders grausam gezeigt hat.Denn ein solches Tier findet so leicht keinen schnellen Tod. Von alledem und noch viel mehr künden die Exponate der Ausstellung, die vom antiken Mythos bis zur zeitgenössischen Kunst führt. Auf der Spur eines Tieres – oder eines Gespenstes.Wir sehen, dass der Wal schon immer ein besonderes Beutetier der Menschen war, doch das große Jagen begann erst in der Neuzeit. Der Boom vor allem des amerikanischen Walfangs entwickelte sich im 19. Jahrhundert, als er ein einträgliches Geschäft vor allem durch das gewonnene Öl wurde.Es ist eine der brutalsten Tötungsarten, den Wal mit Harpunen zu schwächen und seine Lunge zu treffen, bis er Blut speit und elend und qualvoll zugrunde geht. Das Zerlegen des Tieres wird dann an Bord wie in einer schwimmenden Fabrik in Hitze und Gestank vollzogen: Das Ende der Wale fällt mit dem Beginn der Industrialisierung zusammen. Ein Walfangschiff ist unter anderem eine brutale Abbildung der dazugehörigen Klassengesellschaft. Vor dem endgültigen Aussterben wurden die Wale nur durch die Entdeckung des Erdöls als lukrativerer Energiequelle gerettet.Schwer dramatisch und poetisch heiterAm Eingang des Palazzo Ducale erwartet uns ein Walskelett, was als Dimensionsmaßstab im Gedächtnis bleibt. Neben den Dokumenten, den Spuren des Wals in Wunderkammern und Bibliotheken beginnt eine künstlerische Auseinandersetzung: Manches erscheint wie ein Requiem für das Tier, das so viel größer ist als der Mensch. Aus seiner Eleganz und Stärke, seinen weiten Reisen, seiner Einsamkeit ist vielleicht ein Empfinden für das Ozeanische zu entwickeln.Egal, ob man es mit enormem technischen Aufwand oder ein paar markanten Pinselstrichen, mit der Harpune im Felsblock oder mit einem Tanz der Meeresbewohner ausdrückt. Anderes nimmt direkten Bezug auf Melvilles Buch, und da gibt es nach viel Schwerem und Dramatischem auch die poetische Heiterkeit des Videos von Guy Ben-Ner, in dem der israelische Künstler zusammen mit seiner kleinen Tochter die Geschichte von Moby Dick in der heimischen Küche nachspielt.Wieder anderes geht sehr spezifischen Fragen nach: Welche Bedeutung hat die Farbe Weiß in der Tierwelt zwischen dem Paradies der reinen Unschuld und der grausamen Rache der Natur, die sich unter anderem in einem bekannten Weißen Hai wiederholt? Paola Pivi zeigt in ihrer Vision von One Love eine Wiese, die voll von (friedlichen) weißen Tieren ist.Ein Großteil der Exponate stammt aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza TBA21, jener Einrichtung in Madrid und Wien, die von Francesca Thyssen-Bornemisza 2002 zur Begegnung von Kunst und Wissenschaft bei der Erforschung der Ozeane gegründet wurde. Ein Rundgang durch die Ausstellung zeigt, dass es hier nicht nur um eine Revision einer Mythe geht, eine Inspiration für alles, was mit dem Wal assoziiert werden kann, sondern auch um eine implizite Aufforderung.Der Ozean und seine Bewohner müssen vor der Gier des Menschen geschützt werden; die Menschen müssten vom Ozean und seinen Bewohnern lernen. Der weiße Wal wird hier noch einmal sichtbar als sein tragischer Wächter. Mit dem Wal stirbt die Welt; so wie sie sich mit dem Wal, in einer wundersamen Installation von Wu Tsang, ins Kosmische ausgeweitet haben könnte. Der Wal ist der große Reisende, der Nomade, auch der Flüchtende. Auch ins Unbekannte.Das ozeanische DenkenMan versucht, mit den Mitteln der Kunst wie mit denen der Wissenschaft, „ozeanisch“ zu denken, und das ozeanische Gefühl kann in der Ausstellung immer wieder ergreifen, auf unterschiedlichste Art. Das reicht von Dokumenten aus der Geschichte des Walfangs über Bilder der Antike zur Vorstellung des Leviathans, die biblische Geschichte vom Jona im Maul des Wals bis hin zu Sammelbildern der Neuzeit. Holzschnitte zum Walfang in Japan, verzierte Harpunen, Bootsmodelle, aber auch Bibliotheken mit Walfang-Lektüre, und natürlich gibt es Ausgaben von Moby Dick zu sehen.Dieses historische Material wird mit den Mitteln der Kunst aufgenommen und interpretiert, korrigiert und sogar karikiert. In einem Zentrum steht die vielleicht beeindruckendste Video-Installation von John Akomfrah, der auf drei großen Leinwänden die Bilder des Walfangs, des Kolonialismus und der Industrialisierung mit Aufnahmen wunderbarer Selbstorganisation der Natur im Meer und in der Luft zusammenbringt.Neben solch grandiosen Beiträgen bestehen auch Werke der Arte Povera wie das von Emilio Isgrò, der durch das Ausstreichen von Wörtern in einem Text ein Bild erschafft; hier ist es das Bild vom Auftauchen und Verschwinden des weißen Wals im vergrößerten Buch von Herman Melville: Einfacher und poetischer kann man vom Leben hinter den Geschichten kaum berichten. Schließlich sieht man einen Stuhl, dessen Lehne die Schwanzflosse eines Wals imitiert, oder einen textilen Wal, der es sich auf einer Schaukel gemütlich macht. Man kann Moby Dick und seine Gespenster überall entdecken, im Kleinen wie im Großen.Immer erzählt er seine Geschichte, über die wir verdammt noch mal nachdenken sollten, ehe es zuerst für ihn und dann auch für uns zu spät ist.



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