Es wirkt wie ein schlechter Film, eine Art „I am Legend“, der Held, von Vampiren umgeben, die sein Blut wollen, im Wettlauf zwischen Leben und Tod: Indes, „I am Keir“ spielt nicht in Cimarron Street, Gardena, California, im Jahre 1976. sondern 50 Jahre später in Downing Street No 10. Dort kämpft Sir Keir Starmer um sein politisches Überleben, und es wird immer einsamer um ihn herum, nicht nur wird es einsamer, die Vampire, die ihm metaphorisch gesprochen, an die „jugular vein“ wollen, werden immer zahlreicher und frecher.

Sie bringen sich mittlerweile alle in Stellung, um sich darum zu streiten, wer den Coup de Grace durchführen kann.

Keir Starmer, der eine große Zahl von katastrophalen Fehlentscheidungen zu verantworten hat (er hat Rentner ausgefroren, Landwirten den Krieg erklärt, keine einzige „Gang“ gesmashed und deshalb so viele Illegale in das UK gelassen, wie kein PM vor ihm, er beschädigt das britische Ansehen weltweit, verschenkt ein strategisch wichtiges Archipel und bezahl den Beschenkten noch dafür, dass er es nimmt, er kuschelt sich bei Xi Jinping an, genehmigt den Bau der größten Spionageanlage außerhalb von Chinas in London (offiziell der Neubau einer Botschaft), sein Kabinett ist ein Tollhaus voller Leute, die in Inkompetenz mit einander konkurrieren, und und und), wird ausgerechnet vom Dark Lord Mandelson zur Strecke gebracht. Die Ernennung von Mandelson, bekannter Freund eines Pädophilen und freigiebig darin, mit seinem „best pal Epstein“ Staatsgeheimnisse zu teilen, hat sich für Starmer als Sargnagel erwiesen.

Es geht nicht mehr weiter.
Er ist am Ende seiner Reise.
Die Frage ist nicht, ob, sondern wann er geht.
Die Wettodds sind für Wetten auf die laufende Woche am schlechtesten.

Am Sonntag hat „Mr Starmer“, Morgan McSweeeney, Ziehkind von Peter Mandelson und Stabschef von Keir Starmer, letztlich derjenige, der die Karriere von Sir Keir „gemacht“ hat, die Segel gestrichen und ist zurückgetreten, nicht ohne in seinem Rücktrittsschreiben eine deutliche Botschaft an Keir Starmer zu hinterlassen, die da lautet: Zeit auch für Dich, zu gehen:

“After careful reflection, I have decided to resign from the government. The decision to appoint Peter Mandelson was wrong. He has damaged our party, our country and trust in politics itself. When asked, I advised the Prime Minister to make that appointment and I take full responsibility for that advice.

In public life responsibility must be owned when it matters most, not just when it is most convenient. In the circumstances, the only honourable course is to step aside.

Nach sorgfäliger Überlegung habe ich entschieden, aus der Regierung zurückzutreten. Die Entscheidung, Peter Mandelson [als Botschafter in den USA] zu ernennen, war falsch. Er hat unsere Partei, unser Land und das Vertrauen in die Politik beschädigt. Als ich gefragt wurde, habe ich dem Prime Minister geraten, Mandelson zu ernennen, und dafür übernehme ich die volle Verantwortung.

Im öffentlichen Leben muss Verantwortung dann übernommen werden, wenn es am meisten darauf ankommt, nicht nur dann, wenn es gerade bequem ist. Unter den derzeitigen Umständen ist ein Rücktritt die einzige redliche Option, die offen steht.

Eine deutliche Aufforderung an Keir Starmer, seine Koffer zu packen und Number 10 vakant zu stellen.
Heute morgen hat nun Tim Allan, bis heute morgen Kommunikationschef von Keir Starmer, das Handtuch geworfen:

„I have decided to stand down to allow a new No 10 team to be built“ – Ich habe mich entschlossen zruückzutreten, damit ein neues Team in Number 10 geformt werden kann“.

Fragt sich, wer dieses neue Team formen wird.

Ob es Keir Starmer sein wird, ist mehr als fraglich. Indes, niemand kann ihn fragen, denn er ist „in hiding“, versteckt sich vor der Öffentilchkeit. Eine Ansprache zur Nation, die er für heute angekündigt hat, wurde kurzfristig aus dem Programm genommen. Vermutlich ist es Starmer zu Ohren gekommen, dass die meisten Briten erwarten, dass er die Gelegenheit nutzt, um seinen Rücktritt zu erklären …

Indes, die Frage, die sich nun stellt: Wer kommt nach Starmer?

Die Labour Party hat nicht wirklich Alternativen zu bieten.

Es gibt selbstverständlich Personen, die von sich der Ansicht sind, sie hätten das Zeuge, Keir Starmer zu beerben. Aber es gibt nicht allzuviele, die deren jeweilige Ansicht teilen.

Derzeit gibt es wohl fünf Bewerber, die sich vielleicht Hoffnungen machen können, Herrn Starmer zu beerben und wenn man diejenigen, die unter Labour-Mitgliedern am beliebtesten sind, betrachtet, dann kommt man von einem Schrecken in den nächsten. Um es für deutsche Leser einmal in den Kontext zu stellen, es ist als hätte man in Deutschland die Wahl zwischen Jan van Aken, Katrin Göring-Eckardt und Helge Lindh für das angeblich wichtigste Amt im Land, das des Bundeskanzlers.


Wenn Sie nicht wissen, was ein eye sore ist, dann können Sie auch Angela Rayner sagen.

Wes Streeting, einer der größten „Bewunderer“ von Lord Mandelson

Das sind drei der aussichtsreichen Kandidaten, die ergänzt werden, von Shabana Mahmood, zu wenig extrem links, um eine Chance zu haben und Andy Burnham, dem Bürgermeister von Greater Manchester, der mangels parlamentarischem Sitz eigentlich ausgefroren ist.

Bringen wir den Stand der Dinge, wie er sich für die Labour Party und in der Labour Party derzeit darstellt auf wenige Punkte:

  • 14 Jahre lang war die Labour Party Opposition – 18 Monate Regierung haben ausgereicht, um den inkompetenten Haufen implodieren zu lassen. Alle wissen, dass Starmer bald Geschichte sein wird und warten darauf, dass die Fronten bei einer der nächsten Kabinettsitzungen aufbrechen werden. Die Chancen, dass Starmer die Woche überlebt stehen 50:50.
  • Dass Starmer McSweeney geopfert hat, um sich selbst noch für kurze Zeit an seinen Schreibtisch in No. 10 klammern zu können, ist für viele überraschend, zumal gestern Morgen Labour Abgeordnete durch die Sonntags-Talkshows getingelt sind, um einen Rücktritt von McSweeney als undenkbar zu bezeichnen. Wenige Stunden später war McSweeney Geschichte.
  • Ohne McSweeney, so die einhellige Meinung, wird sich Starmer nicht halten können. Deshalb, so andere, sei McSweeney von Starmers innerparteilichen Rivalen zum Sündenbock für die Ernennung von Peter Mandelson gemacht worden, eine Ernennung, die etliche Kabinettmitglieder betrieben haben. Ohne McSweeney sitzt Starmer auf dem Präsentierteller und wartet darauf, abserviert zu werden.
  • Selbst treue Anhänger von Starmer sind der Ansicht, Starmer habe kapituliert, schon vor Wochen kapituliert als er von seinen Backbenchern gezwungen wurde, ein Reformgesetz, das soziale Ausgaben um rund 5 Milliarden GBP, ein Tropfen auf den heißen Stein, eingespart hätte, so umzuschreiben, dass am Ende Mehrausgaben dabei herausgekommen sind. Starmer war ein schwacher PM, mit dem seine Backbench-Abgeordneten Schlitten gefahren sind [beachten Sie die Vergangenheitsform].
  • Eigentlich war für heute eine „Rede an die Nation“ vorgesehen, mit der Starmer vor allem die „Märkte“ beruhigen wollte, denn die britische Wirtschaft ist auch ohne das stete Chaos in No. 10 am Rande des Kollaps und wenn man die Zeichen der Märkte richtig liest, dann ist derselbe nicht mehr weit entfern:
  • Das Außergewöhnliche an der derzeitigen Situation ist, dass Labour beschlossen hat, Starmer zu begraben, ohne einen Plan für einen Ersatz oder einen glaubwürdigen Nachfolger zu haben. Rayner gilt als Favoritin, aber Labour-Vertreter sagen einen offenen Kampf voraus und tippen darauf, dass mindestens sechs andere Kandidaten für den Posten in Frage kommen, von Miliband über Shabana Mahmood bis hin zu Yvette Cooper. Es sagt alles, dass Al Carns auf der Liste der Kandidaten steht. Sie kennen Al Carns nicht? Bester Beleg für das gerade Geschriebene.
  • Gegen Rayner oder Miliband spricht die Wahrscheinlichkeit, dass beide, ob des von ihnen vorgenommenen Austausches von Rationalität für Ideologie (oder ideologische Verblödung) nicht nur in Britannien zu einem Schock führen würden, sondern auch auf den Märkten: ein catastrophic Rayner-Dip oder eine Miliband insolvency sind reale Möglichkeiten …
  • Entsprechend versucht der weniger extrem linke Teil der Labour-Party verzweifelt, Rayner oder Miliband zu stoppen. Früher wäre Wes Streeting ihr Kandidat der Wahl gewesen. Heute sind sie alle zerstritten, und Streeting ist durch seine engen Verbindungen zu Mandelson kompromittiert. Leute wie John Healey (wetten, von dem haben Sie auch noch nie gehört) werden ins Gespräch gebracht. Die Verzweiflung in der Labour Party ist greifbar.

Man hat das Gefühl dabei zuzusehen, wie ein Tsunami auf die Labour Party zurast …
Mal sehen, wer hinterher noch steht.
Nur eines ist sicher: Keir Starmer wird es nicht sein.

Und die ganze Geschichte haben wir bislang erzählt, ohne darauf zu sprechen zu kommen, dass es sehr schwierig, wenn nicht unmöglich sein wird, der Mehrheit der britischen Bürger zu vermitteln, dass ein 14%-Haufen [letzte Umfrage] quasi ein auf fünf Jahre ausgegebenes Erbrecht auf den Posten des PM hat, es also keiner Neuwahlen bedarf.

Wir halten Sie auf dem Laufenden.

 


 

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