Den neue „Österreich-Tarif“ des Verbund-Konzerns soll für günstigen Strom sorgen – die massiven Probleme des Strommarkts wird das groß angepriesene Projekt der Regierung allerdings nicht lösen.
Verlierer-Ampel spricht von „konsequentem Handeln“
Der neue Tarif des Verbund ab März 2026 für alle Neu- und Bestandskunden sorge nicht nur für ein günstiges Strompreisangebot, sondern stärke vor allem auch den Wettbewerb und schaffe damit wiederum günstigere Preise, erklärte das Energieministerium. Die Stärkung des Wettbewerbs sei auch ein zentrales Anliegen der jüngsten Strommarkt-Reform, beispielsweise durch die “Strompreis-Runter-Garantie” oder transparentere Rechnung.
Niedrigere Preise und mehr Wettbewerb versprochen
Die Regierung rühmt sich damit, konsequent gehandelt zu haben – und „mit der Senkung der Elektrizitätsabgabe, der Dämpfung der Netzkosten, der Reform des Strommarktes und klaren Garantien für faire Preise“ gesorgt zu haben. Der Österreich-Tarif des Verbund sei auf diesem Weg ein weiterer großer Schritt:
Er sorgt für deutlich niedrigere Energiepreise und stärkt zugleich den Wettbewerb am Strommarkt. Genau diesen Anspruch haben wir auch an alle anderen Energieversorger mit öffentlicher Beteiligung.
Hinter Billig-Tarif steckt keine echte Entlastung
Der angekündigte Preis liegt unter zehn Cent netto pro Kilowattstunde, brutto etwa zwölf Cent (derzeit sind es noch 15 Cent, die Senkung soll ab März erfolgen) – doch der reine Strompreis umfasst nur 30 bis 50 Prozent der Gesamtkosten, der Rest sind Netzentgelte, Abgaben und Steuern. Zudem soll die Senkung nur bis Jahresende gelten. Laut E-Control-Tarifkalkulator bieten zudem bereits zahlreiche andere Anbieter länger ähnlich günstige Tarife unter zehn Cent pro Kilowattstunde an (der Verbund gibt an, etwa 400.000 Kunden zu beliefern, das sind rund zehn Prozent der heimischen Strombezieher). Bemerkenswert: Der mehrheitlich staatliche Verbund-Konzern unter dem Vorstandschef Michael Strugl (bis 2017 ÖVP-Spitzenpolitiker in Oberösterreich) senkt erst jetzt, obwohl vergleichbare Preise marktüblich sind.
Probleme sind hausgemacht
Die Freiheitlichen sehen darin deshalb nur einen begrenzten Einzelschritt ohne nachhaltige Wirkung, der die strukturellen Probleme des österreichischen Energiemarkts nicht löst. Diese Probleme seien hausgemacht durch jahrelange falsche energiepolitische Entscheidungen von ÖVP-Regierungen. „Wer heute einen minimalen Preisnachlass als großen Wurf verkauft, versucht lediglich, von den eigenen Versäumnissen und Fehlentscheidungen abzulenken“, erklärten die beiden FPÖ-Energiesprecher Axel Kassegger und Paul Hammerl.
Echte Reformen, Ehrlichkeit und langfristige Entlastungen
Ohne Reform des europäischen CO₂-Handels, Ehrlichkeit bei der Strompreisbildung und langfristige Entlastung für Industrie sowie Haushalte verliere Österreich laufend Wettbewerbsfähigkeit. Die explodierenden Energiepreise würden tagtäglich Arbeitsplätze gefährden, Betriebe ins Ausland treiben und den Wirtschaftsstandort massiv schwächen. Gerade die energieintensive Industrie stehe mit dem Rücken zur Wand, während die Regierung tatenlos zusehe und sich für symbolische Maßnahmen selbst feiere, monierte Hammerl. Ideologisch motivierte Klima-Strafsteuern und marktverzerrende Mechanismen würden die Preise künstlich hochtreiben.
Einheitspartei lehnt FPÖ-Anträge ab
Monatelang hatte die FPÖ im Parlament eindringlich vor der schleichenden Vernichtung des Wirtschaftsstandorts durch explodierende Energiekosten gewarnt und echte, nachhaltige Maßnahmen gefordert, erinnerte Kassegger – doch alle Anträge seien von der Einheitspartei abgelehnt worden. Dazu gehörten unter anderem die ersatzlose Streichung der CO₂-Steuer und die Entlastung der Industrie bei Netz- und Abgaben.
Messen will man die Verlierer-Ampel an echter Hilfe für Industrie und Bürger. Resümee der beiden freiheitlichen Energiesprecher:
Solange die wahren Ursachen der Preisexplosion – CO₂-Steuer, ideologische Energiepolitik und EU-Hörigkeit – unangetastet bleiben, ist der sogenannte „Österreich-Tarif“ nichts weiter als ein Feigenblatt. Was es braucht, sind leistbare Energiepreise, Planungssicherheit für Betriebe und ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Österreich. Dafür steht die FPÖ und dafür werden wir weiter konsequent kämpfen.