Die Entwicklungen im Nahen Osten vom 27. März:
Israel droht mit Ausweitung der Angriffe im Iran
Während es aus den USA Signale für eine mögliche Verständigung mit dem Iran gibt, kündigt Israels Verteidigungsminister eine Ausweitung der israelischen Angriffe im Iran an. Grund seien der andauernde Raketenbeschuss aus dem Land auf Israel, teilte Israel Katz nach Angaben seines Büros mit.
Israels Armee werde deshalb ihre Angriffe „eskalieren“ und mehr Ziele und Gebiete im Iran ins Visier nehmen. Im Fokus sollen demnach Ziele in Verbindung mit iranischen Waffen stehen.
Wadephul: USA und Iran bereiten wohl direktes Treffen in Pakistan vor
Die USA und der Iran bereiten nach Angaben von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) möglicherweise direkte Verhandlungen über ein Ende des Irankrieges vor. „Das soll wohl in der nächsten Zeit recht kurzfristig in Pakistan stattfinden“, sagte Wadephul am Freitag im Deutschlandfunk.
Er hoffe darauf, dass US-Außenminister Marco Rubio sich heute beim G7-Außenministertreffen in Frankreich näher dazu äußern werde. US-Präsident Donald Trump hatte am Vortag sein Ultimatum gegenüber Teheran unter Verweis auf die Verhandlungen auf den 6. April verschoben.
Der Iran hatte bestritten, mit den USA Gespräche zu führen. Pakistan bestätigte hingegen, dass es eine Vermittlerrolle einnehme und dass es indirekte Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran mit Unterstützung der Türkei, Ägyptens und weiterer „Bruderstaaten“ gebe.

Außenminister Wadephul und sein US-Kollege Rubio finden in der Sache nicht immer zusammen. (Archivbild)
Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Israel greift Ziele in Teheran an
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran attackiert. Bei den „großangelegten“ Angriffen sei „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes im Herzen Teherans“ anvisiert worden, erklärte die israelische Armee am Freitagmorgen. Sie gab zudem Angriffe auf „Produktionsanlagen für ballistische Raketen und Luftabwehrsysteme“ bekannt. Getroffen wurden demnach Abschussvorrichtungen und Lager für Raketen im Westen des Landes sowie Produktionsanlagen in Teheran.
Kuwait: Größter Hafen bei Drohnenangriff beschädigt
Kuwait größter Handelshafen ist am Freitag bei einem Drohnenangriff beschädigt worden. Der Hafen von Schuwaich sei am Morgen „von feindlichen Drohnen“ angegriffen worden, teilte die kuwaitische Hafenbehörde im Onlinedienst X mit. Es gebe Hinweise auf Sachschäden, aber keine Opfer.

Am 25. März 2026 stieg Rauch über dem Gebiet des internationalen Flughafens von Kuwait auf, nachdem ein Drohnenangriff ein Treibstofflager getroffen hatte.
Foto: AFP via Getty Images
Trump verschiebt erneut Iran-Ultimatum
US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus erneut verlängert. Bis zum 6. April um 20.00 Uhr (US-Ostküstenzeit, 7. April 2.00 Uhr deutscher Zeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte Trump unter Verweis auf „sehr gute“ Gespräche auf der Plattform Truth Social an.
Eigentlich wäre die von Trump gesetzte Frist am kommenden Samstag deutscher Zeit abgelaufen. Der Iran habe zunächst um eine Verlängerung um sieben Tage gebeten, sagte Trump in einem Interview des Senders Fox News. „Und ich sagte: Ich gebe euch zehn.“ Trump begründete den Schritt damit, dass die iranische Seite mehreren Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährt habe.
Drohung mit Angriffen auf Kraftwerke
Zuvor hatte Trump dem Iran damit gedroht, Kraftwerke zu zerstören, sollte Teheran die Meerenge nicht vollständig und „ohne Drohungen“ für den Schiffsverkehr öffnen. Ursprünglich hatte er dafür ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit ausgelaufen wäre. Am Montag hatte er dann angekündigt, wegen „sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten“ für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten.
Der Iran hatte für den Fall von Angriffen auf seine Kraftwerke unter anderem mit der vollständigen Schließung der Meerenge gedroht, die für den weltweiten Ölhandel sehr wichtig ist. Außerdem drohte Teheran als Vergeltung Angriffe auf Energieanlagen in Golfstaaten an.
Der Konflikt um die Straße von Hormus
Der von den USA und Israel angegriffene Iran hatte seit Kriegsbeginn wiederholt Schiffe in der Straße von Hormus per Funk dazu aufgerufen, diese nicht zu passieren. Teheran griff in der Region seither wiederholt auch Schiffe an – mit gravierenden Auswirkungen auf den weltweiten Handel von Gas und Öl.
Die Meerenge ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren und gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wird durch die Passage transportiert. Der größte Teil davon geht in Richtung China, Indien und in andere asiatische Länder. Auch etwa 20 Prozent des weltweiten Flüssiggashandels läuft durch die Meerenge.
Die Menschen in Deutschland spüren die Auswirkungen der faktischen Blockade unter anderem beim Tanken, weil die Preise für Benzin und Diesel stark gestiegen sind. Experten vermuten, dass auch Lebensmittel teurer werden könnten.
Israel greift Ziele in Teheran an – Iran meldet Angriffe auf Golfstaaten und Israel
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben erneut Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran attackiert. Bei den „großangelegten“ Angriffen sei „Infrastruktur des iranischen Terrorregimes im Herzen Teherans“ anvisiert worden, erklärte die israelische Armee am Freitagmorgen.
Die iranischen Revolutionsgarden erklärten derweil, am Donnerstag Ziele in Israel sowie von der US-Armee genutzte Stützpunkte in mehreren Golfstaaten mit Raketen und Drohnen angegriffen zu haben. Bei den Angriffen seien Lang- und Mittelstreckenraketen sowie „zerstörerische und umherstreifende Drohnen“ eingesetzt worden, hieß es in einer von den iranischen staatlichen Nachrichtenagenturen Irna und Fars verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden. Die Attacken hätten sich gegen Ziele in Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar, Kuwait und Bahrain gerichtet. In Bahrain sei eine Wartungsanlage für das US-Luftverteidigungssystem Patriot ins Visier genommen worden.
Medien: Pentagon könnte 10.000 weitere Soldaten senden
Das Pentagon erwägt Medienberichten zufolge die Entsendung von bis zu 10.000 weiteren Soldaten in den Nahen Osten. Dies würde US-Präsident Donald Trump zusätzliche Flexibilität in den Gesprächen mit Teheran einräumen, berichtete das „Wall Street Journal“ („WSJ“) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Portal „Axios“ schrieb unter Berufung auf einen ranghohen Verteidigungsbeamten, die Entscheidung werde nächste Woche getroffen. Die Soldaten würden aus anderen Kampfeinheiten stammen als diejenigen, die bereits in die Region entsandt worden seien.
Laut „WSJ“ dürfte die Einsatztruppe aus Infanteristen bestehen, die zu den rund 5.000 Soldaten vor Ort und Tausenden Fallschirmjägern der 82. Luftlandedivision hinzukämen. Diese seien bereits in die Region beordert worden.
Zunächst war dem Bericht zufolge unklar, wo genau die Truppen im Nahen Osten hingeschickt werden sollen. Das „Wall Street Journal“ hielt es für wahrscheinlich, dass die Kräfte in der Nähe zum Iran und der für den Ölhandel strategisch wichtigen Insel Charg stationiert werden dürften.
Laut „Axios“ entwickelt das Pentagon militärische Optionen für einen „endgültigen Schlag“ gegen den Iran, der den Einsatz von Bodentruppen und massive Bombardierungen beinhalten könnte. Quellen zufolge habe US-Präsident Donald Trump aber noch keine Entscheidung dazu getroffen. Er sei aber bereit zu eskalieren, falls die Gespräche mit dem Iran nicht bald Ergebnisse brächten.
AFP-Reporter: Explosionen im Süden von libanesischer Hauptstadt Beirut
Im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut sind Reportern der Nachrichtenagentur AFP zufolge mehrere Explosionen zu hören gewesen. Aufnahmen von AFPTV zeigten am frühen Freitagmorgen Rauch, der aus den südlichen Vororten, die als Hochburg der pro-iranischen Hisbollah-Miliz gelten, aufstieg. Libanesische Medien meldeten israelische Angriffe. Die israelische Armee hatte im Vorfeld weder eine Warnung ausgesprochen noch zur Evakuierung aufgerufen.
Die normalerweise dicht besiedelten Viertel haben sich seit Ausbruch der Kämpfe weitgehend geleert. Es war zunächst unklar, ob es Opfer gab.
Am Donnerstag hatten libanesische Medien tödliche israelische Angriffe im Süden des Landes gemeldet. Die Hisbollah reklamierte derweil mehr als 90 Angriffe auf israelische Ziele im Libanon und jenseits der Grenze für sich. Die israelische Armee teilte unterdessen mit, zwei Soldaten seien im Süden des Libanon getötet worden. Die israelischen Rettungsdienste meldeten einen Toten bei einem Raketenangriff aus dem Libanon in dem Gebiet Naharija im Norden Israels.
Nach Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ab Ende Februar hatte die mit dem Iran verbündete Hisbollah mit neuen Raketenangriffen auf Israel begonnen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon und rückte inzwischen auch mit Bodentruppen auf libanesisches Territorium im Grenzgebiet vor. Nach Angaben von Israels Verteidigungsminister Israel Katz will die Armee im Libanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen.
Seit Beginn der neuen Auseinandersetzungen wurden durch israelische Angriffe nach Angaben der libanesischen Behörden mindestens 1116 Menschen getötet.
Iran verbietet Sportmannschaften Teilnahme an Spielen in feindlichen Ländern
Die iranische Regierung hat ein Verbot für die Entsendung von Sportmannschaften zu Veranstaltungen in „feindlichen“ Ländern verhängt. „Die Anwesenheit von National- und Vereinsmannschaften in Ländern, die als feindlich gelten und nicht in der Lage sind, die Sicherheit iranischer Athleten und Teammitglieder zu gewährleisten, ist bis auf Weiteres verboten“, teilte das iranische Sportministerium in einer von der staatlichen Nachrichtenagentur Isna am Donnerstag verbreiteten Erklärung mit.
Grund für das Verbot sind dem Ministerium zufolge Nachrichten über das Aufeinandertreffen der iranischen Fußballmannschaft Tractor mit einem Team aus den Emiraten in Saudi-Arabien in der AFC Champions League, dem asiatischen Gegenstück zur UEFA Champions League. Der Fußballverband und die Vereine müssen demnach die Asiatische Fußball-Konföderation (AFC) benachrichtigen, um eine Verlegung der Spiele zu veranlassen.
Israel und die USA hatten am 28. Februar mit gemeinsamen Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagiert seither mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten sowie US-Einrichtungen in der Region.
Mit Material der Nachrichtenagenturen