In Kürze:

  • Die SPD musste bei 13 der letzten 18 Wahlen in Bund und Ländern Federn lassen
  • „Brandmauer“ zur AfD ermöglicht dennoch breitflächige Regierungsbeteiligungen
  • Parteispitze will am Kurs sozialpolitischer Reformen festhalten – persönliche Konsequenzen nicht angedacht

 

Viel schlechter hätte es für die Sozialdemokraten zum Auftakt des Wahljahres 2026 kaum laufen können. Nach dem historischen Absturz der Partei auf 5,5 Prozent bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg folgte zwei Wochen später in Rheinland-Pfalz die nächste Schlappe: Mit nur noch 25,9 Prozent – ein Minus von 9,8 Punkten im Vergleich zur Wahl 2021 – heißt es für den bisherigen SPD-Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer wohl Abschied nehmen von der Staatskanzlei.

Die SPD hatte in Rheinland-Pfalz 35 Jahre an der Regierungsspitze gestanden – nun wird wahrscheinlich Gordon Schnieder (CDU) Ministerpräsident, der Bruder von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder. Der SPD bleibt aber wohl die Rolle des Juniorpartners in einer schwarz-roten Koalition.

Wahlchronologie seit Juni 2021

Auch wenn die SPD noch immer im Bund und in zwölf von 16 Landesparlamenten (mit) regiert, musste die Partei in den vergangenen knapp fünf Jahren beinahe überall Verluste hinnehmen. Nur in Mecklenburg-Vorpommern, im Saarland, in Bremen und in Brandenburg hatte es Zuwächse gegeben. Doch bei den nächsten Wahlen droht auch dort ein Minus.

Ein Überblick der Wahlen mit den Ergebnissen, den Veränderungen im Vergleich zur Vorwahl und den Regierungsbeteiligungen der SPD seit Juni 2021:

  • 6. Juni 2021, Sachsen-Anhalt: 8,4 Prozent (minus 2,2 Punkte) – Teil der schwarz-rot-gelben Regierung
  • 26. September 2021, Bundestagswahl: 25,7 Prozent (plus 5,2) – Teil des rot-grün-gelben Regierungsbündnisses
  • 26. September 2021, Mecklenburg-Vorpommern: 39,6 Prozent (plus 9,0) – Teil der rot-roten Regierung
  • 27. März 2022, Saarland: SPD 43,5 Prozent (plus 13,9) – Alleinregierung
  • 8. Mai 2022, Schleswig-Holstein: 16,0 Prozent (minus 11,3) – Opposition
  • 15. Mai 2022, Nordrhein-Westfalen: 26,7 Prozent (minus 4,6) –  Opposition
  • 9. Oktober 2022, Niedersachsen: 33,4 Prozent (minus 3,5) – Teil der rot-grünen Regierung
  • 14. Mai 2023, Bremen: 29,8 (plus 4,9) – Teil der rot-grün-roten Regierung
  • 8. Oktober 2023, Bayern: 8,4 Prozent (minus 1,3) – Opposition
  • 8. Oktober 2023, Hessen: 15,1 (minus 4,7) – Teil der schwarz-roten Regierung
  • 1. September 2024, Sachsen: 7,3 Prozent (minus 0,4) – Teil der schwarz-roten Regierung
  • 1. September 2024, Thüringen: 6,1 Prozent (minus 2,1) – Teil der schwarz-rot-roten Regierung
  • 22. September 2024 Brandenburg: 30,89 Prozent (plus 4,7) – Teil der rot-schwarzen Regierung
  • 23. Februar 2025, Bundestagswahl: 16,4 Prozent (minus 9,3) – Teil der schwarz-roten Regierung
  • 2. März 2025, Hamburg: 33,5 Prozent (minus 5,7) – Teil der rot-grünen Regierung
  • 17. Oktober 2025, Berlin (Wahlwiederholung): 18,4 Prozent (minus 3,2) – Teil der schwarz-roten Regierung
  • 8. März 2026, Baden-Württemberg: 5,5 Prozent (minus 5,5) – Opposition
  • 22. März 2026, Rheinland-Pfalz: 25,9 (minus 9,8) – wahrscheinlich Teil der schwarz-roten Regierung

Im Herbst drohen weitere Verluste – „Brandmauer“ bleibt Schlüssel zum Mitregieren

Der jüngsten INSA-Umfrage zufolge wäre die SPD in Sachsen-Anhalt mit derzeit 8 Prozent (minus 0,4 Punkte im Vergleich zur Wahl 2021) nur noch viertstärkste Kraft hinter der AfD (39 Prozent), der CDU (26) und den Linken (11). Neu gewählt wird am 6. September.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern, wo der Urnengang am 20. September ansteht, liegt die zweitplatzierte SPD laut INSA mit 26 Prozent klar hinter der AfD (34 Prozent). Vor fünf Jahren hatte die SPD noch fast 40 Prozent geholt.
Das Land Berlin wählt sein Abgeordnetenhaus ebenfalls am 20. September. Das Institut Civey maß Anfang März einen Umfragewert von 16 Prozent für die SPD – 2,4 Punkte weniger als beim jüngsten Wahlergebnis vom Oktober 2025. Die AfD liegt gleichauf. Stärker sind die Linke (17) und die CDU (23).

Dass die SPD dennoch Chancen auf weitere Regierungsbeteiligungen in den drei Wahlländern hat, liegt primär an dem Unvereinbarkeitsbeschluss, der die CDU seit 2018 davon abhält, mit der AfD oder den Linken zusammenzuarbeiten. Die „Brandmauer“ garantiert somit breitflächig sozialdemokratische Politik, obwohl es rechnerisch auch für andere Regierungsbündnisse reichen würde.

Im Bundesrat dominieren dank „Brandmauer“ die Farben schwarz, rot und grün. Foto: Bildschirmfoto/Bundesrat.de

Im Bundesrat dominieren dank „Brandmauer“ schwarz, rot und grün.

SPD-Präsidium hält an amtierender Doppelspitze fest

Am Montag nach dem Wahldebakel von Rheinland-Pfalz rangen die beiden Parteivorsitzenden Bärbel Bas und Lars Klingbeil im Berliner Willy-Brandt-Haus vor der Presse um Erklärungen für den andauernden Niedergang. Klingbeil sprach von einem „katastrophalen Wahlabend“.

Bärbel Bas und Lars Klingbeil, die beiden Parteivorsitzenden der SPD, bei ihrem Presseauftritt vom 23. März 2026 nach der verlorenen Wahl in Rheinland-Pfalz. Foto: Bildschirmfoto/SPD

Bärbel Bas und Lars Klingbeil, die beiden Parteivorsitzenden der SPD, bei ihrem Presseauftritt vom 23. März 2026 nach der verlorenen Wahl in Rheinland-Pfalz.

Man habe die Lage im SPD-Präsidium mehrfach kontrovers, hart, aber auch offen debattiert, stellte Klingbeil kurz vor der anschließenden Sitzung des Parteivorstands klar. Rücktrittsforderungen habe es aber nicht gegeben. „Es war völlig klar im Präsidium: Wir werden nicht die zweitgrößte Regierungspartei jetzt in ein Chaos stürzen und in einen Prozess gehen, wo wir uns um uns selbst drehen und uns nicht um das Land kümmern“, so Klingbeil.

Auch seine Co-Parteichefin plädierte dafür, das Land und die SPD nicht mit Personaldebatten „lahmzulegen“, auch wenn dies „sicherlich spannend“ sei. Die „strukturellen Probleme der SPD“ lägen nämlich viel tiefer. Zudem seien die Menschen im Land „total verunsichert“.

Auf der Suche nach einem neuen Image

Nach Klingbeils Darstellung stellten sich die SPD-Präsidiumsmitglieder die Frage, wieso ihre Partei bei „60 Prozent der Menschen“ noch immer den Eindruck erwecke, die „Partei der Transferleistungsempfänger“ zu sein. Immerhin arbeite man bereits seit mehr als einem Jahr an einem anderen Bild. Nun gelte es, zu beraten, wie die SPD „sowohl programmatisch als auch strategisch“ deutlicher werden könne.

„Wir sind über den Punkt der Analyse hinaus, die Daten sind klar“, bekräftigte Bas. Demnach trauten die Menschen der SPD keine wirtschaftspolitische Kompetenz mehr zu, das Land voranzubringen. Viele Wähler hätten das Vertrauen verloren, auch weil die SPD nie habe „anecken“ wollen und sich „zu unklar geäußert“ habe: „Viele wissen nicht, wofür die SPD steht“ (Video auf „YouTube“).

Darüber werde die Führung der SPD am kommenden Freitag mit der Bundestagsfraktionsspitze, mit den SPD-Ministerpräsidenten und Ministern, mit „erfolgreichen Bürgermeistern“ und Landräten sprechen, kündigten die beiden Parteichefs an. Klingbeils Worten zufolge solle am Ende ein „klarer Reformplan“ stehen, auf dessen Basis man in den folgenden Wochen in Verhandlungen mit der Bundesregierung eintreten werde. Dabei müssten beide Seiten „ein Stück aufeinander zugehen“, mahnte Bas.

Angesichts der Haushaltslücken, der „dramatischen Lage“ in Nahost, des ausbleibenden Wirtschaftswachstums und der Modernisierung des Sozialstaats würden die Verhandlungen eine „harte Aufgabe“, sagte der Bundesfinanzminister voraus – zumal sich auch der Reformbegriff der SPD von jenem der Union unterscheide: Das Konzept, nach dem weniger Sozialstaat zu mehr Wirtschaftswachstum führe, sei jedenfalls schon in den Neunziger Jahren gescheitert.

Arbeiter und Angestellte wählen mehr AfD

Nach einer Wahlanalyse von Infratest dimap zur Landtagswahl in RLP trauen es tatsächlich nur noch 20 Prozent der Befragten der SPD zu, mit ihrem auf den Sozialstaat fokussierten Kurs „am ehesten Arbeitsplätze zu sichern und neue schaffen“ zu können.

Besonders die frühere SPD-Kernklientel sieht ihre Interessen durch die Sozialdemokraten offensichtlich nicht mehr vertreten: Hatten 2021 noch 35 Prozent der Angestellten in RLP SPD gewählt, waren es 2026 nur noch 22 Prozent.

Die Grafik zeigt die Stimmanteile der SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz vom 22. März 2026, gestaffelt nach Tätigkeiten, im Vergleich zur Wahl 2021. Foto: Bildschirmfoto/<span class=

Bei den Arbeitern fiel der Verlust noch größer aus: Statt 36 entschieden sich nur noch 21 Prozent für die SPD. Zur neuen „Arbeiterpartei“ wurde damit die AfD. Hatten sich 2021 noch 18 Prozent der Arbeiter in RLP für die Blauen entschieden, waren es nun 39 Prozent.

Die Grafik zeigt das veränderte Wahlverhalten der Arbeiter in Rheinland-Pfalz in den Wahljahren 2016, 2021 und 2026. Foto: Bildschirmfoto/Infratest Dimap/„tagesschau.de“

Die Grafik zeigt das veränderte Wahlverhalten der Arbeiter in Rheinland-Pfalz in den Wahljahren 2016, 2021 und 2026.

Ihre treueste Wählerschaft hat die SPD mit 35 Prozent noch bei den Rentnern, Tendenz mit minus zehn Prozent ebenfalls fallend. Die Altersgruppe 60 bis 69 brachte der SPD laut Infratest Dimap noch 31 Prozent ein, bei den Ü69-Wählern reichte es sogar für 34 Prozent. Bis zu einem Wahlalter von 34 Jahren setzten dagegen nur noch 19 Prozent ihr Zweitstimmen-Kreuzchen bei der SPD.

Verluste gab es quer über alle Altersgruppen – von fünf Punkten in der Gruppe der 18- bis 24-Jährigen bis zu 13 Zählern in der normalerweise berufstätigen Kohorte 45 bis 59 (23 Prozent).

Klingbeil: Fokus auf Einkommensteuerreform

Als sein drängendstes Vorhaben nannte Klingbeil die schon seit Jahren von der SPD gewünschte Einkommensteuerreform. Ihm schwebten „wirklich deutliche Entlastungen“ speziell für arbeitende Menschen vor, die 3.000 Euro verdienten, sagte Klingbeil. Dass Bezieher von hohen Einkommen und Vermögensbesitzer oder -erben dafür noch mehr zur Kasse gebeten werden könnten, erwähnte er dieses Mal ebenso wenig wie die Debatte um einen erhöhten Spitzensteuersatz von 49 Prozent oder um den Vorstoß, auch Kapital- und Mieteinkünfte zur Finanzierung der Gesundheits- und Pflegeversicherung heranzuziehen.

Über hohe Alltagspreise, etwa für Kraftstoff oder „klimaneutralen“ Strom, sowie über Staatsausgaben für Sozialtransfers, Bundeswehr, Entwicklungshilfe oder NGOs und die Herausforderungen der Massenmigration äußerten sich Bas und Klingbeil vor der Berliner Presse nicht. Auch mögliche Ausgabenkürzungen oder ein grundsätzlicher Kurswechsel – etwa ein Ende der kernkraftfreien Transformation – wurden nicht thematisiert.

Zudem könnte die Kritik des Bundesrechnungshofs (BRH) am SPD-Bundesfinanzminister zum Umgang mit dem „Sondervermögen“ am Wahltag eine Rolle gespielt haben. Die BILD berichtete vor der RLP-Wahl, Klingbeil habe Warnhinweise des BRH über Monate ignoriert. Zwei Wirtschaftsinstitute attestierten kurz zuvor eine „Zweckentfremdung“ der Investitionsmittel, was der Finanzminister jedoch zurückwies.

Bas will Wirtschaft und Beschäftigungsverhältnisse stärken

Dass die SPD nach vorn gehen könne, habe sie schon mit ihren eigens eingerichteten Sozialstaatskommissionen „bewiesen“, betonte Bas. Für das Ende der Woche versprach sie erste Ergebnisse zum Reformthema Pflege. Im April würden die Ergebnisse zur Gesundheitsversorgung vorgelegt, spätestens am 30. Juni auch die Vorschläge der Alterssicherungskommission.

Im Dezember hatte sich Bas offen für die Idee gezeigt, das Renteneintrittsalter nicht mehr am Alter eines Seniors festzumachen, sondern an der Zahl der Beitragsjahre.

Ferner müsse das Land generell „reformiert“ und „modernisiert“ werden, meinte Bas. „Wir müssen den Bereich der Wirtschaft stärken, wir müssen die Beschäftigungsverhältnisse in diesem Land stärken.“ Wie sie die Interessen von Arbeitgebern und -nehmern unter einen Hut bringen will, ließ die Bundesarbeitsministerin im Vagen.

Im November 2025 war Bas auf dem Arbeitgebertag in Berlin wegen einer Bemerkung zur Sozialpartnerschaft in der Rentenfinanzierung ausgelacht worden. Kurz darauf bot sie den Arbeitgebern auf dem Juso-Bundeskongress in Mannheim die Stirn: Bei ihrer Rede auf dem Arbeitgebertag sei für sie besonders deutlich geworden, „gegen wen wir eigentlich gemeinsam kämpfen müssen“ und dass die SPD „diesen Kampf jetzt aufnehmen“ müsse (Kurzvideo auf X). Nachdem der Bauindustrieverband sie dafür kritisiert hatte, ruderte Bas ein Stück zurück: Ihre Worte seien missverstanden worden.

Philipp Türmer, der Vorsitzende der Jungsozialisten, sprach sich dagegen noch Anfang Februar für die Aufnahme des „Klassenkampfs“ aus – gegen die Interessen von Kapitaleignern, Arbeitgebern und der ihnen politisch nahestehenden Union. Angesichts der aktuellen CDU-Klientelpolitik müsse die SPD zum „Gegenangriff“ übergehen, verlangte Türmer von seiner Parteispitze.

Klingbeil kam nach Wahlsieg 2021 an die Spitze

Der frühere SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil hatte die Parteiführung im Dezember 2021 von Norbert Walter-Borjans übernommen, damals noch an der Seite der 2019 ins Amt gelangten Co-Parteichefin Saskia Esken.

Vorausgegangen war der letzte große bundesweite Erfolg der Sozialdemokratie in Deutschland, nämlich die Eroberung des Kanzleramts durch den damaligen Finanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz. Ihm gelang der Sieg Ende September 2021 – nach gut anderthalb Jahren Coronapolitik unter schwarz-roter Führung. Scholz löste mit 25,7 Prozent der Wählerstimmen Angela Merkel (CDU) als Regierungschef ab. Für seine „Ampelkoalition“ waren Scholz und die SPD nun auf die Dienste der Grünen und der FDP angewiesen.
In Scholz‘ Regierungszeit stellte die SPD ihre geopolitische Linie neu auf: Kurz nach Beginn des Ukraine-Kriegs vom 24. Februar 2022 rief der SPD-Kanzler eine „Zeitenwende“ aus. Frieden und Diplomatie sollten nicht länger als Richtschnur deutscher Außenpolitik dienen, sondern die Gegnerschaft zu Russland. Selbst Kriegspartei werden sollte Deutschland aber nicht.

Der Preis für die Loyalität zu Kiew waren unter anderem Transfers von Waffen und Geld in Milliardenhöhe, die Unterbringung und Versorgung von mehr als einer Million Ukrainer sowie das sanktionsbedingte Nein zu günstigem russischem Importgas. Nicht nur die Energiekosten stiegen seither bundesweit auf Rekordniveau.

Februar 2025: Absturz auf 16,4 Prozent im Bund

Nachdem das Bundesverfassungsgericht am 15. November 2023 festgestellt hatte, dass der zweite Nachtragshaushalt 2021 nicht verfassungskonform gewesen war, taten sich immer mehr Differenzen innerhalb der Ampel auf: SPD und Grüne drängten für ihre sozial- und klimapolitischen Ziele auf eine Lockerung der grundgesetzlich vorgeschriebenen Schuldenbremse. FDP-Finanzminister Christian Lindner wollte dabei aber nicht mitmachen. Rot-Grün-Gelb zerbrach schließlich am 6. November 2024 nach rund drei Jahren am Dauerstreit um Haushaltsfragen.
Am 16. Dezember 2024 stellte Scholz die Vertrauensfrage und machte den Weg für eine Neuwahl des Bundestags frei. Für die SPD trat erneut Scholz als Spitzenkandidat an, obwohl Verteidigungsminister Boris Pistorius die besseren Umfragewerte erzielte.
Am Wahltag 23. Februar 2025 wurde die SPD mit nur noch 16,4 Prozent abgestraft. Die Union wurde mit 28,6 Prozent wieder stärkste Kraft. Die AfD lag mit 20,8 Prozent dazwischen. Dank der „Brandmauer“ der Union zur AfD durfte die SPD als Juniorpartner weiter mitregieren.

Schwarz-Rot-Grün ermöglicht Milliardenkredite

Schon Wochen bevor Schwarz-Rot ihren aktuellen Koalitionsvertrag in trockenen Tüchern hatte, nutzten die SPD und die Grünen zusammen mit der bisherigen Oppositionspartei CDU/CSU die Stimmverhältnisse aus dem abgewählten, aber noch nicht neu konstituierten Bundestag, um die Schuldenbremse doch noch zu kippen.

Das neue, bereits verabredete schwarz-rote Bündnis wollte sich das gemeinsame Regieren mithilfe eines hunderte Milliarden schweren, neuen Kreditprogramms für Infrastruktur und Bundeswehr („Sondervermögen“) leichter machen.

Im Wahlkampf hatte der am 6. Mai 2025 erst im zweiten Wahlgang gewählte Kanzler Friedrich Merz eine weitere Belastung künftiger Generationen mit neuen Staatsschulden noch strikt ausgeschlossen.



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