Es gibt Momente, die sich für immer ins Gedächtnis brennen. Für mich war einer dieser Momente der Blick eines Mannes, den ich einst als Freund betrachtete. Es war am Ende eines Gesprächs – oder genauer gesagt, eines Interviews –, das ich naiv für ein offenes Kollegengespräch hielt. Er sah mich an, mit einer Kälte und einem Hass, den ich bis dahin nicht für möglich gehalten hätte. Sein Blick war nicht einfach nur wütend – er war anklagend, ja fast entmenschlichend. „Wegen Menschen wie Dir, wegen Deiner Corona-Berichterstattung, sterben Menschen“, sagte er.

Ich weiß noch, wie ich in diesem Moment dachte: Wenn er jetzt ein Gewehr hätte und wir uns in einer rechtlosen Situation befänden, wüsste ich nicht, was er tun würde. Dieser Blick, dieser Moment, hat sich für immer in mein Gedächtnis eingebrannt.