Die US-Regierung hat das größte Drogenkartell Kolumbiens als terroristische Organisation eingestuft. Washington betrachte die mächtige Gruppe Clan del Golfo als „ausländische Terrororganisation“, erklärte US-Außenminister Marco Rubio am Dienstag.
Die USA seien entschlossen zu verhindern, dass das Kartell weitere „Finanzmittel und Ressourcen“ erhalte. Die Ausweisung als terroristische Organisation untersagt jegliche Unterstützung der Gruppe aus den USA.
Clan del Golfo und die linksgerichtete kolumbianische Regierung hatten Anfang des Monats in Katar Gespräche über eine mögliche Entwaffnung der Gruppe geführt. Beide Seiten unterzeichneten eine erste Einigung, in der sie ihr Engagement für den Frieden betonten und weitere Gespräche vereinbarten.
Seit dem Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2022 hat sich Kolumbiens linksgerichteter Präsident Gustavo Petro – früher selbst ein Guerillero – vergeblich um Vereinbarungen mit mehreren bewaffneten Gruppen bemüht, die weiterhin in dem südamerikanischen Land aktiv sind.
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat ein angespanntes Verhältnis zu Petro, den Rubio in der Vergangenheit als „verrückt“ bezeichnet hat. Trump nannte den kolumbianischen Präsidenten einen „Gangster“ und „illegalen Drogenhändler“ und warf ihm – ohne Beweise vorzulegen – vor, in den Drogenhandel verwickelt zu sein. Washington verhängte zudem Sanktionen gegen Petro.
Das Verhältnis der jahrzehntelang verbündeten Länder hatte sich zuletzt auch durch die US-Angriffe auf mutmaßliche Drogenschmuggelboote in der Karibik und im östlichen Pazifik verschlechtert. Dabei wurden mindestens 95 Menschen getötet.
Die aus früheren paramilitärischen Verbänden hervorgegangene Drogenbande Clan del Golfo betrachtet sich selbst als politische Organisation. Der Clan del Golfo hat mehr als 7500 Mitglieder und ist das mächtigste Drogenkartell Kolumbiens sowie der größte Kokain-Produzent der Welt. (afp/red)