Zur Eröffnung des Filmfestivals Berlinale am Donnerstag hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) Filme als „Waffen im Kampf um Freiheit und Menschenwürde“ bezeichnet. Drehbuch, Kamera und Leinwand seien keine bloßen Kunst-Utensilien, erklärte er in Berlin. „Kunstfreiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Diktatoren hassen den freien Geist.“ Deshalb sei es so wichtig, die Filme verfolgter Künstler zu zeigen, betonte Weimer.

Die 76. Berlinale wird am Donnerstagabend im Berlinale-Palast am Potsdamer Platz mit einer feierlichen Gala eröffnet. Bei der Veranstaltung, die von Festivalleiterin Tricia Tuttle und Jurypräsident Wim Wenders eröffnet wird, wird auch der Goldene Ehrenbär an die malaysische Schauspielerin und Oscar-Preisträgerin Michelle Yeoh verliehen. Danach wird der Eröffnungsfilm „No Good Men“ der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat gezeigt. Erwartet werden Stars wie Siri Hustvedt, Bella Ramsey, Lars Eidinger oder Tom Tykwer.

Weimer lobt die starke Beteiligung des deutschen Films

„Die Berlinale 2026 versammelt Filmgeschichten, in denen der Schmerz und das Glück, die Hoffnung und der Widerstand aus allen Teilen der Welt lebendig werden“, erklärte Weimer am Donnerstag. Von großen Autorenfilmen bis hin zu mutigen Nachwuchsstimmen mache das gesamte Festivalprogramm deutlich, wie sehr die Filmkunst als fantasievollen Umgang mit einer herausfordernden Realität gebraucht werde.

Besonders erfreulich ist aus Weimers Sicht die starke Präsenz des deutschen Films im Wettbewerb. „Wir sehen daran einmal mehr, wie relevant, mutig und international anschlussfähig er sein kann.“ Die Filme „Gelbe Briefe“ von İlker Çatak, „Meine Frau weint“ von Angela Schanelec, „Rose“ von Markus Schleinzer und „Etwas ganz Besonderes“ von Eva Trobisch seien alle mit Mitteln aus der Filmförderung des Bundes entstanden.

Vor dem Hintergrund von Polarisierung und Unterdrückung sei es „wichtiger denn je, dass wir unsere künstlerische Freiheit verteidigen“, sagte Festivalleiterin Tricia Tuttle der Nachrichtenagentur AFP. Jurypräsident Wenders betonte bei einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen, dass Filme die Welt verändern könnten. Nicht auf politische Art und Weise, aber sie könnten die Vorstellungen, die Menschen von ihrem Leben haben, ändern.

Kino sei nicht nur Unterhaltung, sondern ein „mächtiges Instrument der Aufklärung“, betonte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in einer vorab versendeten Erklärung. Die Berlinale sei immer auch ein politisches Festival und nehme gerade in herausfordernden Zeiten die Menschenrechte konsequent in den Blick, fügte er hinzu.

Goldener Bär wird am 21. Februar vergeben

Die Berlinale ist das wichtigste Filmfestival in Deutschland und eines der bedeutendsten weltweit. Die 76. Ausgabe läuft bis zum 22. Februar. Im Wettbewerb konkurrieren 22 Filme um den Goldenen und die Silbernen Bären, die von einer internationalen Fachjury am 21. Februar vergeben werden. Insgesamt werden 220 Kurz- und Langfilme gezeigt. 500.000 Besucher werden zur Berlinale erwartet.  (afp/red)



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