Der grüne Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour kritisierte einen Kurzfilm des Co-Sprechers der Grünen Jugend, Luis Bobga, gegen Markus Söder (CSU). Der Jugendsprecher hatte das Bild bayerischen Ministerpräsidenten einblenden lassen, als in einem Hintergrund-Rap das wenig schmeichelhafte Wort “Hurensohn” fiel.

Altparteien reden von “Anstand”

“Jeder sollte seinen Beitrag zum Anstand leisten”, meinte Nouripour, der gerne die oppositionelle AfD verbieten würde. Söders eigene Attacken gegen seine Partei rechtfertigten keine “Entgleisung unter der Gürtellinie”. Mainstream-Medien wie die Zeit und die taz griffen das Thema bereits auf. Kritik kam auch von mehreren Politikern der CDU und CSU. Unions-Fraktionschef im Bundestag Jens Spahn forderte eine Entschuldigung von den Grünen. “Wenn Demokraten so miteinander umgehen, dann können wir der AfD gleich die Schlüssel geben”, meinte der Maskenmeister Spahn laut der B.Z. Worte, die einen durchaus an Spahns eigenem Anstand zweifeln lassen könnten.

CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann forderte sogar den Rücktritt Bobgas. “Wer so etwas sagt, ist nicht länger tragbar.” Der Co-Sprecher der Grünen Jugend bat inzwischen um Entschuldigung. Angeblich sei es nie sein Ziel gewesen, Söder mit “Hurensohn” direkt anzusprechen, betonte er in einem Beitrag auf Instagram. “Mit meiner Kommunikation auf Social Media möchte ich junge Menschen erreichen und ihr Interesse an Politik wecken und stützen. Dazu gehört es, sich an Musik aus der Jugendkultur zu bedienen, so auch in diesem Video.”

Söder wollte Bundesländer zusammenlegen

Der am Samstag veröffentlichte Kurzfilm zeigt, wie Bobga zum Lied “Conan x Xenia” des Rappers “Haftbefehl” tanzt und seine Mundbewegungen dem Liedtext anpasst. “Dass du ein Hurensohn bist, hatten wir schon mal, wie ich dein Album finde? Naja, so lala”, heißt es darin. In den Untertiteln ersetzte der Jungpolitiker das Wort “Album” mit “Vorschlag”.

Dabei bezog er sich auf Söders jüngsten Vorschlag, die Zahl der Bundesländer zu reduzieren. “Größere Einheiten sind erfolgreicher als kleine”, behauptete der bayerische Landesvater. Es brauche “weniger Bundesländer, ganz einfach”, fand Söder. Welche Bundesländer er konkret zusammenlegen würde, führte er nicht aus. Sven Schulze, der als Landesvorsitzender der CDU in Sachsen-Anhalt tätig ist, widersprach der Forderung. “Es wird bei uns kein Bundesland Mitteldeutschland geben.”





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