Klar, mit Preisen über zwei Euro pro Liter sind die Deutschen noch relativ gut bedient, verglichen mit den Autofahrern in einigen asiatischen Ländern, wo bereits rationiert wird. Aber es schmerzt trotzdem im Geldbeutel, und die Heuchelei der Politik macht das nicht besser.

Auch wenn es den meisten Autofahrern an der Zapfsäule hochkommt – nur bei bestenfalls jeder dritten Tankstelle wird der Preis tatsächlich vor Ort entschieden; mehr als zwei Drittel aller Tankstellen in Deutschland gehören zu einer der großen Ketten, die wiederum entweder im Besitz von Mineralölkonzernen (wie Shell, Esso, Aral) sind oder zu regionalen Ketten gehören, die inzwischen meist im Besitz von Finanzanlegern sind. Dort entscheidet jeweils die Zentrale über den Preis; die Tankstellenpächter haben darauf keinerlei Einfluss.

2,16 Euro kostet mittlerweile ein Liter Diesel in Deutschland. Die Bild hat jüngst Tankstellenpächter und -beschäftigte befragt, wie es ihnen damit ergeht. „Die Kunden denken wirklich, wir hätten einen geheimen Knopf unter dem Tresen und würden die Preise willkürlich und mit Absicht verändern“, meinte eine Angestellte aus Bielefeld.

Iran trifft den Westen dort, wo es wirklich wehtut - beim Öl

Die Kunden hätten sich angepasst, meinten andere. Das hieße vor allem, dass an den Extras gespart werde. Am Kaffee oder dem Schokoriegel oder der Autowäsche. „Ich bin jetzt hier seit 20 Jahren im Geschäft“, erzählt ein Beschäftigter. „Damals hatten wir noch 1.000 Autowäschen pro Tag, heute sind es im Schnitt noch 400. Und auch hier sind die Preise nach oben geklettert: von damals 3,95 Euro auf heute elf Euro für die billigste Wäsche.“

Ein anderer erzählt, es werde nur noch halb so viel getankt wie vor Beginn des Iran-Kriegs. „Viele stellen private Fahrten fast komplett ein. Und sie verzichten auf Reparaturen.“

Während der Verzicht auf Snacks und Autowäschen die Pächter trifft, trifft das sparsamere Tanken sogar den Hautprofiteur steigender Spritpreise – den Staat. Die Steuerbelastung ist dabei beim Diesel etwas niedriger als beim Benzin – bis zu 49 Prozent des Verkaufspreises, während es beim Benzin bis zu 55 Prozent sind. Dabei sind Energiesteuer, CO2-Steuer und Mehrwertsteuer. Was bedeutet, von einem Benzinpreis von 2,10 Euro finanziert maximal ein Euro das Rohöl, die Raffinerie, den Transport bis zur Tankstelle, den Betrieb der Tankstelle und den Gewinn des Betreibers; bei einem gleich hohen Dieselpreis bleiben dafür bis zu 1,16 Euro.

Heutzutage muss man auch davon ausgehen, dass die Zentralen, die über die meisten Preise entscheiden, dies ähnlich wie z. B. Uber auf Grundlage einer jeweils aktuellen Marktübersicht tun, was bedeutet, dass sie die Informationen besitzen, wo die Nachfrage jeweils besonders hoch und damit der Spielraum für Erhöhungen etwas größer ist. Örtliche Abweichungen entstehen auch so. Durch eine Vorschrift, nur noch einmal am Tag zu erhöhen, werden die Reaktionen in beide Richtungen bestenfalls verzögert.

Klar ist jedenfalls: Wenn tatsächlich nur halb so viel getankt wird, ist es der Staat, der davon am Härtesten getroffen wird. Was gleichzeitig auch bedeutet, dass bei einem massiven Rückgang der Nachfrage die Steuern durchaus gesenkt werden könnten. Aber da auf dem Tankbeleg einzig die Mehrwertsteuer sichtbar ist, sind sich die meisten Kunden dieser Tatsache nicht bewusst.

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