Spanien und Portugal haben seit Anfang des Jahres so viele Stürme, so viel Regen und Überschwemmungen abbekommen, dass unsere Autorin an Noahs Geschichte aus der Bibel denken muss. Und an die Gründe für all das Wasser, das da runterkommt
Sturm Leonardo bringt schwere Überschwemmungen nach Portugal
Foto: Adri Salido/Getty Images
Harry, Ingrid, Joseph, Kristin, Leonardo, Marta, Nils, Oriana und Pedro. Diese Liste liest sich wie eine nette kleine Kindergartengruppe, tatsächlich aber sind das die Namen der Stürme, die seit Anfang des Jahres über Spanien, Portugal und Marokko fegten. In schockierender Intensität brachten sie vielerorts in nur wenigen Tagen so viel Regen wie sonst im ganzen Jahr, sie überfluteten ganze Landstriche, deckten Häuser ab, ließen eine Autobahn einstürzen, richteten Schäden in Millionenhöhe an, vertrieben mehr als 300.000 Menschen und töteten mehr als sechzig.
Dieser Januar war der nasseste Januar Spaniens seit 25 Jahren, das normalerweise unter Trockenheit ächzende Portugal musste aus seinen Stauseen in drei Tagen so viel Wasser entlassen, wie das Land in einem Jahr verbraucht, und Sturm Oriana wehte mit derartiger Windgeschwindigkeit, dass sie sich als Hurrikan der Kategorie 1 und 2 qualifizierte. Am härtesten wurde der Norden Marokkos getroffen.
Warum erzähle ich Ihnen das alles? Weil das nicht „normal“ ist – ich weiß, das ist ein dehnbarer Begriff, aber jede Dehnung hat ihre Grenzen und diese Stürme haben sie überschritten. Und zwar um rund dreißig Prozent: So viel intensiver sind Starkregen in der Region seit 1950 geworden, berechneten Forschende der World Weather Attribution Initiative. Und was ist seit 1950 passiert? Richtig, wir Menschen haben ein paar Milliarden Tonnen CO₂ in die Atmosphäre geblasen und damit das Klima so stark angeheizt, dass es immer mehr solcher Stürme geben wird.
Wärmere Luft bedeutet mehr Feuchtigkeit
Das funktionierte Anfang dieses Jahres so: Aufsteigende Luftmassen formten eine „atmosphärische Blockierung“ über Skandinavien und Grönland, und diese leitete die vom Nordatlantik kommenden Stürme Richtung Westeuropa um. „Atmosphärische Flüsse“ über dem Atlantik machten sie dann – wie der Name vermuten lässt – um einiges regenreicher, denn: Der Atlantik ist dank der Klimakrise deutlich wärmer, und wärmere Luft nimmt mehr Wasser auf.
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber so in etwa habe ich mir immer die Sintflut vorgestellt, vor der Gott zu Noah sagte: „Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.“ Da das ja vermutlich nicht das letzte Mal war, gebe ich Ihnen jetzt besser mal die Bauanleitung für die Arche durch:
Man baue einen 342,90 mal 57,15 mal 34,29 Meter großen Kasten aus Tannenholz, schmiere ihn von innen und außen mit Pech ein, unterteile ihn in Kammern (leider keine Mengen- und Größenangaben überliefert) und drei Stockwerke, vorne ein 1,14 Meter großes Fenster und eine Tür an der Seite (keine Größenangaben überliefert). Viel Glück.
asser entlassen, wie das Land in einem Jahr verbraucht, und Sturm Oriana wehte mit derartiger Windgeschwindigkeit, dass sie sich als Hurrikan der Kategorie 1 und 2 qualifizierte. Am härtesten wurde der Norden Marokkos getroffen.Warum erzähle ich Ihnen das alles? Weil das nicht „normal“ ist – ich weiß, das ist ein dehnbarer Begriff, aber jede Dehnung hat ihre Grenzen und diese Stürme haben sie überschritten. Und zwar um rund dreißig Prozent: So viel intensiver sind Starkregen in der Region seit 1950 geworden, berechneten Forschende der World Weather Attribution Initiative. Und was ist seit 1950 passiert? Richtig, wir Menschen haben ein paar Milliarden Tonnen CO₂ in die Atmosphäre geblasen und damit das Klima so stark angeheizt, dass es immer mehr solcher Stürme geben wird.Wärmere Luft bedeutet mehr FeuchtigkeitDas funktionierte Anfang dieses Jahres so: Aufsteigende Luftmassen formten eine „atmosphärische Blockierung“ über Skandinavien und Grönland, und diese leitete die vom Nordatlantik kommenden Stürme Richtung Westeuropa um. „Atmosphärische Flüsse“ über dem Atlantik machten sie dann – wie der Name vermuten lässt – um einiges regenreicher, denn: Der Atlantik ist dank der Klimakrise deutlich wärmer, und wärmere Luft nimmt mehr Wasser auf.Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber so in etwa habe ich mir immer die Sintflut vorgestellt, vor der Gott zu Noah sagte: „Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.“ Da das ja vermutlich nicht das letzte Mal war, gebe ich Ihnen jetzt besser mal die Bauanleitung für die Arche durch:Man baue einen 342,90 mal 57,15 mal 34,29 Meter großen Kasten aus Tannenholz, schmiere ihn von innen und außen mit Pech ein, unterteile ihn in Kammern (leider keine Mengen- und Größenangaben überliefert) und drei Stockwerke, vorne ein 1,14 Meter großes Fenster und eine Tür an der Seite (keine Größenangaben überliefert). Viel Glück.