Das ist sie also, die Einkaufsliste der Verlierer-Ampel! Wer viel Eier oder Quitten isst, kann sich nach der Mehrwertsteuersenkung von zehn auf 4,9 Prozent ein paar Euro ersparen. Aber dann darf er sich kein Duschgel oder Haarshampoo in Plastikgebinden kaufen, denn diese Produkte werden teurer. 

Verlierer-Ampel komplett fleischlos

Als ATV-Moderator Dominik Heinzl vor Kurzem über den runden Geburtstag des Schauspielers Gerhard Ernst, der den Billa-Fleischhauer Erhard Hofstädter darstellt, berichtete und so herausgekommen ist, dass es diesen Fleischhauer in Wirklichkeit gar nicht gibt, war die Enttäuschung bei jenen groß, die der Annahme gewesen sind, der Lebensmittelkonzern würde von diesem österreichischen Fleischhauer direkt seine Ware beziehen. 

Damit war die Enttäuschung der Fleischesser aber noch nicht gesättigt. Denn gestern, Mittwoch, beschloss der Ministerrat eine Einkaufsliste mit Produkten, die in Zukunft günstiger werden sollen. Zumindest für Vegetarier, denn Fleisch oder Wurst, seit jeher wichtige Grundnahrungsmittel, sind nicht dabei. Sondern nur:

Milch, Butter, Joghurt, Hühnereier, Kartoffeln, Tomaten, Speisezwiebel, Knoblauch, Lauch, Kohl, Kohlrabi, Salate, Karotten, Rüben und Knollensellerie, Gurken, Bohnen, Erbsen und andere Hülsenfrüchte, Gemüse, Äpfel, Birnen, Quitten frisch, Steinobst frisch, Reis, Weizenmehl und Weizengrieß, Nudeln, Brot und Gebäck, Speisesalz. 

Keine Soforthilfe gegen Teuerung

Wer allerdings heute, Donnerstag, ins Geschäft gegangen ist, um einige Produkte dieses „Vegetarier-Korbs“ einzukaufen, musste erkennen: Billiger wurde gar nichts. Richtig! Denn die Preise für Gurken und Co. purzeln erst ab 1. Juli dieses Jahres. Bis dahin werden sie inflationsbedingt sogar teurer. Soforthilfe gegen die Teuerung? Fehlanzeige!

Gegenfinanzierung belastet Kunden

SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer, der diesen Antrag auf Mehrwertsteuersenkung im Ministerrat eingebracht hat, rechnete vor, dass sich für die privaten Haushalte dadurch ein Entlastungseffekt von durchschnittlich 100 Euro pro Jahr ergebe. Gleichzeitig sagte Marterbauer, dass zur Gegenfinanzierung eine gemeinschaftliche Plastikabgabe für nicht recyclebares Plastik und eine gemeinschaftliche Paketabgabe für Pakete aus Drittstaaten eingeführt werde. 

Laut Fachverband der Chemischen Industrie führe eine solche Abgabe zu höheren Preisen bei Produkten wie Duschgel und Haarshampoo – alles ebenfalls keine Luxusprodukte. Die Last liegt also auch hier wieder beim Kunden, der von einer erhofften Entlastung letzten Endes nichts bemerken wird. Außer, dass die Regierung nach dem Motto „linke Tasche, rechte Tasche“ arbeitet. 

Hier finden Sie den Beschluss im Ministerrat zur Einkaufsliste der Regierung:



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