Die Seniorenhelfer Sachsen haben sich zu einem der größten Dienstleister im Freistaat entwickelt. Sie sind Kandidaten für den Preis „Sachsens Unternehmer des Jahres“.

Heidenau.

Eigentlich waren Steffen Salzinger und Maik Lehnert Finanzmakler in Heidenau. Doch mit der Zeit merkten sie, dass die Sorgen ihrer Kunden andere geworden sind. „Wir sind mit unseren Klienten alt geworden und sie brauchten keine Finanzberatung mehr“, sagt der 59-jährige Maik Lehnert. Seinen Kunden und Kundinnen ging es nun vielmehr um Einsamkeit im Alter und die Organisation des täglichen Haushalts mit gebrechlichem Körper.

2017 gründeten die beiden Unternehmer deshalb die Seniorenhelfer Sachsen. Ein Unternehmen mit Sitz in Heidenau, das ältere Menschen zum Beispiel beim Fensterputzen, Mittagessenkochen oder Küchesäubern unterstützt.

Das Ziel: möglichst lang zu Hause leben

Auch Lebensmitteleinkäufe, Handwerksarbeiten, Spaziergänge oder Arztbesuche können gemeinsam mit den Alltagsbegleitern getätigt werden. Übernommen werden die Kosten zum Großteil von den Krankenkassen. Außerdem haben die Unternehmer bereits zahlreiche Gruppenausfahrten für Senioren und Hilfsbedürftige organisiert. Explizit geht es nicht um Pflege, sondern um Entlastung. „Wir wollen, dass die Menschen lange zu Hause bleiben und selbstständig sind“, sagt Lehnert mit Blick auf die steigenden Kosten in den Heimen.

Was in Heidenau begann, breitete sich schnell auf halb Sachsen aus. Die Seniorenhelfer sind in den Landkreisen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Mittelsachsen, Meißen, Bautzen sowie in der Landeshauptstadt unterwegs. „Unser Unternehmen hat jedes Jahr ein konstantes Wachstum von 30 Prozent“, so Lehnert. Im Freistaat seien sie mittlerweile einer der größten Dienste.

Bildhauerin Malgorzata Chodakowska hat die Skulptur „die Träumende“ gestaltet, exklusiv für den Preisträger des Unternehmerwettbewerbs.

Bildhauerin Malgorzata Chodakowska hat die Skulptur „die Träumende“ gestaltet, exklusiv für den Preisträger des Unternehmerwettbewerbs.

Bild: Ronald Bonß/ronaldbonss.com

Ziel der Unternehmer ist es, in fünf Jahren in ganz Sachsen vertreten zu sein. 100 Beschäftigte arbeiten bei den Seniorenhelfern und betreuen 1200 Klienten. Die meisten der Alltagsbegleiter kommen per Quereinstieg. Sie absolvieren die sechswöchige Weiterbildung zur Betreuungskraft. Anschließend gehen sie noch drei Tage auf die unternehmensinterne Seniorenhelferakademie. Dort lernen sie, sich selbstständig zu organisieren. Denn das Unternehmen funktioniere anders als normale Betreuungsdienste.

Die Beschäftigten organisieren sich selbst

Während in anderen Unternehmen die Organisation der Helfer zentral geleitet wird, müssen sich die Beschäftigten selbst organisieren. Sie haben Lehnert zufolge Autonomie in Umfang und Gestaltung der Arbeitszeit. Festgelegt wird nur, um wie viele Patienten sie sich kümmern. Wann sie wo helfen, müssen sie selbst mit dem eigenen Auto und Terminkalender organisieren.

Für ihre Leistung sind die beiden Geschäftsführer für den diesjährigen Preis „Sachsens Unternehmer des Jahres 2026″ nominiert. Ihr großes Ziel: Mitarbeiter und Klienten sollen nicht nur „Nummern im System“ sein. (sz)

Der Wettbewerb „Sachsens Unternehmer des Jahres“ ist eine Initiative von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, Leipziger Volkszeitung und MDR sowie von Volkswagen Sachsen, Sächsische Lotto GmbH, der Schneider+Partner Beratergruppe, der Gesundheitskasse AOK Plus und „So geht sächsisch“. Achtung: Bewerbungsschluss ist der 13. Februar.


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