Ich denke, viele von Ihnen haben gestern mit Trauer auf die Nachrichten aus Budapest geschaut. Orbáns Niederlage tut vielen weh. Aber ein Teil dieses Schmerzes liegt daran, wie verzerrt die Presse berichtet. Denn wenn wir genauer hinschauen, ist etwas ganz anderes passiert, als uns unsere rot-grünen Medien weismachen wollen. Denn da wurde nicht etwa ein konservativer Regierungschef von einem Linken ersetzt. Ganz im Gegenteil: Ein konservativer Politiker hat einen anderen konservativen Politiker besiegt. Und in keinem der Mainstream-Medien, die ich gelesen habe, wird dieser Aspekt auch nur erwähnt. Das ist Manipulation pur.
Eine ehrliche Berichterstattung müsste betonen: Wahlsieger Péter Magyar bezeichnet sich selbst als konservativ und rechts. Seine Partei ist im EU-Parlament Mitglied der christlich-konservativen EVP-Fraktion. Kein Linksruck, keine Woke-Welle. Die Ungarn haben sich einen anderen Kurs gewählt – aber keinen anderen Kompass. Sie haben sich gegen links entschieden, für den Konservatismus. Und wie die deutschen Leitmedien das verschweigen, ist eine Entlarvung. Sie biegen sich die Welt so zurecht, wie sie sie sich wünschen in ihren ideologischen Träumen. Überall „Sieg der Demokratie“, nirgends: „Pro-EU-Konservativer besiegt Brüssel-skeptischen Konservativen.“
Wie das Kartenhaus zusammenbricht
Und dann die unangenehmste Tatsache für alle, die Orbán jahrelang als lupenreinen Autokraten gezeichnet haben, die ihn als Diktator diffamierten und vom Ende der Demokratie in Ungarn sprachen: Der angebliche „Diktator“ hat verloren, die Niederlage eingeräumt und seinem Herausforderer persönlich gratuliert. So verhalten sich keine Diktatoren. Mehr noch: In einer Autokratie wäre ein Wahlsieg der Opposition gar nicht möglich. Schon gar nicht mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit.
Das Wahlergebnis war also auch ein unfreiwilliges Dementi der deutschen Medien. Nur werden die das nie zugeben. Das können sie auch nicht: Denn es würde zeigen, dass sie uns jahrelang angelogen haben. Und zum Zugeben von Fehlern sind sie ohnehin unfähig. Aber leider viele in den alternativen Medien auch, das muss man der Ehrlichkeit halber hinzufügen. Denn auch dort liest man heute, die Ungarn seien von Soros und Brüssel verführt worden – als wären acht Millionen Menschen zu dumm, selbst zu wählen. Und auch dort bekommt man unterschwellig den Eindruck, ein Linker habe gewonnen. Ironischerweise also dasselbe Narrativ wie in den Medien, als deren Gegenbild man sich sieht. Das ist das Spiegelbild derselben Arroganz – nur mit anderem Vorzeichen.
Aber zurück zu den Großen: Das Ergebnis der Wahlen in Ungarn hat da einen Reinigungseffekt: Es widerlegt gleich zwei Propaganda-Narrative auf einmal. Und unsere selbsternannten „Qualitätsmedien“ stehen wieder einmal nackt da. Aber daran sind sie und ihr Publikum so gewöhnt, dass sich deswegen nichts ändern wird. Im Gegenteil: Man bleibt weiter in der Spiegelkammer – weil ein Heraustreten zu schmerzhaft wäre, das Licht der Realität zu grell, zu blendend.
Zu viele Kehrtwenden
Erlauben Sie mir noch ein paar persönliche Worte: Ich selbst habe Orbán immer mit gemischten Gefühlen gesehen – seinen Widerstand gegen die woke Ideologie rechnete ich ihm hoch an. Seinen Schmusekurs mit Putin konnte ich nie verstehen – zumal ich ihn Anfang der 2000er Jahre persönlich als Putin-Kritiker kennengelernt habe. So sehr es mir zuwider war, wie ihn die linke Presse zur Personifizierung des Beelzebubs machte – so wenig konnte ich verstehen, wie viele den Mann, der in seiner Schule Chef der kommunistischen Jugendorganisation war, für eine Ikone des Konservatismus halten konnten. Dazu war mir der Richtungswechsel in seinem Lebenslauf zu heftig.
Und ganz unabhängig davon gilt für mich eine eiserne Überzeugung: Macht korrumpiert – und 16 Jahre sind für jeden Politiker zu viel. Selbst für den besten. Man kann viel an den USA kritisieren: Aber die Amtszeitbegrenzung von acht Jahren für den Präsidenten ist ein Segen. Sie hätte uns im Fall Merkel einiges an Elend erspart.
Aber die wichtigste Nachricht des Tages ist die, die uns die großen Medien unterschlagen: Ungarn hat konservativ gewählt.
Wenn Sie nicht wollen, dass freier Journalismus umsonst ist – hier können Sie etwas dagegen tun
Sehen Sie sich das Hotel des Direktors an, der öffentlich für ein AfD-Hausverbot wirbt. Wie seine großen Sprüche und sein Eigenlob auf die Realität prallen, muss man einfach sehen. Ich war dort. Und baff. Ich habe mit ihm gesprochen – und er hat es geschafft, dass ich einknickte. Was das über Deutschland verrät – jetzt in meinem neuen Video.
Bild: Symbolbild/KI-generiert/Grok