Die Innere Stadt soll gefährlicher sein als der 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten. Zu diesem Schluss kommt der Kurier aufgrund einer Anzeigen-Statistik. Aber würden Sie lieber im „Zehner Hieb“ statt in der Wiener City leben?

Einseitige mediale Berichterstattung

Im Kurier-Artikel mit dem Titel „Favoriten und die Angst“ wird der 10. Bezirk als gar nicht so gefährlich für die Bewohner betrachtet. Zwar würden sich 52 Prozent der Favoritner laut einer Regional-Umfrage unsicher fühlen, während sich im Rest von Österreich im Schnitt 85 Prozent sicher fühlen, aber dies sei – Achtung! – der bösen medialen Berichterstattung geschuldet. 

In diese Kerbe stößt vor allem Bezirksvorsteher Marcus Franz von der SPÖ, der gegenüber dem Kurier meinte, dass für das schlechte Unsicherheitsgefühl im Bezirk die „einseitige mediale Berichterstattung“ eine rolle Spiele, aber auch die „notorisch unterbesetzte Favoritner Polizei“. 

“Traurigkeit kaum zu überbieten”

Dem widerspricht sein Stellvertreter von der FPÖ, Christian Schuch, massiv. Gegenüber unzensuriert sagte Schuch: 

Dass der rote Bezirksvorsteher das Unsicherheitsgefühl in Favoriten nur auf die schlechte Medienberichterstattung zurückfallen lässt, ist an Traurigkeit kaum zu überbieten. Schließlich war es die rot-schwarze Einheitspartei, die Favoriten zu einem Eldorado für Kriminelle gemacht hat. 

Absurder Vergleich

Die Menschen würden sich immer unsicherer fühlen, die Probleme seien hausgemacht. Man habe auf eine undifferenzierte Massenzuwanderung gesetzt, die sich in Favoriten besonders niederschlägt. Dass nun auch die Kriminalitätszahlen zwischen Favoriten und der Innenstadt verglichen werden würden, sei an Absurdität kaum zu überbieten. Denn während es sich in der Innenstadt meist um Taschendiebstähle handelt, gehe es in Favoriten um Leib und Leben. Kaum ein Tag würde vergehen, wo nicht eine Messerstecherei in Inner-Favoriten stattfindet. Favoriten habe sich zu einem Kriminalitäts-Hotspot verwandelt. Schuld daran wäre einzig und allein SPÖ und ÖVP, so der freiheitliche Bezirksvorsteher-Stellvertreter. 

Nur Zahl der Anzeigen verglichen

Tatsächlich hat der Kurier allein die Zahl der Anzeigen wegen des Verdachts einer gerichtlich strafbaren Handlung zur Hand genommen, um zu „beweisen“, dass Favoriten gar nicht so gefährlich ist, wie allgemein angenommen. Demnach liege der „Zehner Hieb“ sogar nur auf Platz fünf in Wien. Auf die Bekanntgabe der Anzahl von Morden und Messerstechereien hat der Kurier wohlweislich verzichtet. 



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