Ja, ich habe mir vorgenommen, weniger zu schreiben. Und nur noch dann, wenn ich etwas zu sagen habe (siehe hier). Aber vielleicht hat genau dieser Ausstieg aus dem Hamsterrad dazu geführt, dass ich neue Energie hatte. Als ich heute Vormittag diese beiden Schlagzeilen ganz oben in der „Bild“ las, konnte ich einfach nicht schweigen: „Gewinn halbiert – VW streicht 50.000 StellenVolkswagen mit Gewinneinbruch: VW streicht 50.000 Stellen“, stand da, Und direkt darunter: „98 Prozent Absturz: Gewinngarant Porsche kollabiert“.
Keine Sorge – ich werde Sie jetzt nicht mit Details behelligen, die können Sie bei Bedarf in den Artikeln selbst nachlesen. Was mich bewegt, und weswegen ich diesen kurzen Text schreibe, ist die Frage: Wie kommt es, dass eine Mehrheit in diesem Land – gerade eben wieder in Baden-Württemberg, brav und untertänig genau die Parteien wählt, die diesen Untergang zu verantworten haben? Die die eigene Industrie im Namen eines vermeintlichen „Klimaschutzes“ vor die Wand fahren – allen voran das langjährige Zugpferd unseres Wohlstands, die Autoindustrie. Im Falle Volkswagen sitzt zudem die Politik auch noch in der Unternehmensführung.
Ich versuche gerade Antworten zu finden durch Lektüre des Buchs „Die Torheit der Regierenden – von Troja bis Vietnam“ von Barbara Tuchman (mehr Infos dazu hier). Ich weiß nicht, ob es ein Trost ist oder eher ein Grund zur Verzweiflung, dass es offenbar keine Ausnahme ist, sondern eher eine Gesetzmäßigkeit, dass die Mächtigen allzu oft sich selbst und das Land, das sie regieren, in den Abgrund führen.
Aber Tuchman zeigt in ihrem Buch auch auf, dass es auch anders geht. Und vor allem – früher hatten die Regierten oft keine oder zumindest keine einfache Möglichkeit, die Regierenden zu stoppen in ihrer Torheit. Bei uns würde es nur ein Kreuz in einer Wahlkabine kosten, die für Anonymität sorgt.
Doch die Mehrheit will das offenbar nicht, sie bleibt entweder zu Hause oder geht beim Wählen in den Lemming-Modus? Warum? Weil es uns immer noch zu gut geht und der neue Öko-Sozialismus noch von den Resten der alten Leistungsgesellschaft profitiert? Von dem, was unsere Großeltern und Eltern mit großem Fleiß und Entbehrungen aufgebaut haben? Oder weil sie massiv die bittere Realität verdrängt – mit tatkräftiger Hilfe der großen Medien? Ich glaube, beides. Aber ich maße mir nicht an, es genau zu wissen. Vielleicht ist das die eigentliche Torheit unserer Zeit: nicht die der Regierenden, sondern die der Regierten, die ihnen immer wieder die Schlüssel in die Hand drücken. Wir sind vielleicht die erste Generation in der Geschichte, die alle Werkzeuge in der Hand hätte, das Ruder herumzureißen – und es trotzdem nicht tut. Das ist keine Tragödie im klassischen Sinne, wo ein Held scheitert, obwohl er alles versucht hat. Es ist eine Farce. Und das Bitterste daran: In der Wahlkabine wäre es so einfach gewesen. Tuchman hätte vermutlich ein Kapitel darüber geschrieben.
Zigtausende frieren – und unsere Medien spülen alles weich. Weil’s linker Terror war, nicht rechter.
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