Jiang Xueqin, ist ein chinesischer Historiker, Pädagoge und prominenter geopolitischer Analyst und Kommentator. Er ist vor allem bekannt als Professor Jiang Xueqin. Er unterrichtet an der Peking University High School (einer der renommiertesten Oberschulen Chinas, die zur Peking-Universität gehört) und hat einen Abschluss von Yale University.
Es ist jetzt so deutlich, Professor Jang, was das Drehbuch ist, wie Sie gesagt haben. Wo passt der Iran also in dieses größere Bild? Denn die Vereinigten Staaten stehen vor einer Situation, über die sogar die Mainstream-Medien sprechen, dass das US-Militär nicht alles gleichzeitig bewältigen kann. Es wird darüber gesprochen, dass die Krisenherde rund um den Globus ein erhöhtes Risiko bedeuten, dass jede Vergeltung erfolgreich sein könnte. Sie beziehen sich auf den Iran, sprechen aber in Wirklichkeit über die ganze Welt und darüber, wie das US-Militär tatsächlich überall präsent ist.
Die US-Nationale Sicherheitsstrategie: Blaupause für imperiale Überdehnung
Professor Jang, der in dem Gespräch als Experte für geopolitische Strategien auftritt, beleuchtet zunächst ein weit verbreitetes Missverständnis über die US-Nationale Sicherheitsstrategie unter der Trump-Administration. Entgegen der Annahme, dass die USA sich auf die westliche Hemisphäre zurückziehen und Asien sowie Europa anderen Mächten überlassen würden, betont Jang, dass die Strategie etwas ganz anderes vorsieht. Sie markiert einen Paradigmenwechsel von multilateraler Zusammenarbeit hin zu unilateralem Handeln unter dem Motto „Macht ist Recht“.
Die Strategie umfasst mehrere Kernpunkte: Zuerst die Abkehr von internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, die als Hemmnisse für die amerikanische Macht gesehen werden. Stattdessen priorisiert die USA nationale Interessen und agiert einseitig. Zweitens wird die westliche Hemisphäre – einschließlich Lateinamerikas und der Karibik – als exklusives Einflussgebiet der USA deklariert, was Jang als „Trump-Corolla zur Monroe-Doktrin“ oder „Donroe-Doktrin“ bezeichnet. Dies impliziert eine dominante Kontrolle über Ressourcen wie Öl, Lithium, Kupfer und Silber, die für Hochtechnologien essenziell sind.
Drittens zielt die Strategie auf die wirtschaftliche Erdrosselung Chinas ab. Statt eines direkten militärischen Konflikts in Südostasien, der als „Selbstmord“ gilt, soll China durch Blockaden von Ressourcenlieferungen isoliert werden. Die westliche Hemisphäre spielt hier eine zentrale Rolle, da viele kritische Mineralien dort vorkommen. Jang erläutert, dass ohne diese Ressourcen keine High-Tech-Industrie – von Solarpaneelen über KI bis zu Elektrofahrzeugen – aufrechterhalten werden kann.
Ergänzend plant die USA, China in Afrika herauszufordern, wo Peking durch Infrastrukturinvestitionen Einfluss gewinnt, und Europa weitgehend aufzugeben, da es als strategisch wertlos gilt: alternde Bevölkerung, fehlende Ressourcen und Abhängigkeit von US-Schutz.
Europa wird in der Strategie als „Wohlfahrtsstaat“ abgetan, der zu sehr auf Diversität, Equity und Inclusion (DEI) sowie globale Politik fokussiert ist. Stattdessen favorisiert die USA den Aufstieg rechtsgerichteter Regime in Osteuropa wie Polen, Ungarn oder Österreich, die kooperativer sein könnten. Verbündete wie Japan und Südkorea werden als Vasallenstaaten betrachtet, deren Ressourcen, Arbeitskräfte und Wohlstand letztlich den USA gehören – inklusive japanischer Milliarden in US-Staatsanleihen.
Diese Strategie signalisiert einen Übergang von Soft Power (Konsens und Multilateralismus) zu Hard Power (militärische Dominanz), um das Imperium zu erhalten, China einzudämmen und Lieferketten zu kontrollieren. Jang argumentiert, dass dies erklärt, warum Aktionen in der Karibik (z. B. gegen Venezuela) und im Iran stattfinden: Sie dienen der Imperiumserhaltung und der Blockade Chinas. Ein Fall des Iran würde China an seiner Westfront isolieren, ergänzend zur Ostfront-Blockade durch die erste Inselkette.
Der Iran im Kontext globaler Konflikte: Katalysator für den Dritten Weltkrieg
Der Iran nimmt in Jangs Analyse eine zentrale Rolle ein. Bisherige Zurückhaltung Israels gegenüber einem Angriff auf den Iran wird auf fehlende Luftabwehrsysteme und die Abwesenheit von Flugzeugträgern zurückgeführt, die stattdessen in die Karibik oder den Pazifik verlegt wurden. Jang warnt, dass ein Krieg mit dem Iran unvermeidlich ist, da er Teil der Strategie zur Eindämmung Chinas ist.
China bezieht 50 Prozent seines Öls aus dem Nahen Osten; ein Konflikt würde die Straße von Hormuz blockieren und ostasiatische Ökonomien – China, Japan und Südkorea – kollabieren lassen. Um dies auszugleichen, müssten die USA Venezuela sichern, dessen Ölreserven den Verlust kompensieren könnten. Dies erklärt die Entführungsoperation gegen Maduro: Sie ist kein isolierter Akt, sondern Teil einer Kette, die auf einen massiven Nahost-Konflikt vorbereitet.
Jang kritisiert jedoch die Schizophrenie der US-Politik: Warum ein Drittel der Marine in die Karibik schicken, um „Fischerboote zu bombardieren“, während gleichzeitig ein Regimewechsel im Iran gefordert wird? Dies erschöpft das Militär, erfordert monatelange Planungen und ist extrem kostspielig.
Trump wird als Showman porträtiert, der auf Optik und schnelle Siege setzt – ähnlich seiner TV-Karriere mit The Apprentice –, aber Unternehmen in den Ruin trieb. Jang prophezeit, dass bis 2026 das US-Militär „ausgelaugt“ sein wird. Aktionen wie die Entführung Maduros beleidigen die Souveränität Südamerikas und vereinen Völker gegen die USA. Langfristig führt dies zu imperialer Überdehnung, Guerillakriegen und einem „finalen Endkampf“ mit dem Iran, der den Dritten Weltkrieg entfachen könnte.
Venezuela als Testfall: Von Entführung zu Guerillakrieg
Der Fokus auf Venezuela unterstreicht Jangs These. Die US-Operation – eine Entführung Maduros ohne vollständigen Regimewechsel – hat Millionen Venezolaner mobilisiert, die täglich protestieren. Jang gibt Trump „den Vorteil des Zweifels“ und sieht eine Strategie: Venezuela sichern, um Ölreserven für einen Iran-Krieg zu nutzen und asiatische Ökonomien zu stabilisieren. Die venezolanische Ölindustrie müsste modernisiert werden, um den Nahost-Verlust auszugleichen.
Doch dies ignoriert historische Ressentiments gegen den „Yankee-Imperialismus“. Beispiele wie der CIA-gestützte Putsch in Chile unter Pinochet zeigen, dass solche Einmischungen langfristig zu Widerstand führen. Jang prognostiziert, dass Wahlen in Venezuela umkämpft sein werden, Bodentruppen nötig sind und ein Guerillakrieg ausbrechen könnte – ähnlich Vietnam. Kurzfristig wirkt Trump siegreich, langfristig erschöpft dies das Imperium und verärgert Lateinamerika.
Historische Analogien: Peloponnesischer Krieg und der Fall Athens
Um die US-Situation zu veranschaulichen, zieht Jang eine Parallele zum Peloponnesischen Krieg, beschrieben von Thukydides. Athen, nach den Perserkriegen als Retter Griechenlands gefeiert, verwandelte Verbündete durch Überdehnung und Korruption in Vasallen und Feinde.
Ähnlich etablierten die USA nach dem Zweiten Weltkrieg die NATO und das Bretton-Woods-System, mit dem Dollar als goldgedeckter Reservewährung. Bis 1971 brach dies zusammen: Vietnam-Krieg, Great Society und Weltraumrennen bankrottierten Amerika; Nixon löste die Goldbindung.
Der Dollar wurde zur „Steuer für Freiheit“, führte zu Überfinanzialisierung und Auslagerung nach China. 2022 markierte Putins Ukraine-Invasion einen Wendepunkt: Sanktionen wie der SWIFT-Ausschluss scheiterten, und die Beschlagnahme russischer Vermögen löste globale Panik aus. Länder wie China und Japan wandten sich Gold zu und untergruben den Dollar. Jang sieht Amerika als „korruptes Imperium“, das Mieten einzieht und Gewalt einsetzt, wenn Widerstand kommt.
Intern führt Korruption zu Oligarchie-Konflikten: Wall Street gegen Silicon Valley (Musk, Thiel, Altman). Dies spiegelt Athens Bürgerkrieg wider und mündet in Revolution, globale Allianz gegen Amerika und Imperiumsuntergang.
Europas Rolle und die wachsende Isolierung der USA
Europa wird als strategisch irrelevant abgetan, abhängig von US-Schutz, aber zunehmend als Bedrohung für US-Interessen wahrgenommen. Jang prophezeit, dass US-Aktionen Europa entfremden: Ehemalige Verbündete erkennen Amerika zunehmend als größere Gefahr als Russland. Dies verstärkt die Isolation der USA, während China reale Infrastruktur baut und globalen Einfluss gewinnt.
Trumps Mentalität: Schnelle Siege, langfristiger Ruin
Trump priorisiert „schnelle, entschlossene Schläge“ für die Optik – Entführungen, Putsche, Machtdemonstrationen. Jang listet potenzielle Ziele: Grönland (Annexion, da Europa schwach), Kanada (etwa eine Abspaltung Albertas), Kuba (abhängig von Venezuela). Diese Schritte erzeugen Überheblichkeit, doch der Iran widersteht. Frustriert wendet Trump sich anderen Schauplätzen zu und verzögert damit nur das Unvermeidliche.
Die meisten Amerikaner unterstützen imperialen Ehrgeiz, doch die Realität – schwache Sanktionen, militärische Erschöpfung – führt zum Kollaps. Jang warnt: Bis 2026 isoliert sich das US-Imperium weiter, entfacht durch einen Iran-Krieg einen globalen Konflikt und bricht zusammen – ähnlich wie Athen.
Schlussfolgerung: Der unvermeidliche Untergang
Jangs Prophezeiung zeichnet ein düsteres Bild: US-Überdehnung, interne Konflikte und globale Ablehnung führen zum Zusammenbruch. Iran und Venezuela wirken als Katalysatoren, die einen Weltkrieg auslösen könnten. Die Strategie mag kurzfristig siegreich erscheinen, doch langfristig vereint sie die Welt gegen Amerika. In einer Welt, die imperiale Mieten satt hat, prophezeit Jang Revolution und das Ende des Imperiums – eine Warnung für 2026 und darüber hinaus.