Nach dem Angriff auf einen Zugbegleiter bei einer Ticketkontrolle in Rheinland-Pfalz ist der Mann nach Angaben der Deutschen Bahn an seinen Verletzungen gestorben.
Der Vorfall geschah am 2. Februar in einem Regionalexpress, als der Zug den Bahnhof Landstuhl verließ. Nach den bisherigen Ermittlungen kontrollierte der Zugbegleiter einen 26-jährigen Fahrgast, der keinen gültigen Fahrschein vorzeigte.
Als der Mann deswegen des Zuges verwiesen werden sollte, griff er den Bahnmitarbeiter unvermittelt an.
Bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen Griechen ohne Wohnsitz in Deutschland, sagte eine Polizeisprecherin. Der 26-Jährige sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
„Zur Tatwaffe oder möglichen Tatwerkzeugen können wir nichts sagen“, sagte die Sprecherin.
Zugbegleiter musste reanimiert werden
Der 36-jährige Zugbegleiter erlitt bei dem Angriff so schwere Verletzungen, dass er reanimiert werden musste, teilte die Polizei weiter mit. Der Schwerverletzte wurde vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Dort starb er später.
Der Angreifer wurde vor Ort von Polizisten festgenommen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags übernahm die Kriminaldirektion Kaiserslautern.
DB-Chefin: Schwarzer Tag
Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, schrieb in einem Beitrag auf der Plattform Linkedin, der Tod des Mitarbeiters mache sie „fassungslos und traurig“.
„Wir alle bei der Deutsche Bahn verurteilen diesen schrecklichen Gewaltexzess und den völlig sinnlosen Tod des Kollegen aufs Schärfste. Wir alle müssen uns die Frage stellen, warum es immer wieder zu solchen Gewaltausbrüchen kommt.“
Es sei ein schwarzer Tag für alle Eisenbahner, ihr tiefes Mitgefühl gelte seinen Angehörigen, Freunden und Kollegen.
Der Chef der Eisenbahn-Gewerkschaft EVG, Martin Burkert, zeigte sich „bestürzt und fassungslos“. Vor allem aber seien die Beschäftigten „wütend“, erklärte er. Denn die Zahl der Übergriffe bei Bahn und Bus steige seit Jahren. „Und die Politik schaut zu.“
Jahrelang sei an der Sicherheit von Personal und Fahrgästen gespart worden, kritisierte der Gewerkschaftschef. „Auf vielen Zügen im Nahverkehr gibt es nur einen Zugbegleiter. Sicherheitspersonal fährt fast nie mit.“ (afp/ks)