Zum einjährigen Jubiläum der schwarz-rot-pinken Bundesregierung mussten sich die drei Parteichefs von ÖVP, SPÖ und Neos im ORF-Gespräch für ihr Versagen rechtfertigen – und wie erwartet kam der Auftritt des Trios bei den Zuschauern nicht gut an, wie die Quoten zeigen. Anders sah es bei FPÖ-Chef Herbert Kickl aus, der im Anschluss in der „ZiB 2“ zu sehen war.
Parteichefs mussten sich rechtfertigen
Zur besten Sendezeit waren am gestrigen Dienstagabend ÖVP-Kanzler Christian Stocker, SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler und Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger bei den Moderatoren Susanne Schnabl und Klaus Webhofer angetreten. Das war für die drei alles andere als angenehm, denn es ging um Themen wie gebrochene Versprechen, Steuergeld für Mediationen im Irak, die exorbitanten Beraterkosten der Regierung, hochbezahlte Posten sowie den „Postenschacher-Prozess“ von ÖVP-Klubobmann August Wöginger, dem die ÖVP bekanntlich weiterhin die Treue hält.
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Kickl rechnete mit Regierung ab
Herbert Kickl sprach anschließend in der „ZiB 2“ über seine Kritik an der Regierungspolitik, stellte die offiziellen Inflationszahlen infrage und forderte Einsparungen bei ideologischen Förderungen sowie strengere Bedingungen für Zahlungen an die Ukraine.
Wetter interessanter als Ampel-Vertreter
Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Kickl war der klare Quotensieger. 17 Prozent der Zuschauer, also etwa 1,27 Millionen Menschen, sahen das Dreier-Gespräch und den Kickl-Auftritt ab 20.15 Uhr. Zu Beginn des Auftritts von Stocker, Babler und Meinl-Reisinger wurde jedoch fleißig weggeschaltet: Sahen die „Seitenblicke“ noch etwa eine Million Menschen, waren es beim Wetter nur noch 860.000 Zuschauer – und bereits in den ersten Minuten von „Ein Jahr Regierung – das Interview“ sanken die Einschaltquoten auf nur noch 375.000.
Kickls Auftritt in der „ZiB 2“ interessierte die ORF-Zuschauer hingegen deutlich mehr, denn hier wollten 523.000 Menschen das Interview mit dem FPÖ-Chef sehen.