„Formen politischer Inquisition sind keine Seltenheit“, eine davon sei das „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ (DÖW) – so fasst Helmut Neuhold die Rolle des linken Privatvereins in einem Kommentar auf exxpress.at zusammen.

Privater Verein bestimmt, wer „rechtsextrem“ ist

Das DÖW, das gerichtlich bestätigt unter anderem als „pseudowissenschaftlich“ bezeichnet werden darf, und das eigentlich Quellen sammeln und Informationsarbeit über Widerstand und Verfolgung im Dritten Reich leisten soll, hat sich auch die Wiedergutmachung für die NS-Opfer und vor allem die Bekämpfung des „Rechtsextremismus“ auf die Fahnen geschrieben. Mit Publikationen wie dem „Rechtsextremismusbericht“ oder dem „Rechtsextremismus-Barometer“ im Auftrag des ÖVP-geführten Innenministeriums macht der vom Soziologen Andreas Kranebitter geleitete Verein regelmäßig einen großen Teil der Österreicher zu Extremisten.

Mit seinem ursprünglichen Auftrag hat das DÖW allerdings wenig zu tun, findet Neuhold. Ein zentraler Kritikpunkt: Ein privater Verein dürfe bestimmen, wer als „rechtsextrem“ gelte und deshalb verfolgt werden müsse – und berufe sich dabei auf den „österreichischen Widerstand“, den es im Dritten Reich ohnehin kaum gegeben habe. Beim DÖW handle es sich um das „Dokumentationsarchiv eines in Wirklichkeit niemals existent gewesenen österreichischen Widerstandes“, hatte der Kolumnist Richard Nimmerrichter unter seinem Pseudonym „Staberl“ einmal formuliert.

Nazi-Gründer wurde zum „Antifaschisten“

Auch die Gründung des DÖW war bemerkenswert, erklärt Neuhold. So war einer der beiden führenden Gründungsväter Ludwig Franz Jedlicka, der 1930 in die Hitler Jugend (HJ) eingetreten war und 1935 – bereits als sogenannter „Illegaler“ – in die NDSAP aufgenommen wurde. Gleichzeitig habe er sich abgesichert, indem er bei den Austrofaschisten angedockt habe. Das habe einigen Nazis nach der „Machtübernahme“ missfallen; erst 1941 habe ein Gaugericht bestätigt, dass Jedlicka ein überzeugter Nationalsozialist sei. Er habe im NS-System Karriere gemacht und sei auch antisemitisch in Erscheinung getreten.

Von der NSDAP zur ÖVP-Karriere

Als er 1943 bemerkte, dass sich die Kriegslage wendete, habe sich Jedlicka dem „militärischen Widerstand“ angeschlossen. Erst mit dem Einmarsch der Roten Armee trat er offiziell dem Widerstand bei. Der neue „antifaschistische Held“ habe später sogar behauptet, bei der Schlacht um Wien die rot-weiß-rote Flagge am Rathaus gehisst zu haben – was wohl niemand außer ihm gesehen habe. Dies habe Jedlicka ermöglicht, seine Karriere in der ÖVP weitgehend „unbelastet“ fortzusetzen. Zusammen mit dem Kommunisten Herbert Steiner habe er das DÖW gegründet; wenig später wurde der ehemalige Nationalsozialist sogar Universitätsprofessor.

Staatsbesuche im „Reich des wahren Sozialismus“

Steiner selbst, 1923 geboren, war Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes. 1963 übernahm er die wissenschaftliche Leitung des DÖW, ab 1982 lehrte er Zeitgeschichte an der Universität Wien. Bis 1968 soll er weiterhin für die Kommunisten tätig gewesen sein. 1972 gründete er sogar eine „Freundschaftsgesellschaft“; auch den Besuch von Bruno Kreisky soll er organisiert haben.

Linke „Experten“ sitzen auch in der Justiz

„Aufrechte und ehrenwerte Demokraten“, die das DÖW uns beschert hätten, seien Jedlicka und Steiner gewesen, so Neuhold sarkastisch: Dieses wache nun „über unsere politisch korrekte Gesinnung und bekämpft die ‚Rechten‘ – wozu alle gehören, die nicht links-grün oder ‚liberal‘ sind. Ihre ‚ExpertInnen‘ befinden auch vor Gericht, wer ein Nazi ist und bestraft werden muss“, so Neuhold.

Die „Bibel“ des DÖW: das „Handbuch Rechtsextremismus in Österreich“. Für Neuhold steht fest: Es gehe darum, alle „Ketzer“ namhaft zu machen. Die Nachfolger der Gründer würden diese Tradition fortsetzen, der neue Leiter Kranebitter sorge für Kontinuität.“

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Von Veritatis