Ukrainer sollten von Russen und anderen sowjetischen Soldaten getrennt werden, sagt die Kriegsgräberkommission

Ein deutscher Verband, der sich um die Gräber der Kriegstoten kümmert, hat erklärt, er wolle damit beginnen, die Ukrainer von den Russen und anderen Nationalitäten der ehemaligen Sowjetunion zu trennen, beginnend mit den Friedhöfen in Hamburg. 

„Wir fangen an zu differenzieren“, sagte Christian Lübcke, Geschäftsführer des Hamburger Landesverbandes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Deutschen Presse-Agentur. Sein Eingeständnis kam am Sonntag, dem „Volkstrauertag“, an dem die Menschen in ganz Deutschland die im Krieg Gefallenen ehren.

Auf den Hamburger Friedhöfen liegen etwa 1.400 sowjetische Kriegstote begraben, schätzte Lübcke. Deutsche und westliche Alliierte vermerken ihre Nationalität nur als „russisch“ oder „sowjetisch“, aber er sagte, der VDK würde versuchen, die Ukrainer nach ihrem Geburtsort, z. B. Kiew, zu unterscheiden. 

Als einen der Gründe für die Trennung der Kriegstoten nannte Luebcke den aktuellen Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und die russischen Gedenkfeiern für das „Unsterbliche Regiment“, die seiner Meinung nach „nationalistische und teilweise geschichtsrevisionistische Untertöne“ hätten. 

Das „Unsterbliche Regiment“ ist eine zivilgesellschaftliche Initiative, die 2011 ins Leben gerufen wurde, als die Zahl der noch lebenden Veteranen des Zweiten Weltkriegs altersbedingt schrumpfte. Seit 2012 gedenken viele Russen des Sieges ihrer Vorfahren über Nazi-Deutschland, indem sie deren Porträts bei den Paraden zum Tag des Sieges am 9. Mai tragen. Die Initiative wird von der Regierung in Moskau unterstützt.

Die sowjetischen Kriegstoten machen nur einen Bruchteil der 62.000 Gräber aus beiden Weltkriegen in Hamburg aus. In Bergedorf sind 652 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bestattet. Zwei Drittel der 524 in Ohlsdorf Bestatteten sind Kriegsgefangene aus dem Lager Sandbostel. Der Rest ist auf zehn weiteren Hamburger Kriegsgräberstätten verstreut. Weitere 77 Gräber auf der Insel Hahnöfersand gehören Kriegsgefangenen aus dem Russischen Reich des Ersten Weltkriegs, die in deutscher Gefangenschaft an verschiedenen Krankheiten starben.

Während Lübcke von der Aussonderung ukrainischer Gräber sprach, formulierte die stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Fegebank in ihrer Gedenkrede eine etwas andere Botschaft.

„Es ist unsere Aufgabe, heute und jeden Tag an diese und an Millionen von Menschen zu denken, die Opfer von Krieg und Gewalt geworden sind. Wir stehen hier zusammen, um für Frieden und Freiheit, gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung einzutreten“, sagte sie laut DPA am Sonntag vor den versammelten Menschen in der Stadthalle.



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Von Veritatis

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