Viele rumänische Politiker betrachten die ehemalige Sowjetrepublik Moldawien als Teil Rumäniens. Auch in Moldawien gibt es Befürworter einer Fusion der beiden Länder. Strikt dagegen sind die Behörden des autonomen Gebiets Gagausien, die Chișinău mit einer Abspaltung drohen.

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges wachsen auch die Spannungen rund um Moldawien. Neben dem jahrzehntelangen Streit mit der selbsterklärten Republik Transnistrien wird jetzt die Regierung in Chișinău mit dem wachsenden politischen Widerstand im autonomen Gebiet Gagausien konfrontiert. Dessen Gouverneurin Evghenia Guțul hat der prowestlichen Führung um Präsidentin Maia Sandu mit einer Abspaltung gedroht.

Gagausien-Leiterin: Moldawien sollte mit Russland befreundet sein

Am Freitag verurteilte die gagausische Spitzenpolitikerin auf Telegram die Worte des rumänischen Ministerpräsidenten Marcel Ciolacu, wonach Moldawier eigentlich Rumänen seien. Guțul korrigierte den Regierungschef des EU- und NATO-Landes, indem sie unter den Einwohnern der ehemaligen Sowjetrepublik Vertreter vieler anderer Nationalitäten aufzählte: Gagausen, Ukrainer, Russen, Bulgaren und nicht zuletzt eben Moldawier. Die Gouverneurin bemerkte dabei, dass es Moldawien gelungen sei, “harmonische zwischenethnische Beziehungen” und “bürgerliches Einvernehmen” aufzubauen.

“Für die absolute Mehrheit der Einwohner unseres Landes gibt es nur eine Heimat – und zwar die Republik Moldau.”

Transnistrien bittet Russland um Hilfe: Kritische Lage wegen Wirtschaftsblockade durch Moldawien

Rumänien und seine Kultur würden in Gagausien respektiert. Es bestehe auch ein gewisses Interesse gegenüber dem Nachbarland, schrieb Guțul weiter. Die lokale Regierung wolle enge wirtschaftliche und kulturelle Beziehungen mit dem EU-Land entwickeln, erwarte aber auch, dass Rumänien ebenfalls Moldawien als Staat und den besonderen rechtlichen Status Gagausiens respektiere.

Gleichzeitig warnte Guțul die Regierung in Chișinău vor einem Zusammenschluss mit Bukarest. Sollte es dazu kommen, würde Gagausien nicht schweigen. Sie verwies auf einen Volksentscheid vom 2. Februar 2014, bei dem sich die überwiegende Mehrheit der Einwohner des autonomen Gebiets gegen eine Annäherung an die Europäische Union ausgesprochen hatte. Die Politikerin bezeichnete ihre Region als Anker für die Unabhängigkeit Moldawiens.

“Jegliche unionistischen Unterfangen bedeuten einen unverzüglichen Start für die Abspaltung Gagausiens und die Rückkehr zur unabhängigen Republik Gagausien. Wir sind uns sicher, dass Einwohner vieler anrainender moldawischer und bulgarischer Siedlungen uns unterstützen und sich uns anschließen werden.”

Dennoch brachte die Gouverneurin ihre Hoffnung zu Ausdruck, dass der gesunde Menschenverstand die Oberhand gewinnen werde.

Militärbasis in Rumänien: Wie die USA das Kräfteverhältnis an Russlands Grenze verändern wollen

Die eindeutigen Warnungen Guțuls erfolgten, nachdem Rumäniens Regierungschef Ciolacu in einem exklusiven Interview mit dem Nachrichtenportal DC News erklärt hatte, dass er für einen Zusammenschluss zwischen seinem Land und Moldawien sei. Niemand könne ihm dies verbieten. Die Union der beiden Staaten werde im Rahmen der EU geschehen, oder man werde einen andren Weg dafür finden, sagte der Politiker.

Nach dem Zerfall der UdSSR hatte Moldawien seine Unabhängigkeit erklärt. Viele Politiker im benachbarten Rumänien betrachten es aber als Teil des EU-Landes und setzen sich für einen Zusammenschluss ein. Bukarest unterstützt auch politische Parteien in Moldawien, die für eine Angliederung an Rumänien eintreten. Gagausien ist seit dem Jahr 1994 ein autonomes Gebiet der Republik Moldau, das über eine eigene Regierung verfügt und drei Amtssprachen – Gagausisch, Russisch und Moldawisch – hat.

Mehr zum ThemaAnti-Spiegel-TV: Nachlassendes “we stand with Ukraine” und das Pulverfass Moldawien

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des “Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes” am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.





Source link

Von Veritatis