Tobias Riegel kommentiert hier einen Offenen Brief mehrerer Dutzend Nobelpreisträger. Sie hätten „eine ´drastische Erhöhung der Hilfe für die Ukraine´ gefordert, denn die Ukraine müsse ´gewinnen, nicht nur ‘nicht verlieren´’“. Unhaltbare historische Parallelen würden zur „unseriösen Meinungsmache genutzt“. Abschließend wird hinterfragt, ob es Widerspruch aus „der Wissenschaft“ gegen solche Äußerungen gibt: „Ein solcher Widerspruch wäre jetzt also dringend notwendig“. Wir haben hierzu interessante E-Mails erhalten und danken dafür. Es folgt nun eine Auswahl der Leserbriefe, die Christian Reimann für Sie zusammengestellt hat.

1. Leserbrief

Lieber Herr Riegel,

ich gehe davon aus, dass diese bis dato 785 Männlein und Weiblein sich bereits direkt an der Front befinden und ihre Stellungen bezogen haben!

“Drastische Erhöhung der Hilfe für die Ukraine. Die Ukraine muss gewinnen, nicht nur ‘nicht verlieren’. Rechtzeitige Hilfe wird den Verlust von Menschenleben verringern und dazu beitragen, den Aggressor von ukrainischem Boden zu vertreiben”. 

So kann nur in einem offenen Brief -quasi als Frontbericht- argumentiert werden, wenn die Gegebenheiten vor Ort in der Ukraine live erlebt werden und diese doktorschen “global warriors” mitansehen müssen, wie neben ihnen die Menschen ihr Leben verlieren. Rechtzeitige Hilfe von immerhin 785 “Frischen” ist dort also bereits eingetroffen. Das freut mich, kann so doch gemeinsam “Stärke” dem Herrn Putin gegenüber gezeigt werden! Sollte dem nicht so sein und der offene Brief wurde von 758 Warmduschern im eigenen behaglichen Badezimmer oder von der noch behaglicheren Couch im noblen Wohnzimmer aus unterzeichnet, dann zeige ich mit dem Finger auf die und sage: Kriegspropagandisten verzieht Euch! Friedensverhandlungen sofort!!

Beste Grüße
Claudia L.

2. Leserbrief

Sehr geehrte Nachdenkseiten,

zwei kurze Kommentare zum ausgezeichneten Artikel von Tobias Riegel:

Erstens, wir lernen dass Nobelpreisträger auch nur Menschen sind, und genauso anfällig für Propaganda wie der „kleine Mann“, über den sie sich so gerne erhaben fühlen.

Zweitens, aus der „aktiven“ Wissenschaft ist kein Widerspruch zu erwarten. Das Universitätspersonal ist heute komplett auf Linie getrimmt, jeder politisch kritische Widerspruch hätte unmittelbare persönliche Konsequenzen. Kritik kommt allenfalls noch von verrenteten Wissenschaftlern, und auch hier wird es nicht mehr lange dauern bis wir, neben den manchmal möglichen Kündigungen (z.B. Guérot, Baab), die ersten Disziplinarverfahren gegen Beamte wegen Illoyalität sehen werden.

Freundliche Grüße, Wolfgang Blendinger

3. Leserbrief

Ein zutiefst schockierender Kommentar von Tobias Riegel. Die Textbeispiele zeigen eine unfassbar geschichtsvergessene Buchstabenaggression einer sich selbst überhöhenden Geisteselite, die unsereinen speien macht. Alfred Nobel hat sein Preisgeld zu 5 Teilen ausgelobt und zwar nicht nur für die “reinen Wissenschaften” sondern ausdrücklich auch für Friedensbemühungen! Autor Riegel hat uns NDS-Konsumenten nicht mit den Namen der Epigonen des großen Nobel traktiert. Mir hätte das nicht wehgetan. Wenn ich bedenke, wer alles in Aachen als Karlspreisträger an er Wand hängt (war gerade dort),überkommt einen erneut das Würgen. Nun wissen wir es halt nicht, obwohl so mancher Nachdenkleser den hier thematisierten “Offenen Brief” gerne gelesen hätte.

Hunderte “Wissenschaftler” stimmen überein mit der Elite der Geistesnobilität und haben den Brandbrief unterschrieben. Ein Leserbrief sollte die Prinzipien der”Nettikette” respektieren! Ganz verstohlen würde man doch klammheimlich gerne die ganze Bande Buchstabenungeheuer auf das Dynamit des Alfred setzen. Dazu kommt noch die lächerliche Darstellung einer Ermordung des Nawalny. Die Herrschaften wären als Kriminalisten preislos aus dem Staatsdienst entlassen worden. Da ist Christo Grozev der Großinquisitor des Recherchengewürges Bellingcat schon ein wenig näher an der Wahrheit: Er ist nämlich der AKTUELLE Liebhaber der Witwe Nawalnys. Noch tiefer will man nicht sinken (Netiquette), darum ein Dank an Tobias Riegel, dass er uns daran erinnert hat, wes Geistes Kind so mancher Elitäre ist!

Dieter Münch

4. Leserbrief

Diese Kriegercligue von wissenschaftlichen Oberschichtlern scheint gut vernetzt zu sein. Was können wir als Bürgerinnen und Bürgern tun. Die Unterschriftenaktion von Alice Schwarzer war seinerzeit ein Riesenerfolg gewesen. Als Rentnerin nur mit einem IPhone kann ich nicht viel ausrichten. Ich hoffe, dass sich eine Gegeninitiative bildet. Man kann da einige Sätze von Antje Vollmer einbauen von „Was ich noch zu sagen hätte“ aus der Flugschrift „Den Krieg verlernen“.

P.S. Die sogenannte Rassenideologie ist von Wissenschaftlern begründet worden. D. h. Wissenschaftler müssen keine besseren Menschen sein als die Krankenschwester und der Tischler.

Christine Ullrich

5. Leserbrief

Hallo Herr Müller, Herr Berger, Herr Riegel,

zu Ihrem Artikel:

“No more tolerance to Putin’s regime! An appeal from scholars of the world  T-INVANT”

Da bleibt einem die Spucke weg. wie im dritten Reich oder bei der “Corona-Pandemie”, die pseudo Elite meldet sich zu Wort.

Ich habe die Liste der Unterzeichner gelesen, Stand am 27.03 2024 laut T-INVANT >700 gesamt, bei sehr vielen konnte man feststellen sie kommen aus Deutschland.
Die vielen Unterzeichner und überwiegend Akademiker, erschreckt denjenigen der meint unsere akademische Elite hätte Verstand! Corona zeigte dies in allen Bereichen, nur eine Minderheit der Akademiker stellte sich Quer.

Sind die alle vom CIA durch eine Gehirnwäsche gezogen wurden, oder haben die Ihr Gehirn freiwillig auf US-Level heben / senken lassen?
Bei uns im schwäbischen und wenn man gläubig ist sagt man, “Herr schmeiß Hirn ra”.

Oder nach Arthur Schopenhauer:
Unter allen Ständen finden wir Menschen von intellektueller Überlegenheit, und oft ohne alle Gelehrsamkeit. Denn natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhardt Faaß

6. Leserbrief

Liebe Nachdenkseiten,

das Drehbuch ist bekannt: The Grand Chessboard: American Primacy and Its Geostrategic Imperatives, Zbigniew Brzezinski, 1997

Die Methoden der Propaganda sind bekannt: The Basic Principles of War Propaganda, Anne Morelli, 2001

Wenn sich nun eine ganze Riege renommierter Wissenschaftler für das Offensichtliche vor den Karren spannen lässt, dann zeugt das entweder von einer erschreckenden Uninformiertheit oder einer bedingungslosen Unterstützung der Strategie des transatlantischen Hegemons. Beides lässt mich sprachlos zurück.

Würde Erich Maria Remarque noch leben, er sähe erneut eindrucksvoll seine Erkenntnis bestätigt:
“Ich dachte immer, jeder Mensch sei gegen den Krieg, bis ich herausfand, dass es welche gibt, die dafür sind, besonders die, die nicht hingehen müssen.”

Viele Grüße
Andreas Scherrer

7. Leserbrief

Liebe Redaktion der NDS, Herr Riegel,

der kurzen und prägnanten Kritik von Tobias Riegel kann ich folgen. Was den Wunsch nach einer öffentlichen Gegenrede durch andere Wissenschaftler angeht, so habe ich hinsichtlich Zustandekommen und Wirkung aber gewisse Zweifel.

Der von Tobias Riegel kritisierte “Offene Brief” ist ein Pamphlet aus jahrelang eingetrichterten Feindbild-Stereotypen, so was lässt sich relativ einfach formulieren.
Dass es aus der Feder von Wissenschaftlern stammt, verwundert nicht: diese akademische Schicht ist durch die Lektüre von Qualitätsmedien wie Spiegel, Süddeutsche, Zeit usw. (in England, USA, Frankreich usw. findet man ohne Weiteres Entsprechungen) “in besonderem Maße durch die herrschenden Gedanken indoktriniert”, um Rainer Mausfeld zu zitieren. Und es kommt bei den dominierenden Medien gut an.

Das Verfassen und die Verbreitung eines Widerspruches stösst demzufolge wohl auf größere Hindernisse.
Alleine die Formulierung erforderte einige Mühen: Wenn ich lese, dass “sich München 1938 nicht wiederholen darf”, kommt mir ein Satz von Brecht in den Sinn: “Ganz ungereimte Behauptungen sind unwiderlegbar”.
Sicher gibt es eine Reihe von Wissenschaftlern, die nicht “indoktriniert” sind, vermutlich aber eher in weniger Nobelpreis-trächtigen Disziplinen. Die Liste der erst-unterzeichnenden Nobelpreisträger strotzt dagegen nur so von Naturwissenschaftlern: Physik, Chemie, Medizin. Ich bin selbst promovierter Naturwissenschaftler und abweichendes Denken in politischen, gesellschaftlichen Fragen ist da eher seltener anzutreffen als in der Allgemeinbevölkerung (auch wenn das nur anekdotische Evidenz ist). Mit dem Prestige der Erstunterzeichner des vorliegenden Offenen Briefes könnten die Verfasser einer Widerrede vermutlich nicht konkurrieren, auch wenn sie Vertreter von Disziplinen mit höherer Kompetenz in der Sache wären. Und im Mainstream würde eine solche Widerrede entweder verschwiegen oder zerrissen.

Von möglichen Folgen für die soziale und ökonomische Existenz der Verfasser gar nicht erst zu reden.

Beste Grüße
Heiner Biewer

8. Leserbrief

Sehr geehrte Redaktion der NDS. 

Wir waren von dem Schreiben der Nobelpreisträger ebenso geschockt wie Sie und schrieben deshalb einen Brief an die auf der Seite des Schreibens angegebene Mailadresse mit folgendem Wortlaut:

Sehr geehrte Nobelpreisträger,

wenn schon Wladimir Putin gegen die UN-CHARTA verstoßen hat, dann sollten Sie zumindest so vernünftig sein und andere nicht dazu aufrufen, Gleiches zu tun. Auch geht ein von außen befeuerter Regimewechsel in Russland völlig an der Tatsache vorbei, dass selbst bei möglicherweise geschönten Wahlergebnissen mehr als die Hälfte der Russen hinter Putins Politik steht. Das in Frage zu stellen, wäre Hybris und würde den russischen Menschen das Recht absprechen, über die Politik ihres Landes selbst zu entscheiden. Auch stellt es eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines Landes dar.

Was von außen völkerrechtswidrig  befeuerte regime changes unter westlicher Führung anrichten, sehen wir im Irak, in Libyen, Afghanistan und Syrien. Failed States, Millionen von Toten ( das sind die schlimmsten Opferzahlen seit dem 2. Weltkrieg, by the way), Millionen von Flüchtlingen, Hunger und Elend durch arrogante Sanktionen. 

In Ihrem Schreiben sprechen Sie über den gewählten Präsidenten eines Landes in der Terminologie des Kalten Krieges, die wir überwunden glaubten. Das ist beängstigend, weil konfliktfördernd.

Wir fordern Sie hiermit auf, Ihren Einfluss geltend zu machen für die Beachtung des Friedensgebotes der UN-CHARTA durch Ihre und unsere Regierungen. Siehe Anhang.

Alles daran zu setzen, entstandene Konflikte friedlich beizulegen bzw. durch respektvollen Umgang miteinander zu vermeiden –  Diese Bemühungen vermissen wir bei einigen westlichen Regierungen und damit können wir als Bürger dieser Länder nicht davon ausgehen, dass unsere Regierungen alles tun, um den Frieden zu erhalten. Sie sollten Ihren Einfluss geltend machen und Regierungen zum Erhalt und zur Wiederherstellung des Friedens auffordern. Immer mehr und immer mehr Waffen töten, töten, töten. Sie beenden das Blutvergießen nicht. Sie werden auch der Ukraine nicht zum Sieg verhelfen, sondern ihre Menschen weiterhin töten. Fraglich in Ihrer Rhetorik ist auch, wie ein solcher Sieg aussehen soll. Keine der Kriegsparteien darf militärisch siegen. Das wäre furchtbar für uns alle, denn es bedeutet die Ausweitung des Krieges auf weitere Länder Europas, nämlich auf die, die sich immer mehr mit Waffenlieferungen, militärischer Aufklärung und Ausbildung sowie mit Langstreckenraketen oder sogar Truppen am Krieg beteiligen werden. Da Sie ja Herrn Putin für ein solches skrupelloses Monster halten, müssen Sie ja auch damit rechnen, dass es dazu kommt, je mehr sich andere Länder, die nicht angegriffen wurden, einmischen. Laut UN-CHARTA trügen diese Staaten dann eine Mitschuld an der Ausweitung des Krieges auf Europa.

Die Mehrheit der Menschen in Europa möchte das nicht. Die Vorgeschichte dieses Krieges, den “Vorkrieg”, wie Christa Wolf es nannte, dürfen wir nicht außer Acht lassen. Es gibt Ursachen für den völkerrechtswidrigen Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine, die natürlich keine Legitimation dessen darstellen. Das Angebot der Beseitigung dieser Ursachen könnte immer noch den Krieg beenden und Schlimmeres verhindern.

Mit freundlichen Grüßen Ilka und Werner Müller, Deutschland.

Wir hoffen auch, dass Prominente einen Aufruf für Frieden und Verhandlungen starten.

Mit freundlichen Grüßen Ilka und Werner Müller

9. Leserbrief

Moin,

seit “Corona”, also seit dem Anbeginn massivster Propaganda von Seiten der Medien wie auch der Politik ab dem Frühjahr 2020 bis heute, hat sich herauskristallisiert, daß sogenannte “Intellektuelle” das erste respektive größte Opfer von Propaganda werden. Das liegt vermutlich daran, daß solche Menschen gelernt haben, sich eigenständig zu informieren, aber leider auch, Staat & Medien zu sehr zu vertrauen. Dicke Zeitungen mit hunderttausenden von Buchstaben, die sogar Fremdwörter enthalten und in einem Duktus daher kommen, der ihnen geläufig ist, suggerieren nicht nur ein Informiertsein, sondern auch einen bestimmten Aufwand, den sich niemand machen würde, wenn er täuschen wollte — dabei ist mit Hilfe von Computern & Maschinen innerhalb kürzester Zeit jegliche Dicke & Form von Zeitungen herstellbar, mit der heutigen KI sogar der Inhalt. Man macht sich die Geschwindigkeit des technischen Fortschritts zu Nutze, um die Bürger zu täuschen. Aber nicht nur: Seit Erfindung des Buchdrucks haben die Mächtigen entdeckt, wie beeinflußbar die Bevölkerung durch Informationen in der Öffentlichkeit wird. Das hatte einst “Die Anstalt” (R.I.P. gutes Kabarett) thematisiert: Menschen mit hochtrabenden Titeln in weißen Kitteln werden gerne als Propaganda-Streuer mißbraucht, da der naive Bürger eine gute Bildung mit einem gerüttelt Maß an Verantwortung verbindet — eine fatale Annahme. Gerade diejenigen, die viel zu verlieren haben, lassen sich am besten fremdsteuern.

Nobelpreisträger als besonders Gebildete sind sehr nah an Unternehmensstrukturen dran — schließlich entstand die Nobelstiftung aus dem Reichtum eines Unternehmers –, welche bekanntermaßen heute sehr eng mit der Politik verflochten, wenn nicht gar regelrecht verschmolzen sind. Je höher man im politischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen oder sozialen Ansehen steht, desto anfälliger wird man für Korrumpierung. Diese Nähe macht einen “betriebsblind” dafür, zu merken, daß man nicht “belohnt” wird mit einem Preis & Preisgeld, sondern dies nur ein Schmerzensgeld für die Vergewaltigung des eigenen Gewissens darstellt, eine globale Agenda durchzusetzen, die Menschen mit sehr viel Geld noch weiter privilegiert, während dem großen Rest immer mehr von dem ohnehin schon Wenigen genommen wird. Im Falle von Krieg oder experimentellen Gen-Spritzen geht man dabei buchstäblich über Leichen — und das ganz bewußt! Da kann sich niemand mehr herausreden, daß er nicht gewußt habe, daß Lipid-Nano-Partikel Krebs verursachen oder Bomben Körperteile zerfetzen.

Das steht übrigens im krassen Widerspruch [1] zum Anliegen vom Nobelpreis-Initiator Alfred Nobel, der, so nebenbei erwähnt, mit der Erfindung des Dynamits sehr reich wurde:

“Nobel hatte in seinem Testament vom 27. November 1895 verfügt, dass der größte Teil seines Reichtums in eine Stiftung fließen solle. Die Zinsen aus dem Stiftungskapital sollten als Preis jenen zukommen, die jeweils “im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen gebracht haben”, und zwar auf den Gebieten der Physik, der Chemie, der Medizin, der Literatur sowie “an denjenigen, der am meisten oder am besten auf die Verbrüderung der Völker und die Abschaffung oder Verminderung stehender Heere sowie das Abhalten oder die Förderung von Friedenskongressen hingewirkt hat.””

Ironischerweise wurde Carl von Ossietzky, der mit aller Kraft & Leidenschaft den Faschismus bekämpfte und die Profitgier der Waffenhersteller explizit benannte, bewußt davon abgehalten, den Nobelpreis zu erhalten:

“1935 sollte der in Hamburg geborene Pazifist Carl von Ossietzky den Friedensnobelpreis erhalten. Die Nazis hatten ihn 1933 verhaftet und in ein Konzentrationslager gesteckt. Sie übten Druck aus, um die Vergabe zu verhindern. Tatsächlich setzte das Komitee die Verleihung aus. Die Preisvergabe wurde zurückgestellt, konnte aber noch nachgeholt werden. 1936 wurde der inzwischen schwerkranke von Ossietzky der Preis zugesprochen. Er wollte ihn auch persönlich entgegennehmen, zur Ausreise nach Norwegen kam es aber nicht: Die Nazis ließen dies nicht zu. Zwei Jahre später starb von Ossietzky.”

Nobelpreisträger, die sich für Krieg aussprechen, sind ein Widerspruch in sich. Alle, jeder Einzelne, der unterschrieben hat, sollten auf der Stelle den Nobelpreis zurückgeben inklusive dem Preisgeld. Sie haben nicht nur sich, sondern auch das Anliegen des Preises entehrt. Man könnte fast meinen, daß sie “selektiv gebildet” worden sind, zwar reich an Wissen, aber arm an Empathie, Analysefähigkeiten und sozialem Charakter. Oder es bedarf einem ungesunden Maß an Skrupellosigkeit, um dem Elend, dem Tod und dem Leid von Millionen Menschen das Wort zu reden. Wie kann man sich, vor allem als mutmaßlich Gebildeter, nur derart instrumentalisieren lassen? Oder haben sie gar selbst Aktien von Rüstungsunternehmen & profitieren direkt von ihrer eigenen Intervention? Bei so viel Menschenverachtung bleiben nicht mehr viele Motive für eine mögliche Motivierung übrig, so zu handeln. Unfaßbar für Menschen mit einem gesunden Maß an Sozialempfinden. Jedoch: “Die Wissenschaft” hat sich seit “Corona” selbst diskreditiert, mit den Lügen vom “menschengemachten Klimawandel” zersetzt sie sich weiter. Man kann daher davon ausgehen, daß solche “offenen Briefe” in der Gesellschaft immer seltener verfangen. Oder, um es mit Ulrike Guérot [2] zu sagen: Die Resilienz in der Gesellschaft ist erfreulich höher als gedacht. Das läßt hoffen.

Mit freundlichen Grüßen,
Michael Schauberger

[1] ndr.de/geschichte/Nobelpreis-Eine-Geschichte-von-Ehre-Ruhm-und-Geld,nobelpreis2.html

[2] Ulrike Guérot: „Dass auch Deutschland endlich umfassend mit einer Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen beginnt.“

10. Leserbrief

Hallo Nachdenkseiten-Team,

in der Tat ein interessanter Brief. Ich lasse den Teil mit Nawalny mal weitgehend beiseite, der ohnehin nur dazu dient, den Handlungsbedarf darzulegen sich über einen unbestimmten Zeitraum oder bis Russland passend gemacht worden ist, völkerrechtswidrig in seine inneren Angelegenheiten einmischen zu müssen.

Spannend ist allerdings, was die Damen und Herren Wissenschaftler dazu so alles zu wissen glauben. Ansonsten sind speziell die Geschichtskenntnisse, gerade der jüngeren Geschichte, als ausgesprochen zweifelhaft zu bezeichnen.

Aber wenn es schon um München 1938 geht, würde ich die Parallelen woanders sehen. Das damalige Abkommen hatte eher weniger mit Appeasement zu tun, so wird es nur im Nachgang gedeutet, als mit der damaligen Notwendigkeit selber erstmal Kriegsvorbereitungen treffen zu müssen.

Das Gegenstück zu München 1938, ist meiner Meinung nach Minsk 2015. Dort ging es ebenfalls weniger um die Inhalte, als um die Möglichkeit die Ukraine in der Zwischenzeit kriegsbereit zu machen und den Konflikt, als Bonus, nebenbei am Köcheln zu halten. War der dann auch einer der wesentlichen Kriegsgründe und Russland sollte natürlich anfangen, so gesehen war der Plan zwar perfide, aber zweckmäßig.

Was die Nobelpreisträger nun wohl eher anstreben, ist eine Wiederholung von Deutschland 1945. Denn die Ukraine “muss” heute, wie damals Deutschland unbedingt gewinnen, selbst wenn dies nicht mehr möglich ist.

Richtig schräg wird es hier:

„dass die Menschheit ihre Selbstzerstörung nur durch die Aufrechterhaltung demokratischer Grundsätze und die Wahrung der internationalen Menschenrechtsnormen verhindern kann“

Menschenrechtsnormen… besser nicht aufnehmen, dauert zu lange.

Demokratische Grundsätze? DER demokratische Grundsatz ist doch der Wille UND die Fähigkeit zu einem Konsens. Mit Russland wollte man bezüglich der NATO-Osterweiterung nie ernsthaft verhandeln. Das Russland sie kritisch sieht, geht nicht auf Putins Wirken zurück, dies war schon vor ihm so.

Nebenbei hat man noch vergessen, dass eine westliche Intervention verhinderte, den Krieg bereits nach rund 2 Monaten zu beenden. Damals zu sehr guten Bedingungen für die Ukraine.

Wenn man so rekapituliert, was im Westen nach dem 24.02.2022 so alles gesagt und getan worden ist und bis heute betrieben wird, sollte es nicht schwer fallen ein wenig Verständnis für russische Bedenken aufbringen zu können. Gerade anfangs war man im Westen allerdings euphorisch und siegesgewiss unterwegs. Damals war man auch noch im eigenen Plan, aus dem ist offensichtlich nichts geworden

Was bleibt also von diesem Brief? Die übliche Überlegenheitspropaganda samt Darstellung des angeblichen und völkerrechtswidrigen Handlungsbedarfs in sonst wo. Jede Menge weggelassene Fakten, ein paar als Fakten verkaufte Meinungen und die völlige Unfähigkeit zu Transferdenken.

Mit freundlichen Grüßen
Kai P.

11. Leserbrief

41 Nobelpreisträger plädieren für noch mehr Waffen und noch mehr Krieg? Dass es einen Nobelpreis für Kriegshetzer gibt, ist wohl neu .

Schon der erste Satz des Appells zeigt, dass es den “Wissenschaftlern” am nötigen Wissen und am nötigen Verstand fehlt. Wer zum Krieg in der Ukraine glaubt, sein M… aufreißen zu müssen, sollte sich zuerst mal u m f a s s e n d informieren. Aus allen Ecken.

Selbst die Analysen us-amerikanischer Historiker und Militärs zu diesem Krieg sind den Kapazundern unbekannt, sonst könnten die nicht solchen Unsinn publizieren.

Der Appell ist durchzogen von Ressentiments und Unwissen. Die Ignoranten bestätigen auf erstaunliche Weise ihren Kollegen Ewin Chargaff, dem Entdecker der Doppelhelixstruktur der DNA:

“Unsere Art von Wissenschaft hat sich in eine Krankheit des westlichen Geistes verwandelt”. Mehr muss man nicht dazu sagen.

GCL

12. Leserbrief

Sehr geehrtes Team der NachDenkSeiten,

anbei eine Anmerkung zu Herrn Riegels: Kriegspropaganda – Prinzip Nr. 8: „Anerkannte Kulturträger und Wissenschaftler unterstützen unser Anliegen“, vom 02. April 2024.

Dieser Aspekt korrupten Verhaltens wird folgend an den Bannwarten der Macht, wie sie genannt werden, anhand vom betriebenen Dissensmanagement, erläutert:

Methoden und Funktionsweisen eines Dissensmanagements können wir besser verstehen, wenn wir statt auf Personen auf seine strukturellen Eigenschaften fokussieren. Zu diesen gut untersuchten und seit langem bekannten strukturellen Eigenschaften gehört es, dass in allen Machtstrukturen besonders Journalisten, Intellektuelle und Wissenschaftler, die in gesellschaftsrelevanten Bereichen arbeiten, eine Tendenz aufweisen, sich wie Eisenspäne in den Kraftfeldern der Macht auszurichten.

Folglich finden sich in allen Machtstrukturen gerade unter Personen, die über besondere Möglichkeiten verfügen, sich in eine öffentliche Debatte einzubringen, bereitwillige Vertreter, die gleichsam als Bannwarte der Macht agieren und in vorauseilendem Opportunismus alles, was sie für einen unzulässigen Dissens halten, mit Diffamierungsbegriffen belegen.

Da sie auf diese Weise den in Politik und Medien Mächtigen bezeugen, dass sie die herrschende Ideologie tief internalisiert haben, werden sie dafür vor allem im journalistischen und akademischen Bereich oft mit entsprechenden Karrierechancen belohnt. Diese Mechanismen eines Dissensmanagements in kapitalistischen Demokratien sind seit langem wohlbekannt.

Quelle: “Wir leben in einer Zeit der Gegenaufklärung”, 02. Oktober 2018, Paul Schreyer

Der Psychologe Rainer Mausfeld über die Illusion des Informiertseins, eine “Verachtung des Volkes” und Journalisten und Intellektuelle, “die sich wie Eisenspäne in den Kraftfeldern der Macht ausrichten”

Besonders erhellend bzgl. der Gesinnung dieser Leute ist das bemühte Einbringen des deutschen Faschismus des vergangenen Jahrhunderts. 

Wenn ich mich recht erinnere waren es doch in etwa die Gleichen und ihre Spezis aus Medien und Politik, die Blinddarmvergleiche und Verbringungen nach Madagaskar andachten oder meinten daß Impfungen Freiheit bringen. Aktuell bemüht ja der Ifo-Chef Rudolf Hess, “Kanonen und Butter – das wäre schön, wenn das ginge. Aber das ist Schlaraffenland. Das geht nicht. Sondern Kanonen ohne Butter”

Quelle: „Kanonen und Butter“: Ifo-Chef hält Kürzungen bei Sozialleistungen für unausweichlich, 01.03.2024, Mark Stoffers

Bei „Maybrit Illner“ geht der Ifo-Präsident von einem schmaleren Sozialstaat aus. An Einsparungen führt bei der Bundeswehr-Finanzierung kein Weg vorbei.

Um selbst mal etwas zu bemühen. In Anbetracht der gräulichen Erfahrung die man mit dem deutschen Faschismus gemacht hat, hieß es doch “nie wieder.” Nun, “nie wieder” wäre gestern gewesen.

Mit freundlichen Grüßen
Mike Holstein

13. Leserbrief

die ewige Wiederkehr…

Sie kennen diese Texte sicher, sie sind mir bei der Lektüre ihres Artikels sofort eingefallen:

Gestern Verteidigung der Kultur, heute der Werte…  Die ” Intelligenz” hat offenbar nie – in ihrer Mehrheit- durch ihr kritisches Denken brilliert.

Gruß
Mireille Rilhac

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Von Veritatis