Die Schwächephase währte nur kurz, Deutschlands Leitindex nimmt wieder Kurs auf Bestwerte. Mit der Stimmung in der deutschen Wirtschaft passt das nicht ganz zusammen.

Frankfurt/Main.

Der Dax hat seinen Rekordlauf fortgesetzt. Zum Handelsstart übertraf der deutsche Leitindex die Marke von 18.700 Punkten. Dabei gab die Hoffnung auf doch noch zeitnahe Leitzinssenkungen in den USA ebenso Auftrieb wie die dünnen Handelsumsätze am Brückentag nach dem Feiertag Christi Himmelfahrt. An solchen Tagen reichen bereits wenige Orders, um den Dax kräftiger in die eine oder andere Richtung zu bewegen.

Am Vormittag stieg der deutsche Leitindex um 0,6 Prozent auf gut 18.801 Punkte. Hatte der Dax im April noch geschwächelt, zeichnet sich für die zweite Mai-Woche deutliches ein Plus von 4,4 Prozent ab.

Dieses Bild passt nicht ganz zu den jüngsten Meldungen aus der deutschen Wirtschaft. Zwar legten die Exporte im März wieder zu. Doch es klagen immer mehr Unternehmen über Auftragsmangel, die Zahl der Insolvenzen steigt, Ökonomen geben dem Standort Deutschland nur noch mäßige Bewertungen.

Konzerne weltweit aktiv

Doch die Dax-Konzerne sind global aufgestellt. Die 40 Konzerne im Leitindex machen große Teile ihrer Geschäfte im Ausland, wo die Wirtschaft stärker wächst als im Heimatmarkt – zum Beispiel in den USA und in China, aber auch in vielen Eurostaaten. Die robuste US-Wirtschaft zieht auch den deutschen Aktienmarkt mit nach oben. Zudem richten sich die Blicke von Aktienanlegern oft nicht unbedingt auf die aktuelle Lage, sondern auf künftige Gewinne.

Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am Freitagmorgen 0,46 Prozent auf 26.833,08 Punkte. Auf europäischer Bühne legte der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, zugleich um 0,55 Prozent auf 5082,45 Punkte zu.

Impulse aus den USA

An Christi Himmelfahrt hatte der Index die Schwächephase seit Anfang April mit dem Sprung auf eine Bestmarke endgültig abgehakt. Getrieben von positiven Außenhandelsdaten aus China sowie US-Jobdaten war der Dax fast bis auf 18.700 Punkte geklettert.

In den USA war die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend deutlich gestiegen, was so manche Anleger als einen weiteren Hinweis auf eine Abschwächung des Arbeitsmarktes interpretieren. Genau das könnte für die US-Notenbank entscheidend sein, positiver auf das Inflationsumfeld zu schauen und den Leitzins womöglich schon bald zu senken.

Einzelwerte wurden an diesem Tag vor allem von Analystenkommentaren getrieben. So sprangen die Werte des Modehändlers Zalando mit plus 3,2 Prozent an die Dax-Spitze und profitierten von einer Empfehlung der Berenberg Bank. Aktien des Rückversicherers Munich Re, von der Bank of America auf “Buy” hochgestuft, legten um 1,7 Prozent zu. Für die Aktien des Aromenherstellers Symrise ging es dagegen am Dax-Ende um 1,8 Prozent abwärts. (dpa)

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Von Veritatis

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