Zwei Tote, zwei Schwerverletzte und rund 20 Betroffene
Fahrzeug fährt durch die Fußgängerzone vom Augustusplatz bis zum Markt
Tatverdächtiger gestellt – keine Gefahr für die Bevölkerung
Hintergründe noch unklar: Unfall, Amokfahrt oder anderes Geschehen
Zwei Tote, zwei Schwerverletzte und mindestens 20 weitere Betroffene: Diese Bilanz nach einer möglichen Amokfahrt in Leipzig hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer bestätigt. Er sprach von einer „mutmaßlichen Amokfahrt“ und erklärte, es „erschüttert mich zutiefst“. Die Tat mache „sprachlos“, die Behörden würden jedoch „alles daransetzen, sie schnell und vollständig aufzuklären“.
Der Branddirektor der Stadt, Axel Schuh, hatte gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ erklärt, dass am Montag, 4.5., am späteren Nachmittag eine noch nicht näher bezeichnete Person ihren Wagen in die Fußgängerzone gesteuert habe.
Schuh zufolge bog der Fahrer eines Pkw am Augustusplatz in die Grimmaische Straße ein und steuerte den Wagen bis auf den Markt. Die zwei schwer verletzten Personen seien erstversorgt, vom Rettungsdienst aufgenommen und in die Notaufnahme gebracht worden. Jeweils etwa 40 Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr seien im Einsatz, außerdem seien zwei Hubschrauber im Einsatz.
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Tatverdächtiger gestellt
Mittlerweile teilt die Polizeidirektion Leipzig mit, dass sie den mutmaßlichen Todesfahrer stellen konnte und von diesem keine Gefahr mehr ausgehe. Die Rettungskräfte hätten einen Massenanfall von Verletzten ausgerufen, auch die Polizei sei mit zahlreichen Kräften im Einsatz.
Der Vorfall hat sich um etwa 17:30 Uhr ereignet. Lokalen Medien zufolge sei bei der möglichen Amokfahrt ein VW-SUV zum Einsatz gekommen. Laut „Radio Leipzig“ war der Wagen bereits vor seiner Einfahrt in die Fußgängerzone beschädigt. Die Rede war auch von einer „Person auf dem Auto“. Augenzeugen zufolge sei der Eindruck entstanden, als habe sich ein Mädchen auf der Motorhaube festgekrallt.
Der Fahrer sei mit hoher Geschwindigkeit in die Grimmasche Straße eingefahren. Ein Polizeisprecher sprach gegenüber „MDR Sachsen“ anfänglich von einer „dynamischen Lage“.
„Psychisch auffällig wirkender“ Täter
Mittlerweile teilt „Radio Leipzig“ mit, dass es sich beim Tatverdächtigen um einen hellhäutigen, etwa 30 Jahre alten Mann gehandelt habe. Er soll bei seiner Festnahme psychisch auffällig gewirkt haben. Er soll zahlreiche Tattoos und ein helles Shirt getragen haben. Einen „33-Jährigen mit deutscher Staatsangehörigkeit“ bestätigte auch der MDR nach Ende der Pressekonferenz. Die Polizei lieferte ebenfalls eine solche Täterbeschreibung, allerdings bleibe das Motiv nach wie vor ungeklärt. Sie hat ein Zeugentelefon eingerichtet und bittet um Hinweise.
Vor Ort befand sich auch Oberbürgermeister Burkhard Jung. Er bestätigte nach Festnahme des Tatverdächtigen, dass derzeit keine Gefahr mehr für die Bevölkerung mehr ausgehe. Im Gewandhaus Leipzig ist, wie die „Leipziger Volkszeitung“ schreibt, eine Notversorgungsstelle eingerichtet worden. Diese sei, wie das DRK erklärt, vor allem für Menschen gedacht, bei denen keine stationäre Behandlung erforderlich sei.
Um 18:20 Uhr teilte die Polizei „MDR Sachsen“ mit, dass man von einem Todesopfer ausgehe. Behördensprecher hatten anfänglich von zwei Toten gesprochen, ein Polizeisprecher habe dies korrigiert. Später bestätigte aber auch die Polizei, dass es zwei Todesopfer gegeben habe.