„Bars, Vergnügungsparks, Tingeltangel schossen wie Pilze aus dem Boden. Am ganzen Kurfürstendamm sah man gepuderte und geschminkte Männer, und nicht nur Professionelle; jeder Gymnasiast wollte sich etwas verdienen, und in den halbdunklen Bars konnte man hohe Beamte und Finanzleute zärtlich betrunkene Matrosen umwerben sehen ohne jede Scham. Selbst das Rom des Sueton hat keine solchen Orgien gekannt wie die Berliner Transvestitenbälle, wo Hunderte von Männern in Frauenkleidern und Frauen in Männerkleidern unter den wohlwollenden Augen der Polizei tanzten. Im Sturz aller Werte ergriff eine Art Irrsinn gerade die bürgerlichen, in ihrer Ordnung bisher unerschütterlichen Kreise. Junge Mädchen rühmten sich stolz ihrer Perversion; sechzehn Jahre alt zu sein und noch im Verdacht der Jungfräulichkeit zu stehen, galt als Schande.“
Das sind die Erinnerungen eines Europäers (Die Welt von gestern). Stefan Zweig hat sie 1941 geschrieben. Sie wurden posthum 1943 veröffentlicht.
Was Zweig beschreibt, das sind die Zustände in BERLIN.
Der Name „Berlin“ hat einen slawischen Stamm: berl- oder brlo bedeutet „Sumpf“, „Morast“ oder „feuchte Stelle“. Mit dem slawischen Suffix -in (für Ort/Siedlung) ergibt sich ungefähr „Ort im Sumpf“. Zuerst war im Berliner Urstromtals im Mündungsgebiet der Spree ein Überschwemmungsgebiet, ein Sumpf, dann kam Berlin. Berlin, der Ort im Sumpf, wurde im Sumpf gebaut und ist, wie die Beschreibung von Stefan Zweig zeigt, offenkundig immer ein Sumpf geblieben.
Zweig ist in seinem Urteil nicht allein. Der langjährige Oberbürgermeister von Berlin, Gustav Böß, ein Liberaler aus der Deutschen Demokratischen Partei, hat im Verlauf seiner Amtszeit von 1921 bis 1929 regelmäßig auf die unhaltbaren Zustände vor allem in den Berliner Mietkaserenen hingewiesen. Rund 70.000 Berliner lebten in Kellerwohnungen, rund 40.000 in Dachwohnungen, ~ 20.000 in Lauben, ~ 7.000 in Baracken, die Verwahrlosung in Berliner Stadteilen war chronisch, leistete einem, in den Worten von Böß „schleichenden Gesundheitsverfall und dauerhaften Siechtum“ Vorschub. Der Boden, auf dem nach seiner Ansicht, „Verbitterung, Unordnung und Umsturz“ wachsen und der „zu einer Verstärkung der Klassengegensätze“ führen musste (Zitate aus seiner Schrift: „Die Not in Berlin. Tatsachen und Zahlen“ aus dem Jahre 1923).
Was Böß beschreibt sind Hinterhofkulturen, die mit permanenter Lärm- und Schmutzbelästigung einhergehen, in fehlender Hygiene resultieren und das hervorbringen, was der Leiter der Berliner Sittenpolizei, Ernst Engelbrecht, 1929 gemeinsam mit Leo Keller in seinem Buch „Kinder der Nacht. Bilder aus dem Verbrecherleben“ beschrieben hat: Hinterhöfe gefüllt mit „allerlei Gesindel, das sich hier schreiend herumzankte und prügelte“. Der Bodensatz zum von Stefan Zweig beschriebenen sichtbaren Bild der Verwahrlosung. Engelbrecht und Keller beschreiben, wie die Unterwelt aus den Mietskasernen und Kellerwohnungen direkt auf die Straßen quillt – Kokainhandel, Prostitution und „Opiumhöhlen“ zum Teil des Alltags werden. Sie beschreiben „großstädtische Verkommenheit“, warnen davor.
Eine Warnung, die in der Geschichte verhallt ist.
Man kann argumentieren, dass Berlin in den 1920er und 1930er Jahren die Probleme teilte, die mit schnell wachsenden Großstädten gemeinhin verbunden sind, wenngleich dies nur die Probleme erklärt, die aus Armut entstehen. Oberhalb der „Armutsprobleme“ gibt es indes eine Schicht, eine „Mittelschicht“ moralischer Verkommenheit, jene Schicht, die Stefan Zweig angewidert hat, eine Schicht, die auch heute allgegenwärtig zu sein scheint und – heute wie damals – auf einem Unterbau aus Verwahrlosung, Armut und Dreck prosperiert.
Eine explosive Mischung, die abermals mit einem „schleichenden Gesundheitsverfall“ einhergeht: Berlin ist u.a. die Syphilishauptstadt Europas, eines der Ergebnisse, die mit moralischem Verfall und Mittelschichts-Exzessen in Perversion einhergehen, die wiederum alle Errungenschaften vergangener Jahrhunderte in Hygiene in einem Strich beseitgen.
Berlin ist auch angefüllt mit Leuten, die sich ideologisch links wähnen, in deren Sprache Begriffe wie „Arbeiterklasse“ oder „Rassismus“ oder Mode-Formen der Diskriminierung ein steter Gast sind, Leute, die sich verhalten, wie in den folgenden Bildern zu sehen, Bilder davon, was vom ersten Mai, von den wichtigen Reden, die im Namen der arbeitenden Bevölkerung geschwungen wurden, geblieben ist.
Solidarität von links, die offenkundig Mitarbeiter der Stadtreiningung ausschließt und eine Form von „Entitlement“ umfasst, die jeder Gesellschaft den Garaus machen muss. Entitlement beschreibt die Ansicht, Inhaber eines Rechts, hier Inhaber des Rechts auf Umweltverschmutzung zu sein, Angehöriger einer Herrenrasse der Verschmutzer, deren Dreck die Sklavenklasse der Putzer, der Stadtreinigung, beseitigen muss. Dass diese Leute nicht einmal auf die Idee kommen, den Dreck, den sie verursachen, zu beseitigen, sagt eigentlich alles über den psychischen Zustand einer Gesellschaft, in der Horden es notwendig haben, ihr „Überlegenheitsgefühl“, darauf zu begründen, dass sie Dreck verursachen, den andere beseitigen müssen.
Armseliger geht es nicht mehr und asozialer auch nicht mehr. Und die in den Bildern zu sehende Bereitschaft nicht nur Dreck zu hinterlassen, sondern in Dreck zu sitzen, ruft die Aussage von Gustav Böß, wonach Verwahrlosung immer mit hygienisch nicht haltbaren Zuständen einhergeht, in Erinnerung.
Berlin: Auf Sumpf gebaut, im Sumpf versunken.
Antifa scheint sich nur im Dreck wohlzufühlen:
Wenn sinnlose Zerstörung zu einem Statussymbol innerhalb von Gruppen geworden ist, dann muss man unter den Gruppenmitgliedern weder einen Intelligenztest durchführen noch ihre psychologische Verfassung prüfen. Man weiß auch so, dass man es mit Scum von ganz unten, in beiderlei Hinsicht zu tun hat.
Quellen:
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