Bald ist es ein VIERTELJAHRUNDERT!

Vor fast 25 Jahren haben wir einen Beitrag mit dem Titel „Bringing Boys Back In …“ veröffentlicht:

Darin beschreiben wir die Nachteile von Jungen im Bildungssystem, und zwar zu einer Zeit, zu der im Mainstream stetig und laut von den „Nachteilen“ die Rede war, die Mädchen angeblich im Bildungssystem haben. Schon damals war das Gegenteil der Fall und bis heute hat sich nichts geändert:

Jungen bleiben häufiger als Mädchen ohne einen Schulabschluss, häufiger mit Hauptschulabschluss und erreichen seltener ein Abitur und damit die Zugangsvoraussetzung für ein Studium.

Verantwortlich dafür ist eine systematische Diskriminierung von Jungen im Vorfeld des und im Bildungssystem, die vornehmlich von weiblichen Lehrkräften getragen wird, wie der von uns damals schon gefundene Zusammenhang zwischen einem steigenden Anteil männlicher Lehrer und einem besseren Abschneiden von Jungen in der Schule zeigt.

25 Jahre danach hat sich überhaupt nichts geändert. Absolut nichts.
Das zeigt eine neue Studie aus dem ifo-Institut in München in einer mehr als drastischen Weise:

Wößmann et al. (2026) nutzen die Daten des Mikrozensus aus der Erhebung von 2022, Daten für 974.601 Haushalte und analysieren diejenigen Haushalte, in denen es Kinder im Alter von 10 bis 18 Jahren gibt im Hinblick auf die Frage, ob das entsprechende Kind ein Gymnasium besucht, besucht hat oder eine Hochschule besucht. Alle drei Bedingungen konstituieren den Gymnasialbesuch, die zu erklärende Variable.

Die Frage, welche Rolle der soziale Hintergrund beim Besuch eines Gymnasiums spielt, wird unter Verwendung von vier Variablen, dem Bildungsstand der Eltern (wie viele Elternteile haben ein Abitur, wenn überhaupt), dem Haushaltseinkommen (pro Monat), dem Migrationshintergrund und dem familiären Status (alleinerziehend ja/nein) analysiert. Das Ergebnis ist, wie es in Deutschland in den letzten Dekaden immer gewesen ist. Daran hat keine Bildungsstudie, keine PISA-Studie, keine Element-Studie je etwas geändert:

Haben beide Eltern einen Hochschulabschluss, kommt ein hohes Haushaltseinkommen hinzu, fehlt der Migrationshintergrund und wachsen Kinder in einer vollständigen Familie auf, dann sind sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 80% ein Gymnasiast oder haben ein Gymnasium besucht. Hat kein Elterteil ein Abitur, ist das Haushaltseinkommen gering, die Familie zwar vollständig, aber ohne Migrationshintergrund, dann ist die Wahrscheinlichkeit, ein Gymansium zu besuchen, so gering (17%), dass man von einer nahezu vollständigen Abwesenheit, der damit beschriebenen Kinder aus Arbeiterfamilien ausgehen kann.

SciFi-Supt

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Schulen selegieren somit nach Geschlecht und nach sozialer Herkunft, wobei Geschlecht offenkundig wirkmächtiger ist als soziale Herkunft. Ein klassischer Beleg für systematische Benachteiligung von Jungen, die mit ihrer „falschen“ sozialen Herkunft zunimmt. Schulen sind Institutionen, die von Mittelschichtsangehörigen, von weiblichen Mittelschichtsangehörigen beherrscht werden und diese Schulen schaffen offenkundig ein jungenfeindliches Klima, das in systematischer Diskriminierung von Jungen resultiert, die einfach nicht zum feminisierten Alltag von Schulen zu passen scheinen, wenn sie nicht ihre „Jungenhaftigkeit“ abtrainiert bekommen haben.

Vor diesem Hintergrund sind die Ratschläge, die Wößmann et al. (2026) am Ende ihres Beitrags erteilen, um das Los von Jungen zu verbessern, eine fast durchgehende Katastrophe:

(1) Mehr männliche Erzieher und Lehrkräfte in Kitas und Grundschulen;
(2) Reflektion von Geschlechterstereotypen, Unterrichts- und Erziehungsformen

(3) Frühe Förderung der Lesekompetenzen und -interessen von Jungen;
(4) Frühe Förderung der Selbstregulation von Jungen;
(5) Elternarbeit mit Sensibilisierung auf Stereotype und Vorlesen;
(6) Außerschulische Stärkung der Bildungsaspirationen von Jungen

Die ersten beiden Empfehlungen gehen in die richtige Richtung, die letzten vier nicht.  Dass Jungen positive Rollenbilder in Schulen fehlen, weil man sich als 12jähriger nicht mit der grünen Tante, die in Abrissklamotten cool sein will, identifizieren kann, ist schon lange bekannt. Nichts Neues an dieser Front. Ein weiterer Ruf nach mehr männlichen Lehrern, der verhallen wird. Wer will als Mann schon unter ein Kollegium fallen, das zu 100% weiblich ist, mit allen bekannten Problemen, die das im Hinblick auf Professionalität mit sich bringt?

Die Reflexion von Geschlechterstereotypen hat mich zunächst auf die Palme gebracht, aber die Autoren zielen damit auf Lehrer und sind der Ansicht, Lehrer sollten ihre eigenen Stereotype, die sie von Jungen haben, überdenken. Näher an eine Kritik des heiligen Stands der Lehrer wird man nicht herankommen.

Die nächsten vier Punkte sind eine Katastrophe, denn sie basieren auf der Prämisse, dass Jungen das Problem sind, nicht etwa Lehrer mit bescheuerten Stereotypen von Jungen, Lehrer die Anpassung und Sykophantentum belohnen und ein Problem mit Jungen haben, die unkonventionelle Ideen mit in die Schule bringen, Lehrer, die meinen, sie müssten vermeintliche Nachteile von Mädchen ausgleichen, die überfordert sind, mit Jungen, zumeist weibliche Lehrer.

Entsprechend müssen Jungen an die neue Form von „Lehrstil“, die in deutschen Schulen Einzug gehalten hat, „angepasst“ werden. Es ist nicht etwa die Pflicht und Aufgabe von Lehrern, einen Lehrstil zu entwickeln, der ungeachtet vom Geschlecht des Schülers dessen Erfolgsaussichten maximiert. Eine Forderung, die zwangsläufig zu der Frage der Qualifikation von Lehrern führt, eine weitere dieser heiligen Kühe, die im Hinblick auf Schulen nicht diskutiert werden darf, obschon der eklantante Einbruch der Qualität von Schulunterricht und daraus folgend von Schulbildung jeden, der damit konfrontiert ist, anspringen muss. Warum man Eltern sensibilisieren soll, wenn Lehrer und das schulische Lehrumfeld das Problem sind, ist mir nicht nachvollziehbar und dass die Bildungsaspirationen von Jungen zwar außerschulisch angespornt werden können, innerschulisch aber schnell verpuffen, wenn das eigentliche Problem unqualifizierter und überforderter Lehrer nicht gelöst wird, sollte klar sein.

Einmal mehr werden die Ratschläge verpuffen, wie all die Ratschläge davor, weil sich niemand traut, das eigentliche Problem in Schulen, Lehrer und der Missbrauch von Schulen für ideologische Indoktrination (Mädchen sind seit jeher anfälliger für Indoktrination als Jungen), also Lehrmaterialien, anzusprechen.


 

 

 

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