Der Irankrieg und der einwöchige Streik bei der Lufthansa haben dazu geführt, dass im April deutlich weniger Menschen in Deutschland geflogen sind: Das Passagieraufkommen sei „massiv“ eingebrochen, teilte der Flughafenverband ADV mit.

Insgesamt hätten rund 1,65 Millionen Passagiere gefehlt. Die Streiks der Piloten bei der Lufthansa „rissen ein Loch von nahezu einer Million Passagieren“.

Der Flughafenverband sprach von einer „gefährlichen Gemengelage“ aus anhaltender Nahostkrise, ausufernden Streiks sowie Flugstreichungen infolge explodierender Kerosinpreise.

Lufthansa will Gewinn mit teureren Tickets deutlich steigern

Die Lufthansa will trotzdem ihren Gewinn erhöhen. Der operative Gewinn vor Sonderposten (bereinigtes Ebit) soll den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro weiterhin klar um mehr als zehn Prozent übertreffen. Das teilte das Unternehmen in Frankfurt mit. Im ersten Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um acht Prozent auf 8,75 Milliarden Euro.

Die Kerosinrechnung dürfte gegenüber der ursprünglichen Planung um 1,7 Milliarden auf 8,9 Milliarden Euro steigen. Vorstandschef Carsten Spohr will dies mit höheren Ticketerlösen, einer besseren Auslastung und Einsparungen auffangen. Das Flugangebot soll dabei – statt um vier Prozent – nur um höchstens zwei Prozent wachsen.

Der bereinigte operative Verlust ging um 15 Prozent auf 612 Millionen Euro zurück und fiel damit trotz der Streiks besser aus als von Analysten im Schnitt erwartet. Unter dem Strich schrumpfte der Fehlbetrag um ein Viertel auf 665 Millionen Euro.

Alarmsignal für Deutschland

Die aktuellen Zahlen seien ein „unüberhörbares Alarmsignal“, erklärte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. „Dauerstreiks, geopolitische Krisen und drastisch steigende Airline-Betriebskosten treffen die deutschen Flughäfen mit voller Wucht – und reißen tiefe Lücken in die Konnektivität unseres Landes.“

Deutschland sei von der „außergewöhnlichen Häufung externer Schocks“ besonders hart betroffen. Zu den globalen Krisen kämen „hausgemachte Belastungen eines Hochsteuerstandorts“, kritisierte Beisel.

Fluggesellschaften reagierten mit Angebotskürzungen und Streckenstreichungen. Der ADV-Hauptgeschäftsführer verwies auf den irischen Billigflieger Ryanair, der vor kurzem eine Reduzierung seiner Flüge von und nach Berlin im Winterflugplan um die Hälfte angekündigt hatte. Ryanair begründete dies mit den hohen Gebühren am Flughafen Berlin und der Besteuerung des Luftverkehrs in Deutschland.

Beisel forderte von der Bundesregierung die „sofortige Aussetzung der Luftverkehrsteuer“. Mittelfristig müsse sie „zumindest“ halbiert werden. (afp/red)



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