Zur Verteidigung ihres Klubobmanns August Wöginger im Postenschacher-Prozess hat die ÖVP Partei-Methusalem Bernhard Görg (83) in den ORF geschickt. Als typischer schwarzer Parteisoldat kehrte er die wahre Moral seiner Gesinnung nach außen. 

“Weil’s mir reicht”

In der Sendung „Das Gespräch mit Susanne Schnabl“ gestern, Sonntag, antwortete Görg, der von 1996 bis 2001 ziemlich unscheinbarer ÖVP-Vizebürgermeister in Wien war, auf die Frage, ob er – wäre er Wöginger – im Falle einer Verurteilung als Klubobmann zurücktreten würde:

Ich würde zurücktreten, aber weil’s mir reicht. Nicht, weil ich mich besonders schuldig fühle. Sondern mir reicht’s eigentlich. Aber wenn der August Wöginger glaubt, im Falle einer Verurteilung, er steht das durch, er ist persönlich davon nicht wirklich betroffen, dann würde ich ihm empfehlen, tritt nicht zurück. 

Keine Auslieferung von Hanger

Mit Vorbildwirkung für einen Politiker hat das wohl wenig zu tun. Offenbar ist es mit der moralischen Verantwortung im politischen Geschäft nicht weit her bei der ÖVP – und wie man seit 23. April weiß, zur Handelsware  in der Verlierer-Ampel geworden, um weiter am Hebel der Macht zu sitzen. 

Gemeint ist das Nein von ÖVP, SPÖ und Neos zur Auslieferung des ÖVP-Nationalratsabgeordneten Andreas Hanger an die Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Obwohl es bisher gängige parlamentarische Praxis war, im Fall des Verdachts einer Straftat nach §288 Abs 1 und 4 STGB (falsche Beweisaussage) den Abgeordneten auszuliefern, machte Schwarz, Rot und Pink bei Hanger eine Ausnahme. 

“Kickl ist nicht erpressbar”

Görg war bei den Regierungsverhandlungen zwischen Wahlsieger FPÖ und Wahlverlierer ÖVP übrigens ein erbitterter Gegner dieser möglichen Koalition. Seine Begründung hätte absurder nicht sein können. Er warnte allen Ernstes vor Herbert Kickl, weil er in der Europapolitik gefährlicher als Viktor Orbán (Ungarn) und Robert Fico (Slowakei) sei. Grund: “Kickl ist nicht erpressbar”.



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