Eigentlich sollte das hier eine frohe Osterbotschaft werden. Das hatte ich mir vorgenommen. Und auch in den vergangenen Jahren hatte ich immer eine frohe Osterbotschaft geschickt. Eine voller Hoffnung, passend zum Fest der Wiederauferstehung.

Als ich mich hinsetzte, um zu schreiben, merkte ich: Ich würde mich verbiegen, wenn ich etwas von Hoffnung schreiben würde. Wenn ich – böse ausgedrückt – geschmolzene Osterschokolade gießen würde über all das, was in diesem Land passiert.

Je mehr ich mir den Kopf zerbrach, um einen Hoffnungsschimmer zu finden, umso klarer wurde mir: Hoffnung setzt Veränderungsfähigkeit voraus. Wer hofft, glaubt, dass das Objekt der Hoffnung sich wandeln kann. Aber ich bin inzwischen überzeugt, dass Deutschland in seiner jetzigen Verfassung — strukturell, kulturell, politisch — nicht mehr reformierbar ist, sondern nur noch verwaltet wird.

Das ist keine Hoffnung. Es ist auch keine Resignation. Es ist Diagnose.

Ich bin inzwischen überzeugt: In Deutschland wird sich – wieder einmal – erst etwas ändern, wenn die Katastrophe noch viel heftiger wird.

Und das wird sie.