In Kürze:
- Das US-Kommando CENTCOM fing ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman ab, dass die Seeblockade durchbrechen wollte.
- US-Verhandler werden am Abend des 20. April in Pakistan eintreffen, um weitere Gespräche mit dem Iran zu führen.
- Ein iranischer General meldet, dass derzeit die Drohnen und Raketenbestände zügig aufgefüllt werden.
US-Präsident Donald Trump erklärte am 19. April, das US-Militär habe ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff gewaltsam gestoppt, das zuvor am selben Tag versucht haben soll, eine Seeblockade zu umgehen.
In einer auf Truth Social veröffentlichten Mitteilung schrieb Trump, das Schiff mit dem Namen „Touska“ habe versucht, die seit dem 13. April bestehende Blockade der US-Streitkräfte zu durchbrechen. „Das ist für sie nicht gut ausgegangen“, fügte er hinzu.
Nach seinen Angaben habe ein Zerstörer der US-Marine das Frachtschiff im Golf von Oman abgefangen und zunächst aufgefordert anzuhalten. Als das Schiff dieser Aufforderung nicht nachgekommen sei, habe das US-Kriegsschiff es schließlich gestoppt, indem es „ein Loch im Maschinenraum verursacht“ habe, so Trump weiter.
Schiff unterliegt Sanktionen wegen früherer illegaler Aktivitäten
„Derzeit befindet sich das Schiff in Gewahrsam der US-Marines“, erklärte der Präsident. Die „Touska“ unterliege zudem Sanktionen des US-Finanzministeriums wegen früherer illegaler Aktivitäten. „Wir haben das Schiff vollständig unter Kontrolle und prüfen derzeit, welche Fracht sich an Bord befindet“, so Trump weiter.
Der Iran warf den Vereinigten Staaten als Reaktion auf den Vorfall einen Verstoß gegen den Waffenstillstand vor. In iranischen Staatsmedien bezeichneten Militärvertreter die US-Aktion als „Seepiraterie“ und erklärten, der Iran werde „bald reagieren“.
Seeblockade gegen iranische Schifffahrtsrouten
Die Beschlagnahmung des Schiffes erfolgte zu einem Zeitpunkt, an dem die Trump-Regierung nach eigenen Angaben an einem Friedensabkommen mit der iranischen Regierung arbeitet – noch vor Ablauf eines zweiwöchigen Waffenstillstands am 21. April.
Die vom US-Zentralkommando durchgesetzte Seeblockade richtet sich gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Die Freiheit der Schifffahrt anderer Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, bleibe davon unberührt. Diese Wasserstraße verbindet den Persischen Golf mit dem offenen Meer.
Trump erklärte, US-Verhandler würden am Abend des 20. April in Pakistan eintreffen, um dort weitere Gespräche mit dem Iran zu führen. Der Iran habe seine Teilnahme mehrere Stunden später jedoch noch nicht bestätigt.
Der US-Präsident drohte zudem damit, zivile Infrastruktur im Land zu zerstören, sollte der Iran das von seiner Regierung vorgeschlagene Abkommen nicht annehmen.
Iranischer General: Auffüllung von Drohnen- und Raketenarsenalen im Gange
Teheran spricht davon, während des Waffenstillstands sein Militär auf die kommende Lage vorzubereiten. Der Sprecher des iranischen Außenministeriums und Diplomat Esmail Baghaei erklärte am 19. April, die US-Blockade iranischer Häfen und Küsten sei ein Akt der Aggression und verletze den ohnehin fragilen, von Pakistan vermittelten Waffenstillstand zwischen beiden Seiten.
„Durch die absichtliche Verhängung kollektiver Strafen gegen die iranische Bevölkerung handelt es sich um Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, schrieb Baghaei in den sozialen Medien.
Seine Aussagen folgten auf Berichte, wonach die iranische Regierung als Reaktion auf die US-Blockade erneut militärisch gegen die Schifffahrt vorgegangen sei. Dadurch sei die strategisch wichtige Straße von Hormus zeitweise wieder vollständig gesperrt worden.
Ein iranischer General, Seyed Majid Mousavi, Kommandeur der Luft- und Raumfahrtstreitkräfte der Revolutionsgarde, erklärte in Kommentaren, die von halbstaatlichen Medien verbreitet wurden, dass die iranischen Streitkräfte den Waffenstillstand nutzen, um ihre Drohnen- und Raketenbestände aufzufüllen.
„Während des Waffenstillstandes ist unser Tempo bei der Modernisierung und Wiederauffüllung von Raketen- und Drohnenabschussplattformen sogar noch höher als vor dem Krieg“, schrieb er.
Rohölpreise in den USA etwas gesunken
Bevor der Waffenstillstand verkündet wurde, griffen die Vereinigten Staaten und Israel wiederholt iranische Militärziele an, darunter Produktionsanlagen der Rüstungsindustrie, in denen Raketen und Drohnen hergestellt werden sollen. Dabei seien auch Dutzende hochrangige iranische Führungskräfte getötet worden.
Als Reaktion darauf feuerte der Iran Raketen und Drohnen auf benachbarte arabische Golfstaaten sowie auf Israel ab. Zudem wurden Schiffe in der Region angegriffen und die Schifffahrt in der Straße von Hormus bedroht.
Seit Beginn des Konflikts stieg der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl zeitweise auf über 100 US-Dollar (85 Euro), fiel zuletzt jedoch auf rund 90 US-Dollar. Auch der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate sank auf unter 84 US-Dollar pro Barrel.
Die American Automobile Association berichtete am 19. April, dass der durchschnittliche Preis für eine Gallone Normalbenzin (rund 4 Liter) in den USA leicht von 4,05 US-Dollar am Vortag auf 4,04 US-Dollar gesunken sei.
Mit Material von Nachrichtenagenturen.