Während die Welt gebannt auf eine mögliche Verlängerung des Waffenstillstands im Konflikt zwischen den USA und dem Iran blickt, zeichnet sich ein düsteres Bild: Statt Frieden bereiten sich die Vereinigten Staaten nach Einschätzung von Oberst a.D. Douglas Macgregor auf eine massive Eskalation vor – hin zu einem „totalen Krieg“, der nicht weniger als die Zerstörung des iranischen Staates zum Ziel habe.
In einem exklusiven Interview am 21. April 2026 warnte der frühere Berater des US-Verteidigungsministers eindringlich vor den Folgen einer weiteren militärischen Zuspitzung. Die Hoffnung auf echte Verhandlungen in Islamabad sei eine „Fiktion“ gewesen.
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„Netanjahu, nicht Trump, hat das Sagen“
Macgregor kritisierte scharf die Rolle Israels bei der Entscheidungsfindung. Während eines angeblichen Verhandlungstermins sei der US-Vizepräsident aufgestanden, um einen Anruf von Premierminister Benjamin Netanjahu entgegenzunehmen – ein klares Zeichen, dass nicht Präsident Trump, sondern Netanjahu die Richtung vorgebe.
„Es zeigt, dass offenbar Herr Netanjahu und nicht Herr Trump das Sagen hat, wenn es um die Entscheidung geht, ob wir kämpfen oder nicht“, so Macgregor.
Er warf Trump zugleich vor, die Öffentlichkeit zu täuschen. Aussagen wie „der Krieg sei bald zu Ende“ oder „die Iraner drängten verzweifelt auf Gespräche“ seien „eindeutig falsch“ gewesen – dazu gedacht, die Märkte zu beruhigen.
Vom Waffenstillstand zum Vernichtungsschlag
Der Waffenstillstand läuft nach Macgregors Angaben am Morgen des 22. April (iranischer Zeit) aus. Statt einer Verlängerung erwartet der Ex-Oberst eine „deutlich intensivere Eröffnungsphase“ mit mehr Raketen, mehr Bombardierungen und dem Fokus auf „angeblich entscheidende Ziele“.
Die entscheidende Verschiebung: Die USA hätten sich von rein militärischen Zielen verabschiedet. Nun gehe es um die Zerstörung der kritischen Infrastruktur – Brücken, Straßen, Kraftwerke, Entsalzungsanlagen und die Öl-Infrastruktur.
„Das bedeutet, das Ziel ist jetzt die Zerstörung des iranischen Staates“, sagte Macgregor deutlich.
Bodenoffensive unwahrscheinlich – aber die Lage bleibt explosiv
Präsident Trump zeige wenig Begeisterung für den Einsatz von Bodentruppen – sehr zur Erleichterung Macgregors. Eine Invasion im Persischen Golf sei sinnlos, da man weder die Logistik noch die Abzugsstrategie kontrollieren könne.
Doch die eigentliche Gefahr sieht der Experte in der asymmetrischen Kriegsführung: Während die USA tausende Meilen von ihrer Heimatbasis entfernt operierten, hätten die Iraner den „Heimvorteil“. Mit schätzungsweise 15.000 bis 20.000 Raketen und 45.000 bis 50.000 Drohnen seien sie bestens vorbereitet – und produzierten unterirdisch weiter.
Macgregors düstere Prognose: Die USA hätten bereits im ersten Kriegsmonat hunderte Raketen verbraucht und wichtige Radarsysteme verloren, die nicht schnell ersetzt werden könnten. „Die Iraner stehen im Moment besser da als wir“, so der Oberst.
Globale Hungersnot als Kriegsfolge?
Besonders alarmierend sind die globalen Nebenwirkungen. Sollte die Öl- und Düngemittelinfrastruktur am Persischen Golf zerstört werden, drohe eine Hungersnot im globalen Süden. 50 Prozent der Düngemittelbestandteile stammten aus der Region.
Die Folgen seien bereits jetzt spürbar: Indien, Indonesien, Thailand und Vietnam rationierten Energie. Der Preis für Flugbenzin liege bei über 240 Dollar pro Fass und steige weiter. Großbritannien werde in etwa zwei Wochen sowohl bei Flugbenzin als auch beim Heizöl komplett leer ausgehen.
Das Ende des Petrodollars – und der westlichen Hegemonie
Macgregor zog eine vernichtende strategische Bilanz: Der Krieg sei für die USA ein „Desaster“. Der Petrodollar – Fundament des amerikanischen Wohlstands seit Nixon – sei tot. Künftig werde man sich Geld bei China leihen, nicht mehr in den USA.
„Wir sind raus aus dem Golf, und ich denke nicht, dass wir zurückkehren werden. Wir können das, was dort nötig wäre, einfach nicht finanzieren. Nur China kann das.“
Europa vor Umstürzen?
Auch die europäischen Verbündeten sieht Macgregor am Abgrund. Die Abhängigkeit von grüner Energie bei gleichzeitiger Stilllegung von Atomkraftwerken führe in eine „katastrophale Lage“. Er sei überrascht, dass es in Deutschland und Großbritannien noch keine offenen Aufstände gegeben habe.
„Ich glaube, was wir jetzt in Europa erleben werden, ist, dass Regierungen gestürzt werden. Neue Regierungen werden an die Macht kommen.“
Fazit des Ex-Beraters
Macgregor forderte ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten und ein Eingeständnis des Scheiterns: Man solle sagen, „das war das falsche Mittel. Wir lagen falsch.“ Eine Rückkehr zu einer multipolaren Weltordnung sei unvermeidlich – und eigentlich längst im Gange.
„Die Zeiten der globalen Vorherrschaft der USA sind vorbei.“