Die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez will ihr Land im Streit um die erdölreiche Region Essequibo in Guyana vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag vertreten.
Sie werde in den kommenden Stunden aufbrechen, um ihr Land vor dem IGH zu verteidigen, kündigte Rodríguez am Samstag in einer Fernsehansprache an.
Der Gerichtstermin in den Niederlanden ist ihre erste Auslandsreise außerhalb der Karibik seit ihrer Ernennung zur Übergangspräsidentin.
Venezuela will die ölreiche Region Essequibo haben – die Guyana gehört
Rodríguez hatte den Posten Anfang Januar übernommen, nachdem Venezuelas linksnationalistischer Präsident Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz in Caracas gefangengenommen und in die USA gebracht worden war. Er sitzt in New York in Haft, wo ihm wegen „Drogenterrorismus“ der Prozess gemacht werden soll.
Der IGH hatte bereits in den vergangenen Tagen Vertreter Venezuelas und Guyanas zu dem Gebietsstreit angehört. Die Anhörungen sind bis Montag angesetzt.
Venezuela reklamiert Essequibo für sich. Caracas‘ Begehrlichkeiten nahmen zu, nachdem ExxonMobil 2015 in dem Gebiet Ölvorkommen entdeckt hatte.
In Essequibo leben rund 125.000 der insgesamt rund 850.000 Bewohner der ehemaligen britischen und niederländischen Kolonie Guyana. Essequibo macht mehr als zwei Drittel der Landesfläche Guyanas aus. (afp/red)