Zum US-Truppenabzug sind kluge Gedanken selten in der deutschen Debatte. Der SPD-Politiker Rolf Mützenich aber hat einen formuliert – woraufhin die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann hemmungslos mit Worten auf ihn ballert
„Russisches U-Boot“ hat die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann den SPD-Politiker Rolf Mützenich genannt
Foto: M. Behrens/Future Image/Imago
Soweit ist es gekommen. Der Propagandakrieg ist längst da. Wenn einer mal etwas Vernünftiges sagt, das vom militaristischen Mainstream abweicht, wird er sofort mundtot gemacht, um das Feindbild nicht zu gefährden. Nicht mit staatlicher Zensur, auch nicht mit Verhaftung, aber mit einer verbal gewaltvollen Diskreditierung, die nicht auf den Inhalt des Gesagten zielt, sondern auf die Person.
Aktuelles Beispiel: Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), die auf Rolf Mützenich ballert. Das Vergehen des SPD-Außenpolitikers: Er hält trotz allem Gegenwind auch aus der eigenen Partei daran fest, Abrüstung sei besser als Aufrüstung.
Rolf Mützenich rät zu Abschreckung und kluger Diplomatie
Nachdem US-Präsident Donald Trump mit dem Abzug von Soldaten aus Deutschland gedroht hatte, wollte Mützenich die Gelegenheit nutzen, um über Rüstungskontrolle zu sprechen. Er riet, „darauf zu drängen, dass die russischen, atomar bewaffneten Mittelstreckenraketen aus Belarus und Kaliningrad abgezogen werden und weitere Schritte in einen rüstungskontrollpolitischen Gesamtprozess eingebettet würden“. So könne Europa zurück zu einer Kombination aus Abschreckung und kluger Diplomatie.
Man könnte das Sicherheitspolitik nennen, Strack-Zimmermann nennt Mützenich nicht nur „unverantwortlich und realitätsfremd“, sondern auch „russisches U-Boot“ und „Spion“.
Will Marie-Agnes Strack-Zimmermann einen großen Krieg mit Russland?
Tatsächlich verhält sich nicht Mützenich verantwortungslos oder realitätsfremd, sondern Strack-Zimmermann. Denn irgendwann muss man auch vom Baum wieder runter- und mit dem europäischen Nachbarn Russland auskommen. Es sei denn, man will tatsächlich einen großen Krieg.
Das unnachgiebige Drehen an der Aufrüstungs- und Polarisierungsspirale, die Engführung von Sicherheitspolitik auf ein Freund-Feind-Schema, die Haltung, zu den Themen Ukraine und Russland sei nur eine einzige Meinung moralisch einwandfrei, nämlich die ahistorisch aggressive, ist grob antidemokratisch.
„Niedertracht“: Recht hat Armin Laschet
Strack-Zimmermann schlingert aufmerksamkeitsheischend als Drohne der Rüstungsindustrie und Mobilmachung durch die Gazetten, um die Militarisierung in den Köpfen voranzutreiben. Nicht den Frieden fördert sie, weder im Inneren noch nach außen, sondern die sprachliche Hochrüstung. Ihre Text-Bomben zertrümmern freien Meinungsaustausch, noch bevor er beginnen könnte.
Gut, dass Armin Laschet dem Attackierten prompt zur Seite sprang. Der CDU-Mann findet, dass Demokraten streiten müssten, „aber sie beleidigen und diffamieren nicht andere Demokraten“. Derlei sei „an Niedertracht nicht zu übertreffen“. Recht hat er.
hen des SPD-Außenpolitikers: Er hält trotz allem Gegenwind auch aus der eigenen Partei daran fest, Abrüstung sei besser als Aufrüstung.Rolf Mützenich rät zu Abschreckung und kluger DiplomatieNachdem US-Präsident Donald Trump mit dem Abzug von Soldaten aus Deutschland gedroht hatte, wollte Mützenich die Gelegenheit nutzen, um über Rüstungskontrolle zu sprechen. Er riet, „darauf zu drängen, dass die russischen, atomar bewaffneten Mittelstreckenraketen aus Belarus und Kaliningrad abgezogen werden und weitere Schritte in einen rüstungskontrollpolitischen Gesamtprozess eingebettet würden“. So könne Europa zurück zu einer Kombination aus Abschreckung und kluger Diplomatie.Man könnte das Sicherheitspolitik nennen, Strack-Zimmermann nennt Mützenich nicht nur „unverantwortlich und realitätsfremd“, sondern auch „russisches U-Boot“ und „Spion“.Will Marie-Agnes Strack-Zimmermann einen großen Krieg mit Russland?Tatsächlich verhält sich nicht Mützenich verantwortungslos oder realitätsfremd, sondern Strack-Zimmermann. Denn irgendwann muss man auch vom Baum wieder runter- und mit dem europäischen Nachbarn Russland auskommen. Es sei denn, man will tatsächlich einen großen Krieg.Das unnachgiebige Drehen an der Aufrüstungs- und Polarisierungsspirale, die Engführung von Sicherheitspolitik auf ein Freund-Feind-Schema, die Haltung, zu den Themen Ukraine und Russland sei nur eine einzige Meinung moralisch einwandfrei, nämlich die ahistorisch aggressive, ist grob antidemokratisch.„Niedertracht“: Recht hat Armin LaschetStrack-Zimmermann schlingert aufmerksamkeitsheischend als Drohne der Rüstungsindustrie und Mobilmachung durch die Gazetten, um die Militarisierung in den Köpfen voranzutreiben. Nicht den Frieden fördert sie, weder im Inneren noch nach außen, sondern die sprachliche Hochrüstung. Ihre Text-Bomben zertrümmern freien Meinungsaustausch, noch bevor er beginnen könnte.Gut, dass Armin Laschet dem Attackierten prompt zur Seite sprang. Der CDU-Mann findet, dass Demokraten streiten müssten, „aber sie beleidigen und diffamieren nicht andere Demokraten“. Derlei sei „an Niedertracht nicht zu übertreffen“. Recht hat er.