Neos-Bildungsminister Christoph Wiederkehr präsentierte in der „Pressestunde“ im ORF seine Vorhaben, die prompt für Kritik sorgen.

Mangelnde Deutschkenntnisse sind größtes Problem

Probleme nur zu verwalten, statt sie zu lösen – so bewertete FPÖ-Bildungssprecher Hermann Brückl die Pläne. Er sieht die massiven Sprachprobleme und die sinkenden Leistungsniveaus als drängendste Probleme. Wiederkehr kapituliere vor den selbstgeschaffenen Problemen der Massenzuwanderung und wälze die Verantwortung unter dem Titel „Autonomie“ auf die ohnehin überlasteten Schulstandorte ab, anstatt klare und bundesweit einheitliche Qualitätsstandards für Deutschkenntnisse durchzusetzen – und das sei „keine Stärkung, sondern ein Im-Stich-Lassen von Lehrern und Schülern“.

Linke Experimente statt echte Lösungen

Wiederkehr plant unter anderem eine Aufweichung der Deutschförderung. Für Brückl ein fataler Fehler:

Anstatt endlich eine konsequente Deutsch-Pflicht vor dem Schuleintritt durchzusetzen und sicherzustellen, dass kein Kind ohne ausreichende Sprachkenntnisse in den Regelunterricht kommt, öffnet Wiederkehr die Tür für links-ideologische Experimente.

Wenn Kinder, die dem Unterricht nicht folgen könnten, in die Regelklassen integriert würden, ziehe das unweigerlich das Leistungsniveau der gesamten Klasse nach unten, so Brückls Argument. Das sei „ein Anschlag auf die Zukunftschancen aller Kinder und eine bewusste Inkaufnahme der Überforderung unserer Lehrer“.

Neue Fächer, neue Befürchtungen

Auch an den geplanten neuen Fächern hat der blaue Mandatar Kritik: Das Fach „Wirtschafts- und Finanzbildung“ sei zwar „im Ansatz zu begrüßen“, dürfe aber nicht als Vorwand dienen, an anderen wichtigen Stellen zu kürzen. Besonders das Fach „soziale Kompetenzen“ sorgt dabei für Skepsis: Hinter diesem vage formulierten Titel würden sich oft Versuche verbergen, „weltanschauliche Inhalte zu transportieren, die in der Schule nichts verloren haben und die primär Aufgabe des Elternhauses sind“, befürchtete er. Hier werde eine Tür für ideologische Projekte geöffnet, während die Vermittlung von grundlegendem Wissen in den Hintergrund rücke.

Kernkompetenzen in den Vordergrund rücken

Was es stattdessen brauche: eine Rückkehr zu den Grundtugenden im Bildungswesen. Brückl wörtlich:

Wir brauchen keine ideologischen Experimente, sondern eine konsequente Leistungsorientierung, Disziplin und eine Fokussierung auf die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. Die Verlierer-Koalition beweist mit diesen Plänen einmal mehr, dass sie nicht willens oder in der Lage ist, eine Politik für unsere Kinder und die Zukunft Österreichs zu machen. Es ist höchste Zeit für eine bildungspolitische Wende, die den Namen auch verdient!



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