Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger hatte sich bei der Heimholung der ersten Österreicher aus dem Nahen Osten groß in Szene gesetzt: Sie ließ es sich nicht nehmen, in rot-weiß-roter Weste auf dem Rollfeld des Wiener Flughafens die aus dem Krisengebiet eingeflogenen Landsleute persönlich zu begrüßen – doch das war für den Steuerzahler alles andere als günstig, wie eine Anfrage der Freiheitlichen nun aufdeckt.

FPÖ wollte Klarheit zu Rollfeld-Theater

FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sprach von einer „Airshow“ und ging dem fragwürdigen PR-Auftritt auf den Grund. Warum stand die Ministerin direkt auf dem Rollfeld, das normalerweise nur Flughafenmitarbeitern zugänglich ist? Woher kamen die Genehmigungen, und wer hatte den Charterflug organisiert? Auch die Kosten für die Inszenierung wollte Schnedlitz wissen – nun liegt Meinl-Reisingers Antwort vor.

Tausende Österreicher saßen fest

17.000 Österreicher seien Anfang März 2026 in der Region gestrandet. Die Lage habe sich dramatisch zugespitzt, der reguläre Flugverkehr sei weitgehend zum Erliegen gekommen. Innerhalb von nur 24 Stunden hätten sich allein in Dubai mehr als 1.200 Personen über die Reiseregistrierung des Außenministeriums gemeldet. Angesichts dieser hohen Zahl habe der Krisenstab bereits am 1. März empfohlen, umgehend eine Sondermaschine für die Rückholung österreichischer Staatsbürger zu organisieren.

Ursprünglich war vorgesehen, dass Austrian Airlines (AUA) den Flug durchführt. Die Fluglinie sagte den Einsatz jedoch noch am Abend des 1. März aus Sicherheitsgründen ab.

Teurer Auftrag ging an privates Luftfahrtunternehmen

Daraufhin wurde im Wege einer Dringlichkeitsvergabe das Luftfahrtunternehmen Sky Vision mit dem Rückholflug beauftragt, berichtet Meinl-Reisinger in ihrer Anfragebeantwortung. Der Vertrag sei am 2. März unterzeichnet worden. Die Kosten für den Einsatz hätten sich auf 190.000 US-Dollar belaufen, was umgerechnet rund 161.000 Euro entspricht.

Endgültige Kosten noch nicht bekannt

Wie hoch die endgültigen Kosten für Österreich tatsächlich ausfallen, ist derzeit noch offen. Über das EU-Katastrophenschutzverfahren könnten zwischen 50 und 75 Prozent der Ausgaben rückerstattet werden. Die entsprechende Abrechnung steht jedoch noch aus. Für die insgesamt 151 Passagiere war der Rückholflug kostenlos. Sie mussten für ihre Heimreise aus dem Krisengebiet keinen Beitrag leisten.

PR-Show oder wichtiger Auftritt?

Schnedlitz bezeichnete den Einsatz als „reine PR-Show der pinken Außenministerin um über 160.000 Euro“. Eine organisierte Rückholung aller betroffenen Österreicher sehe seiner Ansicht nach anders aus. Beate Meinl-Reisinger verteidigte hingegen ihre Anwesenheit am Rollfeld. Sie habe die 151 Rückkehrer persönlich begrüßen und mit ihnen sprechen wollen, um Erkenntnisse für mögliche weitere Rückholflüge zu gewinnen.

Österreich-Weste keine Sonderanfertigung

Auch die rot-weiß-rote Krisenjacke der sonst ja weniger patriotischen Außenministerin sorgte für Diskussionen. Laut Außenministerium handelt es sich dabei nicht um eine Sonderanfertigung, sondern um Standardkleidung, die seit fast 20 Jahren bei Evakuierungen und Kriseneinsätzen verwendet wird. Sie soll Betroffenen auf den ersten Blick zeigen, wer die österreichischen Ansprechpartner vor Ort sind.

DSN und Flughafensicherheit im Einsatz

Neben Meinl-Reisinger waren ihr Kabinettsleiter, zwei Referentinnen und ein Fotograf anwesend. Der Aufenthalt am Rollfeld wurde von der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) sowie von der Flughafensicherheit begleitet. Das Außenministerium betont, dass die Kosten ausschließlich für den Rückholflug aus dem Krisengebiet angefallen seien und nicht für die Begrüßung der Passagiere am Flughafen.



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