Angesichts der politischen Ereignisse in Deutschland während der zurückliegenden zwei, drei Jahre scheinen manche Themen beinahe völlig aus dem Blickfeld der öffentlichen Berichterstattung verschwunden zu sein. Zu ihnen gehört beispielsweise die Suche und Identifizierung von Kunstschätzen, die infolge der Wirren des Zweiten Weltkrieges verlagert wurden – ein noch in den 1990er-, 2000er- und 2010er-Jahren durchaus allgemeine Beachtung erzielendes Thema.

von Edgar Mayer und und Thomas Mehner

Bereits Johann Wolfgang von Goethe pflegte zu sagen: „Manches Herrliche der Welt ist in Krieg und Streit zerronnen. Wer beschützet und erhält, hat das schönste Los gewonnen.“ Gewiss: Mittlerweile kann man tatsächlich zu dem Eindruck gelangen, dass außerhalb der Corona- und Ukraine-Problematik sowie der daraus resultierenden Folgeerscheinungen alles andere – vor allem in medientechnischer Hinsicht – nicht mehr relevant beziehungsweise existent zu sein scheint. Zyniker behaupten gar, dass, wenn man beispielsweise aktuell das Bernsteinzimmer finden und ans Tageslicht holen würde, dies keinerlei öffentliche Reaktion erzeugen würde (wobei wir einmal die zahlreichen Hypothesen, wo es versteckt worden sein könnte und ob es vielleicht gar längst gefunden wurde, einmal außer Acht lassen wollen).

Wir meinen jedoch, dass man so schwarz nicht sehen sollte, denn es wird irgendwann eine Zeit nach dem Ukraine-Konflikt geben – ebenso, wie es eine Zeit nach Corona geben wird. Wir leben in Zeiten großer Veränderungen, die auch dazu führen werden, dass sich das, worüber man derzeit diskutiert, wandeln wird. Genau genommen sind Zeiten der Veränderung in (zeit-)geschichtlicher Hinsicht immer besonders interessant, denn in dieser Phase kommen Informationen ans Licht, die aus den unterschiedlichsten Gründen bisher nicht zugänglich waren.

Auffällig ist, dass, wenn man sich einmal mit dem Thema der Suche von Einlagerungsgütern nach dem Zweiten Weltkrieg befasst, es in der DDR ein großes Interesse gab, bestimmte Dinge, die als verschollen galten, wiederaufzufinden. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der Deutschen Demokratischen Republikwar hierbei federführend. In der Bundesrepublik Deutschland hingegen hielt sich das Interesse in Grenzen – ja, man konnte den Eindruck gewinnen, dass das, was zum Großteil unter die Erde verlagert worden war, niemand mehr interessierte, weil man (auch) unter dieses Thema einen Schlussstrich ziehen wollte.

Indes ist das mit Schlussstrichen so eine Sache, die in etwa mit dem über bestimmte Dinge wachsen sollenden Gras zu vergleichen ist: Irgendwann kommt wer und frisst dieses einfach weg, sodass die darunter befindlichen Dinge erneut offensichtlich werden. Die Autoren dieses Artikels gehören zu jener Gruppe von Menschen, die dies tun und immer wieder daran erinnern, dass die jüngere deutsche Geschichte noch zahlreiche hochinteressante Aspekte beinhaltet, die bis heute nicht mit dem notwendigen Nachdruck untersucht und beschrieben worden sind – zum Teil auch, weil sie politisch unkorrekt sind.

Die von uns betriebenen Recherchen betreffen nicht nur die deutsche Hochtechnologie (Atomwaffe, Interkontinentalrakete, Hochfrequenzphysik und postatomare wissenschaftlich-technische Entwicklungen), sondern wir wurden im Verlaufe der zurückliegenden Jahre auch immer wieder auf bestimmte Vorgänge aufmerksam, die mit (Kunstgut-) Verlagerungsaktivitäten während des Kriegsendes zu tun hatten. Auf eines dieser Beispiele möchten wir aus taktischen und aus anderen Gründen, die wir derzeit noch nicht näher erläutern möchten, bereits heute – und damit vorab – hinweisen: Aufgrund aktueller Recherchen in privaten wie auch in staatlichen Archiven haben sich zum Beispiel völlig neue Gesichtspunkte zur Untertageverlagerung sogenannter Beutekunst ergeben, die das Gebiet des Schlosses Hubertusburg in Wermsdorf (Freistaat Sachsen) betreffen. Schloss Hubertusburg befindet sich, wie die Online-Enzyklopädie Wikipedia wissen lässt, rund 12 Kilometer »westsüdwestlich von Oschatz und 15 Kilometer Luftlinie nordöstlich von Grimma zwischen Leipzig und Dresden. Das ab 1721 errichtete Schloss war ein kurfürstlich-sächsisches Jagdschloss und fungierte außerdem als zeitweilige Nebenresidenz des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August III.«

Luftbilder, Zeitzeugenaussagen und die Ergebnisse von Vor-Ort-Recherchen belegen mittlerweile, dass es im Raum Wermsdorf/Hubertusburg, zu dem auch ein Steinbruch gehört, bedeutende Einlagerungen von Beutekunst gegeben hat, auf die wir an dieser Stelle schon kurz aufmerksam machen wollen und über die in der Unter-Verschluss-Ausgabe 5/2022 ausführlicher zu berichten sein wird. Wir werden sowohl die Quelle der Information, den genauen Standort der Verlagerung sowie den Inhalt benennen in der Hoffnung, dass danach die zuständigen Stellen es endlich einmal wagen, einen beinahe vergessen geglaubten Schatz zu bergen, der – so meinen wir – von weltkulturgeschichtlicher Bedeutung ist. 77 Jahre nach Kriegsende ist es an der Zeit, im Sinne des Geheimrates Goethe zu handeln!





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Von Veritatis

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