Endlich: Joana Cotar verlässt AfD, bleibt aber MdB
Bild Joana Cotar: Von <a href=”//commons.wikimedia.org/w/index.php?title=User:73JC&amp;action=edit&amp;redlink=1″ class=”new” title=”User:73JC (page does not exist)”>73JC</a> – <span class=”int-own-work” lang=”de”>Eigenes Werk</span>, CC BY-SA 4.0, Link

Dass Bundestagsabgeordnete Joana Cotar die AfD verlassen wird, hat sich bereits in den letzten Wochen abgezeichnet. Davon abhalten wollte sie in der Partei offenbar niemand. Sie war ohnehin nur ein Überbleibsel aus der Ära Meuthen, die einer breiteren Öffentlichkeit nur bekannt wurde, weil sie immer wieder gegen die eigene Partei schoss. 

In ihrem Austrittsschreiben stellt sie sich als wirtschaftlich erfolgreich dar. Im Unterschied zu anderen in der Partei sei sie finanziell weder von der Partei noch von ihrem Bundestagsmandat abhängig. Freilich, auf die monetären Vorteile, die man als Bundestagsabgeordneter genießt, will sie trotzdem nicht verzichten. Cotar dazu:

„Ich bin fest entschlossen, im Deutschen Bundestag weiter eine konstruktive Politik für Deutschland und die Menschen in unserer Heimat zu machen.“

Damit reiht sich Cotar in die Liste der vielen erfolglosen Aussteiger ein, die durch die AfD einen fürstlich entlohnten Posten erheischten, dann jedoch stets gegen die eigene Partei arbeiteten, um diese schlussendlich zu verlassen, das durch die Partei erhaltene Mandat aber zu behalten.


Für etablierte Medien den Kasperl machen

Jetzt darf Cotar wahrscheinlich ein paar Mal in etablierten Medien auftreten, um dort zu erklären, wie schlimm die AfD in Wirklichkeit sei. Danach wird sie in Vergessenheit geraten oder so wie Jörg Meuthen noch ab und zu für Lacher sorgen: Jörg Meuthens Zentrumspartei scheitert an 2.000 Unterschriften-Hürde

Das gespielte Lächeln der Joana Cotar

Dass Joana Cotar ein falsches Spiel betreibt, haben wir bereits im Magazin Info-DIREKT (Ausgabe 43) aufgezeigt. Hier der damalige Gastkommentar von Edwin Brauer:

Am 8. Mai 2022 begann für die AfD eine Zäsur: Erstmals in der Geschichte der jungen Partei ist die „Alternative für Deutschland“ in Schleswig-Holstein aus einem Landesparlament geflogen. Auch bei der Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen, wo die Partei mit 5,4 Prozent beinahe zwei Prozentpunkte einbüßte und nur knapp den Widereinzug schaffte, hat sich eine Entwicklung fortgesetzt, die sich seit dem Jahre 2019 anbahnt: Nach dem wohl spektakulärsten Siegeskurs einer Kleinpartei seit Beginn der Bundesrepublik, erhält die AfD nun eine Wahlschlappe nach der nächsten.

Die Gründe hierfür gehen je nach befragtem Parteifunktionär stark auseinander. Insbesondere die Gruppe um den jüngst ausgetretenen Parteivorsitzenden Jörg Meuthen vermochte die Gründe hierin seit jeher zumeist klar in „untragbaren“ Parteiströmungen und einer nicht ausreichenden Distanzierung gegenüber angeblichen „Rechtsradikalen und -extremisten“ zu sehen.

Insbesondere die hessische Bundestagsabgeordnete Joana Cotar machte in den vergangenen Wochen als Vertreterin dieser Gruppe innerhalb der Partei auf sich aufmerksam. „Mit Tino Chrupalla endete die Erfolgsgeschichte der AfD“ äußerte sie erst jüngst. Ferner schrieb sie:

„Mit jemandem an der Spitze, der sich nicht als Sprecher des Ostens UND des Westens versteht, werden wir keinen Blumentopf mehr gewinnen“. 

Fehlende Disziplin & Selbstreflexion

Anstatt den von ihresgleichen stets aufs neue vollzogenen Pfad der Spaltung, der öffentlichen Selbstzerfleischung sowie auch der Nestbeschmutzung als mögliche Hintergründe für den Verlust von Wählerstimmen zu betrachten, wird der Fehler wieder einmal typischerweise bei den Ostverbänden gesucht. Anstatt die eigenen Kräfte auf parteiinterne Debatten über Programmatik, Meta-Politik und Wahlkampftaktik zu bündeln, versorgt man die Mainstream-Medien doch lieber wieder einmal mit Futter, um das öffentliche Bild einer zerstrittenen Partei aufrecht zu erhalten. Seitdem Cotar mit dem Drei-Sterne-General Joachim Wundrak im Wettkampf um den Parteivorsitz im Jahre 2019 gescheitert ist, lässt sie kaum eine Chance aus, um ihre Missgunst gegenüber Chrupalla auszudrücken – mit dem Parteiaustritt von Jörg Meuthen hat sich diese Lage nur noch verschärft.

Statt die Partei programmatisch voranzubringen, lichtet sie sich in den sozialen Medien lieber mit Vertretern einer „gemäßigten“ Gegenorganisation der Jungen Alternative ab – der „Jungen AfD Niedersachsen“ – und trägt so insgeheim die versuchte Aberkennung des offiziellen Jugendverbandes in Niedersachsen im Mai dieses Jahres mit. Intern spricht sie sich dafür aus, unliebsame politische Mitbewerber wie etwa Matthias Helferich im Deutschen Bundestag zur angeblichen Vermeidung von „weiteren Zerwürfnissen“ aus der eigenen Fraktion erfolgreich rauszuhalten. All das, obwohl sie auf dem hessischen Landesparteitag im Jahre 2021 noch zu mehr Geschlossenheit innerhalb der Partei aufgerufen hat. Und trotz all dieser Intrigen und Spaltungsversuche verliert sie eines nie: ihr gespieltes Lächeln, das für viele bereits zum Symbol ihres fragwürdigen Politikstils wurde. 

„Meuthenianer“ als Energieräuber

Man mag sich kaum ausmalen, welch ein ungeheures Potential diese Partei hätte, wenn nicht jeden Tag aufs Neue wertvolle Kräfte für öffentlich ausgetragene Streitigkeiten und Personaldebatten aufgebracht würden. Ob nun Lucke, Meuthen oder eben Cotar; wenn die AfD nicht endlich ihren andauernden Reinigungsprozess zu Ende führt, wird sie auch weiter eine Wahlschlappe nach der nächsten erleiden – und dafür ist dann kein Tino Chrupalla, sondern das Lager der übriggebliebenen „Meuthenianer“ gänzlich allein für verantwortlich.

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Von Veritatis

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