Als letzte Kolonie in Afrika wurde am 18. April 1980 Simbabwe vom Vereinigten Königreich in die Unabhängigkeit entlassen. Seit 43 Jahren sind die dortigen Bewohner für ihre Geschicke selbst verantwortlich, sofern Sie das nicht zuvor schon waren. Die größte Zahl afrikanischer Kolonien wurde bereits in den 1960er Jahren unabhängig, sie tragen seit mehr als 60 Jahren die Verantwortung für die eigenen Geschicke.

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Die wenigsten der nun unabhängigen afrikanischen Staaten haben die Unabhängigkeit genutzt, um ihre Bevölkerung wohlhabender als unter der Kolonialregierung zu machen. Die meisten unabhängigen Afrikanischen Staaten haben die Unabhängigkeit genutzt, um interne Kriege zu führen und die eigene Bevölkerung ärmer zu machen.

Neben Erkrankungen wie Malaria und AIDS/HIV, die ganze Regionen in Afrika aus dem wirtschaftlichen Spiel nehmen oder genommen haben, ist vor allem die KORRUPTION einer oft genug in westlichen Staaten ausgebildeten Korruptokratie die Ursache für die afrikanische Misere.

Aber das ist nur unsere Sicht, die wir vor einigen Jahren in einem wissenschaftlichen Beitrag wie folgt zusammengefasst haben:

Der afrikanische Kontinent hinkt hinter der wirtschaftlichen Entwicklung anderer Kontinente her.

Armut ist in den Ländern Afrikas und vor allem in den Ländern Sub-Sahara-Afrikas weiter verbreitet als in den Ländern anderer Kontinente (Ocampo & Vos 2009: 7-9). Das Wirtschaftswachstum der meisten afrikanischen Länder bleibt deutlich hinter dem Wirtschaftswachstum der meisten Entwicklungs- und Übergangsgesellschaften auf anderen Kontinenten zurück (World Bank 2008: 22-25).

Direktinvestitionen, in Ländern wie China oder Indien eine, wenn nicht die treibende Kraft wirtschaftlicher Entwicklung, sind in den meisten Teilen Afrikas kaum vorhanden bzw. weitgehend unbekannt (United Nations Conference on Trade and Development, 2006: 44-49).

Die Gründe für die wirtschaftliche Rückständigkeit werden je nach der theoretischen Ausrichtung dessen, der sie sucht, in unterschiedlichen Ursachen dingfest gemacht: Der Mangel an Humankapital und Bildung (Schultz 1961), die schlechte Infrastruktur in den Ländern Afrikas (Gelb 2000: 137) und das endemische Ausmaß von Korruption vor Ort, die Verbreitung von AIDS und Malaria (Columbus & Wusu 2006: 141-143), die hohen bürokratischen Hürden, die in afrikanischen Ländern zuweilen aufgetürmt werden und mit Bestechungsgeld abgebaut werden müssen, ehe ein Unternehmen den Betrieb aufnehmen kann (World Bank 2008a: 1-7) und der technologische Rückstand Afrikas (Sachs & Warner 1997) werden jeweils angeführt.

Einige Autoren sehen im freien Handel eine Möglichkeit, die wirtschaftliche Rückständigkeit zu überwinden (Grossman & Helpman 1991). Die Öffnung der eigenen Märkte führe für die Staaten Afrikas nicht nur zu einem mehr an Waren, sondern über zwangsläufig folgende Investitionen und den damit verbundenen spillover im Bereich von Technologie und Humankapital zu einer Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Letztlich, so die Ansicht z.B. der Weltbank, führe freier Handel zu einer Reduktion von Armut und zu einer Durchsetzung demokratischer Strukturen (Bhagwati 2003: 15-19).

Corruption Perception Index
Quelle: Transparency International

Gegen diese optimistische Sicht der Dinge wenden Autoren wie Stephen Hurt, die dem freien Handel skeptisch gegenüber stehen, ein, dass wirtschaftlich starke internationale Organisationen wie z.B. die EU, ihre Wirtschaftskraft einsetzen, um Entwicklungsländer zur Öffnung ihrer Märkte selbst dann zu zwingen, wenn dies zum Zusammenbruch lokaler Strukturen führe (Hurt 2003: 174). Andere weisen darauf hin, dass die meisten afrikanischen Länder vor allem wegen der in ihnen vorhandenen Rohstoffe für Industrienationen interessant sind (Farrell 2005: 280), und dass die Politik z.B. der EU vor allem darauf abziele, die Märkte der entsprechenden Länder für den Absatz eigener Produkte zu nutzen und durch freien Handel die Preise der Commodities, die das Haupt- bzw. oftmals das einzige Exportgut afrikanischer Staaten darstellen, zu senken (Bond 2006).


  • Bhagwati, Jagdish N., 2003: Free Trade Today. Princeton: Princeton University Press.
  • Bond, Patrick, 2006: Looting Africa: The Economics of Exploitation. Pietermaritzburg: University of KwaZulu-Natal Press.
  • Columbus, Frank H. & Wusu, Olufemi, 2006: Politics and Economics in Africa. Huntington: Nova Science Publishers.
  • Farrell, Mary, 2005: A Triumph of Realism over Idealism? Cooperation Between the European Union and Africa. Journal of European Integration 27 (3): 263-283.
  • Gelb, Alan H., 2000: Can Africa Claim the 21st Century? Washington: World Bank.
  • Grossman, Gene & Helpman, Elahan, 1991: innovation and Growth in the Global Economy. Cambridge: MIT-Press.
  • Hurt, Stephen, 2003: Co-operation and Coercion? The Cotonou Agreement Between the European Union and ACP States and the End of the Lomé Convention. The World Quarterly 24 (1): 161-176.
  • Ocampo, Jose Antonio & Vos, Rob, 2009: Uneven Economic Development. New York: United Nations Publications.
  • Sachs, Jeffry D. & Warner, Andrew M., 1997: Sources of Slow Growth in African Countries. Journal of African Economics 6 (3): 335-380.
  • Schultz, Theodore, W., 1961: Investment in Human Capital. The American Economic Review LI (1): 1-17.
  • World Bank, 2008: Africa Development Indicators 2007. Washington: World Bank.
  • World Bank 2008a: Doing Business 2009. Comparing Regulations in 181 Economies. Washington: World Bank.

Dass die Ursachen der Afrikanischen Misere, heute spricht man gemeinhin vom Globalen Süden, obschon auch Südamerika und Australien zum globalen Süden gehören, rein geographisch betrachtet, hausgemacht sind, das ist mehr oder minder ein seit Jahrzehnten feststehendes Forschungsergebnis, das, trotz zahlreicher Versuche, es zu falsifizieren, bislang stets repliziert wurde.

Aber nun gibt es ja den WDR und Monitor und die dort Beschäftigten, die die Misere Afrikas auf eindeutige Ursachen zurückführen.
Auch nach für die meisten mehr als 60 Jahren Unabhängigkeit, gibt es bei Monitor, beim WDR, noch Personen, die Kolonialismus als Ursache für Massenmigration aus Afrika ansehen. Das ist nicht nur dumm und bar jeglicher Kenntnis der realen Gegebenheiten, es ist vor allem Rassismus, unterstellt es doch, dass Afrikaner nicht in der Lage seien, ohne westliche Hilfe zu überleben, sei es als Kolonialismus oder als Aufnahmegesellschaft.

Aber vor allem gibt beim WDR Personen, die dazu in der Lage sind, mit Worten eine Krise in einem Land, das sie noch nie gesehen haben, sagen wir: Kamerun zu behaupten, eine Klimakrise, von der sie nicht wissen, ob und wenn ja, wie sie sich in Kamerun äußert und ob die entsprechende Äußerung der angenommenen Klimakrise die Bedeutung annimmt, die Menschen dazu bringt, ihren Wohnort zu verlassen, um ausgerechnet nach Wanne-Eickel zu fliehen.

Diese Fähigkeit, sich etwas einzubilden und auf Grundlage des Eingebildeten zu handeln, ist in der normalen Welt, der Rubikon, der geistige Normalität vom Wahnsinn trennt. In der medialen Welt des WDR ist es offenkundig kein Hinderungsgrund, der einer Einstellung im Weg steht.

Und damit ist das eine Grundproblem westlicher Gesellschaften beschrieben: Dummheit, gemeinhin im Doppelpack mit Korruption, die einen verschlagenen und oft genug bösartigen, in jedem Fall aber dummen Geist denken lässt, er könne andere dauerhaft über den Tisch ziehen.

Das andere Grundproblem westlicher Gesellschaften ist Toleranz gegenüber Idioten, die sich in öffentlichen Positionen herumtreiben und die öffentliche Diskussion mit ihrer Kenntnislosigkeit inkubieren und jeden Dialog über vorhandene Probleme unmöglich machen.

Und um die eingangs gestellte Frage zu beantworten: Westliche Gesellschaften haben keinerlei Verpflichtung, illegale Migranten aus dem “globalen Süden” aufzunehmen, denn diese Leute kommen nicht, weil sie vor etwas fliehen. Es ist keine “Push-Migration”, sondern eine “Pull-Migration”. Die Leute kommen, weil sie von Versprechungen über das westliche Schlaraffenland angezogen werden, Versprechungen von Leuten, die “kleine” Braune oder Schwarze benötigen, um sich als “Helfer” und somit als ihnen überlegene Existenz zu inszenieren.


 

 


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Von Veritatis

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