Eine Studie vom 25. Juli 2025 im Auftrag der Stadt Wien, die seltsamerweise erst am 20. April 2026 veröffentlicht wurde, zeigt, wie schlimm es um Religiosität, Demokratieverständnis und autoritäre Einstellungen bei migrantischen Jugendlichen bestellt ist.
Besonders unter Moslems sind religiöse Bindung, soziale Normen und fundamentalistische Haltungen stärker ausgeprägt als bei Angehörigen anderer Glaubensgruppen. FPÖ-Chef Herber Kickl sieht in den Ergebnissen ein „alarmierendes Signal für unsere Gesellschaft: Wenn 41 Prozent moslemischer Jugendlicher sagen, dass ihre islamischen Regeln über österreichischen Gesetzen stehen, dann ist das kein Integrationsproblem mehr – sondern eine echte Gefahr für unseren Rechtsstaat“
Moslems besonders religiös
Befragt wurden rund 1.200 Mädchen und Burschen im Alter von 14 bis 21 Jahren aus zehn ethnischen Gruppen, darunter Österreicher, Serben, Polen, Rumänen, Bosnier, Türken, Kurden, Syrer, Afghanen und Tschetschenen. Die wenig überraschenden Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die religiöse Identität bei vielen jungen Moslems besonders stark im Alltag niederschlägt.
Unter Jugendlichen mit Pflichtschulabschluss bezeichnen sich 64 Prozent als religiös, unter Maturanten sind es 43 Prozent. Bei den moslemischen Gruppen fällt die Religiosität besonders hoch aus: 73 Prozent der schiitischen und 68 Prozent der sunnitischen Jugendlichen bezeichnen sich als sehr oder eher religiös.
Religiösität nimmt zu
Auch bei alltäglichen Praktiken wie Beten, Fasten oder dem Besuch eines Gotteshauses liegen junge Moslems in der Studie an der Spitze. Ein Drittel der moslemischen Befragten gibt zudem an, in den vergangenen drei bis fünf Jahren religiöser geworden zu sein.
Islam-Regeln über staatlichen Gesetzen
Besonders auffällig sind jene Aussagen, die auf eine Überordnung religiöser Gebote über das staatliche Recht hindeuten. 41 Prozent der moslemischen Jugendlichen stimmen der Aussage zu, dass die Vorschriften ihrer Religion über den Gesetzen in Österreich stehen.
Islam-Regeln sollen für alle gelten
36 Prozent meinen, alle Menschen sollten sich an die Regeln ihrer Religion halten. 46 Prozent erklären, sie seien bereit, „für die Verteidigung ihres Glaubens zu kämpfen und zu sterben“. Ebenfalls bemerkenswert ist, dass 53 Prozent möchten, dass jede Moslem-Frau in der Öffentlichkeit ein Kopftuch trägt, und 65 Prozent der Ansicht sind, islamische Vorschriften müssten für alle Bereiche des Alltags streng gelten.
Großer Teil der jungen Migranten lehnt Demokratie ab
Die Zustimmung zur Demokratie ist unter moslemischen Jugendlichen schwächer ausgeprägt als in anderen Gruppen. Während 84 Prozent der Jugendlichen mit polnischen Wurzeln und 82 Prozent der österreichischen Jugendlichen die Demokratie für die beste Staatsform halten, sind es bei Afghanen 61 Prozent, bei Türken 57 Prozent, bei Tschetschenen 50 Prozent und bei Syrern 47 Prozent.
Auch bei den Geschlechterrollen zeigen sich problematische Muster. Fast die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass der Mann die wichtigen Entscheidungen treffen sollte; ein Viertel möchte keine Frau als Vorgesetzte. Gleichzeitig wird Homosexualität von vielen Jugendlichen in diesen Gruppen nicht als akzeptabel angesehen.
Junge Migranten fühlen sich diskriminiert
Gerade syrische, afghanische und tschetschenische Jugendliche berichten häufiger von einer angeblichen Benachteiligung aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Sprache. Anerkennung erfahren viele eher im engen sozialen Umfeld als durch Politik oder Medien.
Eine zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass hohe Religiosität besonders dann problematisch werden kann, wenn sie mit intensiver Online-Nutzung und religiöser Selbstbestärkung in digitalen Räumen verbunden ist. Dort können extremere Deutungen durch Algorithmen zusätzlich verstärkt werden.
ÖVP wiegt sich in Unschuld
Bemerkenswert ist hingegen die Reaktion der Volkspartei: Obwohl dank der verfehlten Migrationspolitik der letzten Jahrzehnte für die Zustände maßgeblich mitverantwortlich, ortet man dort ein „verheerendes Bild“ und sieht ein „klares Warnsignal“. Generalsekretär Nico Marchetti beklagte: Bei 41 Prozent der jungen Moslems, die islamische Gebote über österreichische Gesetze stellen, handle es sich um einen inakzeptablen Zustand. „Wer zu uns kommt, muss sich anpassen“, fordert er. Österreich sei ein liberaler Rechtsstaat, in dem ausschließlich das Gesetz gelte – „nicht die Scharia“. Das Land dürfe „kein Kalifat werden“. Wer diese Grundsätze ablehne, habe hier keinen Platz.